Antonio Fians Kunst besteht, hier wie in seinem ganzen Schreiben, in der Reduktion: nicht der 500seitige Familienroman, sondern das manchmal nur 10zeilige Dramolett, nicht 50 Sonette, sondern 1 Sonettkranz.
In diesem Band kann der Leser lange nach witzig, parodistisch, »lustvoll gemeinten« (Paul Jandl) Gedichten suchen, denn sogar noch die unbeschwerteren zwischen den rabenschwarzen Gedichten (die üblichen Themen: der Herbst, der Fußball, der Dichter, die Nacht, das Geschlecht) sind ziemlich finster eingefärbt.
Lassen wir uns nicht täuschen von der betonten Unauffälligkeit dieses kleinen Buches: einen so weiten und dabei nie larmoyanten Vorstoß in existenziell düsteres Gelände hat es seit den späten Jandl-Gedichten nicht mehr gegeben.
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