Eva Maria Leuenbergers bildstarkes Debüt dekarnation besteht aus vier Zyklen. Sie* erdichtet sich fortschreibende Geschichten, indem Themen und Motive innerhalb der Zyklen verbunden und variiert werden.
Die Texte vibrieren und pulsieren, die Worte beleben Tal und Moor, Schlucht, Bach und Wald. Wir erleben eine Vermenschlichung der Natur:
»der wind in den bäumen krallt / auf der haut, und nur die nacht / ist sicher /
da sind die fenster offen: / atmen die luft, als wäre sie frei«
Mächtig, lebendig und immer in Bewegung zeigt sich die Natur. Klingt hingegen ein letztes Mal ein Laut, ob leise oder schreiend, aus dem Körper des Menschen, ist er bereits dabei, zu verstummen.
Wir hören den sprechenden Toten zu, deren Stimmen lautlos klingen und in die Stille der Natur dringen; wir betrachten Moorleichen – die Frau von Elling und den Tollund-Mann – und sehen ihre Körper nah beieinander in der Zeitlosigkeit liegen; ein Körper im Fluss findet langsam zur eigenen Hand, während Schicht für Schicht die Dekarnation voranschreitet; ein alleine durch das Tal wandernder Körper teilt dann im Fluss schwimmend das Wasser entzwei. Die Körper gehen ein in die Natur und werden von ihr absorbiert.
»stell dir vor / die haut fällt von dir ab / wie die rinde / einer anderen zeit /
am rückgrat wachsen / blätter«
ORPHIL-DEBÜTPREIS 2020:
»Eva Maria Leuenberger führt in ihrem Debüt dekarnation tief hinein in eine archaische, vorzivilisatorische Welt und arbeitet dabei mit der größtmöglichen Reduktion. Auf herausragende Weise gelingt es ihr so, an den Kern unserer Existenz vorzudringen« (Björn Jager, Jurymitglied)
BASLER LYRIKPREIS 2020:
»Eva Maria Leuenberger legt mit dekarnation einen Erstling von grosser Sogkraft vor, der die Lesenden mitnimmt auf eine Reise durch vier Zyklen, so dunkel wie erhellend, so abgründig wie erhebend, so verstörend wie berührend.« (aus der Jurybegründung)
LITERATURPREIS DES KANTONS BERN:
»In Eva Maria Leuenbergers Gedichten geht es um die Grenzen des Fühl- und Vermittelbaren wie auch um die Grenzen des Lebens/Lesens. Und es geht, darin liegt ein grosser Reiz dieser Texte, um eine Körperlichkeit, die mit Worten kaum zu fassen ist. Die bröckelt, die verwest, die Schicht für Schicht abgetragen wird. Das hat beim Lesen wiederum eine unglaublich körperliche Wirkung.« (Laudatio von Roland Fischer)
»Diesen Namen sollte man sich auf jeden Fall merken. Die 28 Jahre alte Schweizerin hat ein lyrisches Debüt vorgelegt, das sie als genuin poetische Existenz ausweist.« (Claudia Schülke, FAZ)
»Die Komposition ist herausragend. An keiner Stelle könnte ein Satzzeichen verschoben, ein anderes Wort gewählt werden … Das ist gewaltig.« (Nick Lüthi, Bookgazette)
»In einer beweglichen, klaren Sprache erkundet die 28-jährige Bernerin, wie Natur und Mensch, Leben und Tod ineinander übergehen.« (Martina Läubli, NZZ am Sonntag)
»Ein derartiges ineinander-Übergreifen von Form und Inhalt / Inhalt und Form begegnet einem selten.« (Astrid Nischkauer, Fixpoetry)
»Mit ihrer sinnlich-intellektuellen Klarheit und handwerklichen Sicherheit ist sie eine bemerkenswerte Stimme.« (Gregor Dotzauer, Tagesspiegel)
»Jedes Wort ist minuziös gesetzt, trägt in sich die Essenz des Daseins. Leuenbergers Stimme ist einzigartig in der aktuellen Lyrikszene. Von ihr dürfen wir noch viel erwarten.« (Björn Hayer, Berliner Zeitung)
»Eva Maria Leuenberger erzählt poetische Geschichten, die tiefe Wirkung hinterlassen. Ihre dunkle Bildersprache ist einzigartig, ohne verstörend zu sein. Sie gräbt im Vergänglichen, und trotzdem ist ihre Dichtung auch intensive zeitgenössische Naturlyrik. Ein sehr starkes Debut.« (Matthias Ehlers, WDR5)
»Eva Maria Leuenberger hat mit dekarnation ein Juwel geschaffen.« (Martina Bolzli, Berner Zeitung)
»Fraglos bleibt dekarnation ein eindrucksvolles Debüt und Eva Maria Leuenberger eine Autorin, von der wir noch lesen werden.« (Angelika Overath, FAZ)
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