Buchcover
Harald Miesbacher

DOSSIER extra: Werner Schwab

Die Anatomie des Schwabischen
2003
engl. Broschur , 15 x 21 cm
272 Seiten
ISBN: 9783854206293
€ 31,00

AUTOREN

  • Harald Miesbacher

BUCH ÜBER

Die literarische Karriere des Grazer Dramatikers Werner Schwab vollzog sich zu Beginn der 90er Jahre in rasendem Tempo. Zwischen 1990 und 1994 stieg Schwab, der seine Stücke gleichsam wie am laufenden Band produzierte, zum meistgespielten zeitgenössischen Bühnenautor im deutschsprachigen Raum auf. Als er in der Silvesternacht 1993, knapp ein Monat vor Erreichen seines 36. Lebensjahres, starb, umfasste sein Dramenwerk mehr als ein Dutzend Stücke. Schwab erzielte allein schon mit seiner Selbststilisierung als mitunter brachial auftretender Pop- oder Punkpoet Wirkung, den Ausschlag für seine imposante Karriere gab aber unbestritten die Radikalität seiner Stücke, und hierbei war es vor allem Schwabs besondere Sprachform, die irritierte, faszinierte und nicht zuletzt polarisierte.

Die eingehende Analyse des Schwabischen, wie das originäre Sprachidiom des Radikaldramatikers genannt wird, steht denn auch im Mittelpunkt der Studie »Die Anatomie des Schwabischen«, des Versuchs, eine Art Katalog der grammatikalischen, syntaktischen, morphologischen Auffälligkeiten, auch der lexikalischen Besonderheiten der Lingua Schwab zu erstellen. An den unzähligen sprachlichen Kuriositäten und Irregularitäten wird nachgewiesen, dass sich dahinter durchaus ein konsistentes poetisches Programm verbirgt: Sprache wird von Schwab zwar bloß als »schrottiges Material« verstanden, das er aber in einem Dekonstruktions- sowie Rekonstruktionsprozess allerdings nochmals produktiv zu machen wusste.

In weiteren Kapiteln wird eine Zusammenschau der Schwab-Rezeption im Kultur- und Feuilletonteil deutschsprachiger Zeitungen und Zeitschriften geboten sowie der momentane Stand der fachgermanistischen Schwabforschung skizziert.

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