Buchcover
Werner Schwab

Fäkaliendramen

Werke Band 6
2013
Leinen gebunden mit Lesebändchen , 13 x 21 cm
328 Seiten
Hrsg. von Ingeborg Orthofer und Lizzi Kramberger, mit einem Nachwort von Helmut Schödel.
ISBN: 9783854208402
€ 25,00
als ebook erhältlich

AUTOREN

BEITRÄGER

  • Helmut Schödel

HERAUSGEBER

  • Ingeborg Orthofer
  • Lizzi Kramberger

Textauszug

WIRTIN:
Europa ist voller Geschichten. Man macht eine Gemeinschaftsreise nach Europa und macht einen Ausflug in einen Geschichtshaufen hinein. Die Geschichten liegen übereinander wie Gewandfetzen, und jede Geschichte handelt von den Verbrechen der Verbrecher, und wie man mit einem neuen Verbrechen ein altes überholen könnte. Ich mache gerne diese Gemeinschaftsgeschichtsausflüge nach Europa. Als Wirtin kennt man ja die Eigenlandverbrechen in- und auswendig, da ist ein europäisches Verbrechen eine schöne Abwechslung. Ich fahre aber auch immer wieder gerne heim in die einheimischen Verbrechen, die sind so schön üppig.

Werner Schwabs kometenhafter Aufstieg in die deutschsprachige Literatur und das Theaterleben begann mit den ersten Aufführungen jener Stücke, die dann bald unter dem Sammelnamen »Fäkaliendramen« zu einer ersten Buchausgabe (1991) zusammengestellt wurden. Die Herausgeberinnen der Werkausgabe legen hier eine revidierte Sammlung vor, in der den ›klassischen‹ »Fäkaliendramen« – Die Präsidentinnen, Übergewicht, unwichtig: Unform, Volksvernichtung und Mein Hundemund – aus guten Gründen auch Der Himmel mein Lieb meine sterbende Beute zugeordnet wird.

»Werner Schwab, ein 33jähriger Grazer, ist ein unangenehmes Talent, eine enervierende Begabung, ein wirklich spannender Autor. In seinem Wirtshaus-Drama Übergewichtig, unwichtig: Unform vernichtet er mit einem einzigen falschen Artikel den Sinn ganzer Sätze. Sein Text ist ein Wechselbad aus schiefen Bildern, grammatikalischen Verbrechen und poetischen Höhenflügen. Obwohl stellenweise von einer akuten Kakolalie halb verwüstet, ist Übergewicht, unwichtig: Unform ein früher Gipfelpunkt der österreichischen Dramatik in den neunziger Jahren und Schwab ein außergewöhnlicher Schriftsteller am Ende der Ordnung der Welt.« (Helmut Schödel im Nachwort)

Presse

»Sprachgewaltigen Stücke, die unter anderem auch Ekel transportieren und das Derbe in Perfektion zeigen, Hass, Radikalität, Absurdität und Groteske. Selten bekommt man so viel Theater wie in diesem Band geboten.« (Christopher Heil, Literaturkritik.de)

»Schwabs erste Stücke, die Fäkaliendramen, werden vielleicht einmal als seine witzigsten, volksstückhaftesten und autobiographischsten gelten.« (Falter)

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