AUTORENPORTRAIT
LITERATURVERLAG DROSCHL




© Gabi Kaiser
Hansjörg Zauner
Hansjörg Zauner, geb. am 2. 12. 1959 in Salzburg. Kindheit und Jugend in Obertraun.
Lebt in Wien und Obertraun.
Dichtung, visuelle Arbeiten, Filme (super 8), Ausstellungen, Teilnahme an Filmfestivals im In- und Ausland.

»Zauner ist mit Sicherheit ein singulärer Autor in Österreich, er schafft ein einmaliges Werk, das nicht nach links und rechts schielt. Diese Konsequenz verdient Beachtung und Anerkennung.« (Peter Landerl, Literaturhaus Wien)

»Zauner stößt am weitesten von aller heutigen Literatur in ein nicht erkundetes Begriffsgelände vor.« (Heimrad Bäcker)

»Zauner beweist, dass sprachbewußte Literatur, Komik und Engagement einander nicht ausschließen.« (ORF)

Zauner ist Wortjäger und Wortwilderer im gleichen Maße. Seine Sprachflinte ladet er mit Schrott aus Sinn, Metaphorik, Lautkörper, Klang, Schriftbild und dann wird auf Dauerfeuer gestellt und das Büchslein zum Krachen gebracht. Dabei wird Sprache nicht etwa zerstört, sondern erhöht.« (Markus Köhle)



die ofensau muss raus

Erzählungen
Erstausgabe 2005, 160 Seiten, 21x13 cm, geb.
ISBN 3-85420-681-X, € 19,00

Hansjörg Zauner ist eine Ausnahme unter den Avantgardisten seiner Zunft. Bei diesem seinem zweiten größeren Prosaband ist kein Wort, was es zu sein scheint, kein Satz ist ohne Irritation, kein Absatz ohne Rätsel.
Seine komischen Abenteuergeschichten handeln von unidentifizierbaren Helden – und wir haben manchmal den Verdacht, es sind vielleicht die Wörter – oder sie erzählen vom Dichter selbst (»bekannt wurde ich also als worteaufschlitzer. ich bin der einzige dem es gelingt worte aufzuritzen. ich bin der einzige der mit seinem gesamten körper hineinsteigen kann. so verschwinde ich auch für einige zeit«), sie erzählen von Unfällen in und mit der Sprache, wenn Sinn und Metaphorik, Lautkörper und Textgestalt in hoher Geschwindigkeit (aber auch mit Bedacht) aufeinanderprallen.

»Mit seinem neuen Buch beweist Zauner abermals, dass sprachbewußte Literatur, Komik und Engagement einander nicht ausschließen.« (ORF)

»Hier herrscht Wortfreiheit, werden Semantik und sprachliche Ordnung verbannt bzw. nach Lust und Laune herumgepfiffen. Hier wird nicht abgebildet, hier ist ein Sprachdemiurg am Werk, der keinen Feiertag und keine Grenzen kennt. Ein einzigartiges Buch, keine Frage.« (Markus Köhle, the gap)

»Zauners Text bietet dem offenen Leser schräge Ansichten, viel Wortmaterial, in dem tief geschürft und gegraben werden kann, Bruchstücke, die zum Weiterdenken anregen. Die Lektüre befreit den Leser von üblichen Lesegewohnheiten und erzeugt schöne, ungewöhnliche, inspirative Lesemomente.« (Peter Landerl, Literaturhaus Wien)

»zuallererst wahrnehmung. wovon erzählt wird und was durch die art und weise des zaunerschen sprachgebrauchs, sprachschöpfungsgebrauchs entsteht, ist eine andauernde erzählung von spannenden zuständen des wahrnehmens, vom beschreiben des wahrnehmens wie dem wahrnehmen des beschreibens, des abbildens und ausbildens, von spielmöglichkeiten, von ständiger zerlegung und neuer zusammensetzung dessen, was als alltag, als sogenannte realität erscheint.« (Herbert J. Wimmer, kolik)

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luft verkehrt stock papier

Gedichte
Mit einem Nachwort von Heimrad Bäcker
Erstausgabe 2001, 112 Seiten, 21x13 cm, geb.
ISBN 3-85420-581-3, € 18,00

In Hansjörg Zauners Gedichten fallen blitzhaft alle Sinne, Wahrnehmungen und Wörter zusammen. Der Dichter ist Schöpfer und Geschöpf zugleich, wenn die eingeübten Verbindungen aufgelöst und neue, überraschende und mitunter zutiefst komische Beziehungen zwischen den Gegenständen und Vorgängen der Umwelt hergestellt werden. Oder, wie Heimrad Bäcker es in seinem Nachwort zum Buch formuliert: »Zauner schlitzt die prallen Begriffssäcke auf und füllt neue Partikel nach, gibt allem eine Wendung ins Unwahrscheinliche, das dennoch […] plausibel ist: ›doppelbelichtung‹ von Wortrand zu Wortrand. Er stößt am weitesten aller heutigen Literatur in ein nicht erkundetes Begriffsgelände vor, er insistiert darauf, daß ein Autor diese Arbeit machen muß, damit Literatur nicht zu Brei wird (den man löffelt).«

Besonders die sinnlichen und sinnesfreudigen Verrichtungen, Themen und Objekte geraten vor den Zaunerschen Sprachblick und werden dort in wunderbaren und wundersamen Synästhesien und Wortzusammensetzungen modelliert. Aus dieser Perspektive blitzt uns die Welt als ein permanenter Ausnahmezustand des dichterischen Umgangs mit ihr an. Denn warum sollten wir nicht, wenn wir dies vielleicht wünschen, »eine tafel schokolade im körper einer gans« sein können oder »einem verschwimmenden gebratenen herz« hinterherblicken?

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JOLLY

Erstausgabe 1988, 120 Seiten, geb.
ISBN3-85420-522-8, € 15,50

Zauners Prosa setzt die Wahrnehmung der Außenwelt innerhalb der eigenen Schädeldecke an: was so ensteht, ist eine sprachliche Synthese von Fotografie, Film, akustischen und optischen Phänomenen, bildender Kunst und Sprachkunst.
Innerhalb einer solchen selbst-geschaffenen Sprachwirklichkeit erweist sich das Text-Ich mit zunehmender Objektverwechslung als einsam und mitunter melancholisch.

»In seinen eleganten, verblüffenden, schrägen, manchmal geradezu erhebenden, um nicht zu sagen berauschenden Varianten ... bringt Zauner Chaos und Ordnung zusammen und entwirft eine phantastisch schillernde Sprachwelt, die der Ausschmückung keines einzigen Adjektives bedarf ... Er holt die Sprache aus dem Gefrierfach (womit wir wieder beim ›Jolly‹ wären), heraus in einen Raum, in dem sie ihr Aroma wiederfindet, ihren Duft, die Kopfnote statt der Fußnote, auch wenn sie sich damit dem Prozeß der Veränderung, konsequent auch der Vergänglichkeit aussetzt. Selten wurde Sprache dermaßen organisch aufgefaßt und dargestellt wie im Driften der Textzellen Zauners.« (Petra Nachbaur)

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laermleinen vor huefte gekehlt

Gedichte
Erstausgabe 1995, 104 Seiten, Broschur
ISBN 3-85420-397-7, € 14,00

Hansjörg Zauner projiziert in seinen Gedichten innere Wahrnehmung auf eine Sprachfläche, deren Stabilität nach alltagssprachlicher Bedeutung konsequent einem »Sprechen in Silben« weicht. Unerwartete Brüche, was zum Beispiel den Anschluß eines Verses an den anderen angeht, verbinden sich mit einem durchgängigen Muster der Intonation, dessen rhythmische Gesetzmäßigkeit immer wieder unterlaufen wird. An diesen Stellen blitzt dann als Sediment der Alltagssprache das, was wir gewohnt sind, an Gedichten wahrzunehmen, in die Texte hinein: subjektives Bekenntnis über die Vorgänge im Verfasser, nicht aber als eine Farbe bekennende Dichtung der Innerlichkeit, sondern als indifferente Gleichgewichtung von Empfindung, Ausdruck, Erinnerung und Produktion. Wenn Zauner das »Sprachlot« anlegt, ist es so, als ob es keine, oder nur eine sehr unbestimmbare, Schwerkraft gäbe.

»Diese Sprachmaschinerie erzeugt einen Sog, der den Leser hineinzieht in die kleinen Einheiten, ihn feinfühliger macht und ihm neue Genüsse eröffnet.« (Wolfgang Straub in der Wiener Zeitung)

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zerschneiden das sprechen

Erstausgabe 1988, 50 Seiten, Broschur
ISBN 3-85420-277-6, € 9,50

Diesen Gedichten liegen jeweils nur einige wenige Ausgangsworte zugrunde, die dann einer Bearbeitung mittels eines gleichbleibenden Repertoires an Präfixen und zusätzlichen weiteren Operationen unterzogen werden.

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Stand vom 10. 2. 2006