Buchcover
Gerhard Rühm

Was verschweigt die schwarze Witwe?

schrift-, sprech- und bildanagramme
2004
kartoniert , 11,5 x 18 cm
88 Seiten
mit 10 Abbildungen
ESSAY 50
ISBN: 9783854206552
€ 12,00

AUTOREN

Als Anagramm im strengen Sinn bezeichnet man die Umstellung der Buchstaben einer kurzen Textvorlage, meist eines Satzes, zu einer neuen Wortfolge, wobei kein Buchstabe fehlen oder überzählig sein darf. Beim vergleichenden Lesen ist die korrekte Erfüllung dieses Prinzips überprüfbar. Beim bloßen Hören allerdings nicht. Tatsächlich weicht das gesprochene Anagramm vom geschriebenen mehr oder weniger stark ab. Zwischen Orthografie und Aussprache besteht zumeist eine Diskrepanz, die – gewohnheitsbedingt – den meisten Lesern kaum bewusst wird, da sie unterschwellig stets auch den Sprachklang mitdenken. Bei einer strengen literarischen Disziplin wie dem Anagramm tritt diese Diskrepanz beim Vortrag besonders auffällig in Erscheinung.

Gerhard Rühm stellt den visuell geprägten ›leseanagrammen‹ spezifisch auditive ›sprechanagramme‹ an die Seite, ›schlagzeilen‹ und ›sprichwörter‹.

schlagzeilen liest man. ihre syntaktisch verknappte, plakativ gedrängte form kommt dem anagramm ja durchaus entgegen. sprichwörter dagegen werden von jeher mündlich weitergegeben, womit sie sich – in ihrer ebenfalls lapidaren form – primär dem sprechanagramm als vorlage anbieten.

Als eine eigene Spielart des Anagramms kann man die hier mit zehn Beispielen vertretenen ›bildanagramme‹ betrachten. Sie beruhen auf fotografischen Vorlagen, die in verkürzte und verlängerte Zeilen geschnitten und mosaikartig wieder zusammengefügt werden.

Presse

»Es geht um Schwarzhumoriges, Frivoles, die kleinen und die großen Perversionen, die – zwischen Buchstaben versteckt – den Bodensatz alles Kreativen darstellen.« (Falter)

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