Frühjahr 2020

Thomas Jonigk

Thomas Jonigk
Weiter
Roman

Westberlin im Mai 1986: Kalter Krieg und Tschernobyl bestimmen die Nachrichten. Auf den Straßen und in den Köpfen der Menschen herrscht Endzeitstimmung. Aber ist das weltpolitische Geschehen die einzige Lebenswirklichkeit? – Was geschieht in diesen Zeiten mit den Einzelnen? Nehmen wir Veronika: Sie hatte eine schreckliche Kindheit und Jugend. Wie damit umgehen? Wie könnte ein Leben mit Liebe, Sicherheit und Geborgenheit aussehen oder ist das überhaupt möglich? Ist eine erfundene Realität als gewünschte Wirklichkeit die Lösung? Am Ende einer Reihe von Fluchtversuchen, existenziellen Fragen und fatalistischen Antwortversuchen muss Veronika ihr Leben in die Hand nehmen: Was kann ich für mich tun? Und: Wofür entscheide ich mich?

Tine-Høeg-Copyright-Petra-Kleis-RGB

Tine Høeg
Neue Reisende
Roman. Aus dem Dänischen von Gerd Weinreich

Ausgezeichnet als bestes dänisches Debüt

An ihrem ersten Arbeitstag trifft die junge Lehrerin im Pendlerzug auf einen verheirateten Mann. Sie beginnen eine Affäre, die für ihn mehr Lust als Liebe bedeutet, bei ihr hingegen löst sie Gefühlsverwirrungen aus. Hinzu kommt die Überforderung im Job: Routine und das nötige Selbstvertrauen fehlen ihr. Ihren Schüler*innen ist sie oft näher als den Kolleg*innen. Innerhalb weniger Monate schlittert die Erzählerin in einen Schlingerkurs aus Orientierungslosigkeit, Eskapismus und Betäubung, probiert sich aus, um den für sie passenden Lebensentwurf zu finden. Unvermeidbar für die »Neue Reisende« sind dabei scheinbare Irrwege, Kratzer und Zusammenstöße. Tine Høegs Debütroman greift in einem sensiblen Minimalismus auf, was junge Menschen heutzutage bewegt.

Bettina-Gärtner-1-Copyright-privat-RBG

Bettina Gärtner
Herrmann
Roman

Mit Sprachwitz und trockenem Humor porträtiert Bettina Gärtner den Mittvierziger Herrmann und sein wenig beschauliches Mittelschichtleben zwischen Hauptstadt, Kleinstadt, Heimatgemeinde. Genauso eigenwillig wie diese Milieustudie ist, so schräg mutet auch die Entourage an der Seite des (Anti-)Helden an – Menschen, wie wir sie alle kennen. In kaum einer Woche überschlagen sich Ereignisse beruflicher wie privater Art; Personen und Vorfälle aus der Vergangenheit drängen als Unruhestifter in das Jetzt hinein. Wie so oft gilt auch hier: »Die meisten Vorboten erkennt man erst im Nachhinein.«

Helwig Brunner

Helwig Brunner
Gummibärchenkampagne
Minutennovellen

Minutennovellen, das sind auf kleinstes Volumen eingedampfte Erzähldestillate, die der Ungar István Örkény (1912–1979) zu Zeiten des Gulaschkommunismus erfunden hat. Helwig Brunner transportiert diese pointierte Erzählform in unsere Zeit. Gegliedert in die Kategorien »Eigenbrötler«, »Paare«, »Lesende, Schreibende« und »Herden« führt er menschliche, zwischenmenschliche und gesellschaftliche Absurditäten vor. Sachlich der Ton, humorvoll die Wirkung – unterhaltende Kürzestprosa im Minutentakt.

Ilse Helbich

Ilse Helbich
Diesseits
Gesammelte Erzählungen
Mit einem Nachwort von Franz Schuh

Diesseits vereint Ilse Helbichs gesammelte Erzählungen und zeigt eine Auswahl aus ihrem jahrzehntelangen literarischen Schaffen. Entstanden sind die Texte zwischen den 1980er Jahren und 2015. Darin enthalten ist auch der bereits vergriffene Band Iststand. Mit ihrer meisterlichen, klugen Prosa nähert sich Helbich Fremden und Alleingelassenen, Heranwachsenden und Alten an. Sie beschreibt und begleitet sie und deren Leben mit viel Liebe und Empathie.

»Ein Glücksfall für die Literatur.« (Die Presse über Fremde)

Konrad-Paul-Liessmann-Copyright-Heribert-Corn-Ausschnitt

Konrad Paul Liessman
Grazer Vorlesungen zur Kunst des Schreibens

Der Schrecken aller Schreibenden: die weiße Seite zu Beginn des Schreibprozesses. Wie bringe ich den ersten Satz zustande? Und woran erkenne ich, dass es eben der erste Satz ist, der die Gedankenarbeit dergestalt antreibt, dass alle weiteren Sätzen wie von selbst hervorsprudeln? Der renommierte Philosoph Konrad Paul Liessmann liefert ein Plädoyer für die Schriftlichkeit. Er spricht über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Schreiben, gibt einen Einblick in die Stilkunde nichtfiktionalen Schreibens und setzt sich mit der Frage auseinander: Für wen schreibt man? Und für wen schreibt man wie?

Top