Buchcover
Thomas Jonigk

Liebesgeschichte

Roman
2016
gebunden , 13 x 21 cm
224 Seiten
ISBN: 9783854209751
€ 19,00
als ebook erhältlich

AUTOREN

LESEPROBE

Eines Abends taucht in der Ordination des praktischen Arztes Alexander Wertheimer ein dubioser und verängstigter Mann auf. In seiner Begleitung eine schwer verletzte, vermutlich minderjährige Ukrainerin. Liebesgeschichte ist das Protokoll, das Wertheimer von dieser Begegnung mit Maria Melnyk und von den fatalen Folgen, die daraus erwachsen, anlegt.

Persönliche Erinnerung, Bekenntnisschrift, Verteidigungsrede und Schuldeingeständnis gleichzeitig, ist dieses Protokoll ein Kosmos aus Pathologie und Gewalt, der vom Erzähler aber als Liebe und leidenschaftliche Zuneigung wahrgenommen wird. Thomas Jonigk wirft in seiner unverwechselbaren eleganten Stilistik das übliche Täterprofil über den Haufen – Alexander Wertheimer ist ein reflektierender, feministisch denkender, Andrea Dworkin und Ingeborg Bachmann zitierender Mann, dem das alles nicht passieren dürfte; aber er ist leider auch ein sich selbst ausgelieferter Mann, der einem bei der Lektüre, auch wenn er sich völlig schutzlos darbietet, von Seite zu Seite unheimlicher wird.

Jonigks Meisterschaft in der Darstellung von Gewalt und Abhängigkeiten in Familien-, Sex und Liebesbeziehungen, der Macht der Phantasien und der Sehnsucht nach Erlösung erweist sich auch in Liebesgeschichte, wo er seinen subversiven Witz ganz besonders verstörend einsetzt.

Veranstaltungen

  • 8. Juni 2017, 19:30
    Karlsruhe, »Literatur im Blauen Salon« an der HfG

Presse

»Das auch stilistisch geschliffene Täterportrait liest sich spannend und wie der Blitz.« (Eva Behrendt, Die Zeit)

»Grandios stellt Thomas Jonigk die komplexe Beziehung zwischen Opfer und Täter dar: die würgende Nähe, die wechselnden Kräfteverhältnisse, …« (Daniela Strigl, FAZ)

»Liebe kann das Beste und das Schlechteste aus uns hervorholen. Im Fall von Alexander Wertheimer, der Hauptfigur in Thomas Jonigks neuem Roman Liebesgeschichte, wird sie zur Obsession.« (Lisa Schneider, fm4)

»Empfehlenswert für Freunde ambitionierter Gegenwartsliteratur.« (Lutz Hillingmeier, ekz)

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