Am Beginn von Die Vergegenwärtigung steht das Ja-Wort. Durch die Erinnerung an seine Hochzeit beginnt der Erzähler eine erste Lebensbilanz zu ziehen und die Jahre Revue passieren zu lassen. Die Rückblicke zeigen das Schöne und das Ungeschönte, das Kommen und Gehen im Leben.
Seine leuchtenden Augen strahlen die Leser*innen regelrecht an, wenn er von Glücksmomenten erzählt und zurückgeht zu Erlebnissen aus Kindheits-, Jugend- und jungen Erwachsenentagen rund um das Aufwachsen, Sport, Musik und Literatur.
In seinen Erinnerungsbildern blendet der Erzähler aber nicht die Schattenseiten aus: er denkt an die wichtigen Menschen, die bereits verstorben sind, an abgerissene Freundschaften, an jene, die aus seinem Leben verschwunden sind, den Tod und was mit den Körpern nach dem Leben geschieht. Die titelgebende Vergegenwärtigung geht von der buddhistischen Praxis aus, sich die Vergänglichkeit von allem wieder und wieder vor Augen zu führen, um so bewusster zu leben.
Die Vergegenwärtigung ist bei aller existenziellen Tiefenschürfung ein Roman der Hoffnung auf ein richtig gelebtes Leben, ein Buch, das kühn zwischen lyrischer, minimalistischer und meditativer Beschreibungskunst changiert. Ein stilles Glanzstück.
»Mit poetischem Mut stellt Mischa Mangel sich einer Auseinandersetzung mit der Sterblichkeit, ohne das Leben aus den Augen zu verlieren. Zwischen den kurzen, unterschiedlich gestimmten Passagen entfaltet er dabei virtuos eine Spannung, die die Erzählung antreibt und existenziellen Fragen Dringlichkeit verleiht.« (Esther Kinsky)
»So wandelt sich dieses still-schöne Buch vom Requiem zu einer zaghaften, aber unabweisbaren Lebensfeier, zur Einsicht oder eher Akzeptanz, dass Glück nicht zeitlos sein muss, um Glück zu sein« (Oliver Jungen, FAZ)
»Der Text ist trotz seiner experimentellen Gestalt so gut lesbar, dass er einen immensen Sog entfaltet; man muss immerzu und atemlos weiterlesen.« (Alex Husnik, Thalia Mayersche Lüdinghausen)
»Es hat mich im aller-, allerbesten Sinne extrem verstört. Ich finde, dieses Buch muss man lesen.« (Penelope Rieger, Wasser und Buch)
»Das Wandern der Gedanken und Reflexionen wird in einen fortlaufenden Strom gebettet, der einen regelrechten Lesesog auszulösen imstande ist.« (Marcus Neuert, literaturkritik.de)
»Der Roman ist eine kostbare Besonderheit. Ich ahne, wenn ich das Buch von Mischa Mangel lese, dass Meditation ein guter Weg sein kann, in der Gegenwart zu leben, zu spüren, was jetzt hier ist.« (Christoph Fleischmann, Publik-Forum)
»Das Buch ist eine eindrucksvolle künstlerische Leistung und inspiriert zugleich alle, die sich ihm zuwenden, der Einsicht in die Vergänglichkeit des eigenen Lebens den zentralen Platz einzuräumen, der ihr gebührt.« (Thomas Ulrich, Buddhismus aktuell)
»Das, was das Buch so lesenswert macht, ist einerseits die ungewöhnliche Erzählweise aus wechselseitigen Erinnerungsfragmenten, buddhistischer Lehre, poetischen Einschüben und Leerstellen und andererseits die beim Lesen erreichte Tiefe, die von diesem besonderen Text ausgeht.« (mariaelisabeth555, Instagram)
»Unprätentiös, ohne überzuckerte Esoterik bringt Mangels tiefenresonantes Buch das Kunststück fertig, dem Nachdenken über Leben und Tod als übergroßen Herausforderungen für unser Verstehen eine stille Dankbarkeit und Freude über das Geschenk des Daseins abzugewinnen, um jeden Augenblick bewusst zu leben.« (Christoph Gellner, Herder Korrespondenz)
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