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Droschl widmet sich ausschließlich und mit
bemerkenswerter Kontinuität der Gegenwartsliteratur,
deutsch- und fremdsprachigen Autoren gleichermaßen.
Die ersten Titel erschienen 1978 (Kunstbücher von Giuseppe Zigaina und
Adolf Frohner), nachdem es Droschl schon seit mehreren Jahren als Galerie
und Buchhandlung gegeben hatte.
Schon sehr früh war es klar, dass von den
vielen Schreibweisen besonders die Tradition der
Aufsässigen, der formalen Erneuerer und Traditionsbrecher
einen Publikationsort gefunden haben würde.
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Die ersten Bücher in den 80-er
Jahren – von Autoren wie Michael
Donhauser, Antonio Fian, Eleonore Frey, Ingram Hartinger oder
Peter Waterhouse – errangen
durchwegs die Aufmerksamkeit der Kritiker, literarische Preise und
Auszeichnungen. Der Siegeszug von Werner Schwab begann
1992 mit den Stücken in seinem
Erstlingsband Fäkaliendramen. Eine Auswahl der literarischen Preise:
1988 ging der 3sat-Preis des Bachmann-Preises an anselm glück; Klaus
Händl erhielt 1994 sowohl den Rauriser Literaturpreis als auch den Robert
Walser Preis für sein Debüt; 1997 erhielt Gundi Feyrer den Preis
des Landes Kärnten beim Ingeborg Bachmann Wettbewerb; 1999 wurde Bettina
Balàka mit dem Meta-Merz-Preis und dem Ö1-Essay-Preis ausgezeichnet;
die erste Trägerin des Holfeld-Tunzer-Preises war 2001 Sissi Tax, Bodo
Hell wurde 1991 der Erich-Fried-Preis, 2003 der Preis der Literaturhäuser
und 2006 der Telekom-Preis des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs verliehen;
Thomas Stangl erhielt für sein Debüt 2004 den aspekte-Preis, Monique
Schwitter den Robert Walser Preis 2005, Rosa Pock den Italo-Svevo-Preis und
Alfred Kolleritsch
den Horst-Bienek-Preis.
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Das risikofreudige Publizieren von
Erstveröffentlichungen setzen wir
bis heute fort: Debütbände von Bettina Balàka, Helga Glantschnig,
Lydia Mischkulnig, Rosa Pock, Sissi Tax, Matthias Göritz, Ingeborg Horn,
Almut Tina Schmidt, Ronald Pohl, Anna Kim, Clarissa Stadler, Jürgen Lagger,
Thomas Stangl und Monique Schwitter erschienen.
Neben den jüngeren Autoren
stehen die bereits anerkannten älteren,
die im Droschl-Programm mit Werkausgaben vertreten sind, Autoren,
deren Bedeutung von Kritik, Literaturwissenschaft und Preisgebern
untermauert wurde: Wilhelm
Muster, Alfred Kolleritsch, Wolfgang Bauer, Reinhard P. Gruber …
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Ein zweiter Schwerpunkt der Droschl-Aktivitäten
sind die Übersetzungen.
Der erste Titel erschien 1986: Frisbees, zweisprachige Gedichte von
Giulia Niccolai; seitdem erschienen die modernen Klassiker Miguel
de Unamuno, Victor Segalen, Henri Michaux, Julien Gracq, Michel Butor, Roger
Caillois,
Michel Leiris, Paul Bowles, Basil Bunting und Robert Creeley
sowie die beiden Marokkaner Mohammed Mrabet und Larbi Layachi. Für seine
Michaux-Übersetzungen
erhielt Dieter Hornig den Aristeion-Preis der Europäischen Union.
Ein besonderes Nahverhältnis haben wir zur Literatur unserer östlichen
Nachbarländer: wir publizierten Bücher von Tomaz alamun,
Tadeusz Rozewicz und Ewa Lipska, von Bohumila Grögerová und Josef
Hiral, von Endre Kukorelly und Deszö Tandori, von Irena Vrkljan
und Dragana Tomaevic.
Viele Autoren wurden mit ihren Droschl-Veröffentlichungen dem deutschsprachigen
Publikum zum ersten Mal vorgestellt, z.B. Andrea Zanzotto, Marina Palej,
Maja Vidmar, César Aira, Rada Ivekovic, Ferenc Szijj, László Garaczi,
Tobias Wolff, Oksana Sabuschko und der Koreaner Yisang.
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1992 wurde Heimrad Bäckers Verlag edition
neue texte übernommen.
In ihr waren kompromisslose Entwürfe einer neuen Art von Literatur in
einem konsistenten Programm gesammelt: ein Verlagsprogramm, das die
von rigoroser Sprachreflexion wie von striktem Materialbezug gleichermaßen
bestimmten Stränge der Moderne weiterentwickelte und so eine kontinuierliche
Brücke
zwischen den ›älteren‹ Autoren etwa der Wiener Gruppe und
den nachfolgenden Generationen ermöglichte – ein verdientes Forum ›experimenteller‹,
sprachkritischer Schriftsteller wie Franz Josef Czernin, Elfriede
Czurda, Andreas Okopenko, Reinhard Priessnitz, Gerhard Rühm, Ferdinand
Schmatz, Dominik Steiger oder Hansjörg Zauner; Elfriede Gerstl wurde
1999 für
ihr Werk sowohl mit dem Trakl-Preis als auch mit dem Erich-Fried-Preis
ausgezeichnet, und Heimrad Bäckers Lebenswerk wurde Ende 2002 in einer
umfassenden Ausstellung in der Landesgalerie in Linz gewürdigt.
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Seit der Gründung des Verlags
sind mehrere Reihen gestartet worden, von denen zwei
besonders erfolgreich sind:
Die DOSSIER-Reihe, deren Bände je einer führenden Persönlichkeit
des österreichischen Literaturlebens gewidmet sind. |
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Und die ESSAY-Reihe, die in kleinen
und handlichen Bändchen den literarischen
Essay in seinen unterschiedlichsten Erscheinungsweisen als Kunstform
präsentiert.
Hier sind, immer in Erstausgaben, Texte von so herausragenden und
unverwechselbaren Autoren erschienen wie Dorothea
Dieckmann, Franzobel, William Gass, Boris
Groys, Hans-Jürgen Heinrichs, Felix Philipp Ingold, Birgit Kempker, Brigitte
Kronauer, Miodrag Pavlovic, Ilma Rakusa, Kathrin Röggla, Julian Schutting,
Yoko Tawada, Paul Wühr und anderen. |
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Mit dem Droschl-Programm möchten
wir neugierige Leser und Leserinnen ansprechen, die etwas
entdecken möchten, Wortfixierte, deren große
Liebe der Sprache gehört, den Sprachen, den zahllosen
verschiedenen Sprechweisen.
Dieses Programm – das auch die Nationalbibliothek in Wien mit dem Ankauf
des Archivs der ersten beiden Verlagsjahrzehnte würdigte – war das
unformulierte Credo des Verlagsgründers Maximilian Droschl, der das Unternehmen
mit bemerkenswerter Kontinuität die ersten 25 Jahre lang führte, und
mit demselben Bekenntnis übernahm auch seine Nachfolgerin Annette Knoch,
Max Droschls Tochter, im Mai 2003 die Geschicke des Verlages. |
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Andere über uns
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»Was macht einen stilprägenden Verleger aus? Er macht Bücher,
die ihm wichtig sind, von denen er weiß, dass sie über den Tag hinaus
von Belang sein werden. Er setzt sein Programm nicht den trügerischen Verlockungen
des Marktes aus, sondern macht sein Gespür für die Literatur im Aufbruch,
für die vorsichtigen Verschiebungen im so starr wirkenden Gebirgsmassiv
der gegenwärtigen Kultur zur Richtschnur seines Handelns. Und so etwas kann
gut gehen? So etwas kann gut gehen, sonst würde der Droschl Verlag in Graz
nicht seit 25 Jahren die Literaturszene aufmischen.« (Anton Thuswaldner)
»Der Droschl-Verlag zeigt uns immer wieder aufs Neue, dass Literatur, die
für schwierig gilt, nicht langweilig zu sein braucht. Die Texte, die er
von berühmten oder auch gänzlich unbekannten Autoren veröffentlicht,
sind immer Entdeckungen, die beweisen, dass es zwischen St. Petersburg, Graz,
Zürich noch allerhand Geistreiches gibt, das wir vorher nicht kannten.« (Thomas
Steinfeld, SZ)
»Mit den Droschl-Büchern geht es mir eigentlich immer gleich: Ich
nehme sie gerne in die Hand, weil sie so schön gemacht sind, und wenn ich
sie dann aufschlage und in ihnen lese, entführen sie mich in Welten, die
neu und aufregend sind für mich.« (Franziska Hirsbrunner, Schweizer
Radio DRS2)
»wie ein uhrturm steht er in der deutschsprachigen verlagslandschaft und
zeigt an, wieviel es geschlagen hat – stets empfänglich für das
zeitgenössische, unbeirrt durchs zeitgeistige. und mit einem respekt gegenüber
dem regionalen, der dessen verwechslung mit dem provinziellen verhindert.« (Klaus
Nüchtern, Falter)

»Egal woher der literarische Zeitgeist wehte: Droschl hat stets auf
eine dezidierte Moderne gesetzt und bewiesen, dass eine progressive Universalpoesie einen
einzelnen Verlagsnamen tragen kann.« (Andreas Breitenstein,
NZZ)
»Es gibt viele Gründe, warum ich den Droschl-Verlag schätze:
wegen seines Verlegers, wegen seines Lektors und vor allem wegen der vielen,
sich dem mainstream verweigernden Autoren, die sie in den letzten 25 Jahren publiziert
haben. Der wichtigste unter den vielen Gründen ist jedoch, dass Max Droschl
und Rainer Götz mit großer Leidenschaft, Treue, Geduld und Sorgfalt
einen meiner Lieblingsautoren verlegen: den Schriftsteller und Maler Anselm Glück!
Die Bücher, die ich von ihm besitze – fast alle mit Widmungen und
kleinen Zeichnungen – gehören zu den kostbarsten und unentbehrlichsten
in meiner Bibliothek.«
(Norbert Wehr, Schreibheft)
»Droschl: Für die österreichische
Literatur nicht weniger als VOLLKOMMEN UNVERZICHTBAR.« (Cornelia
Niedermeier, Der Standard)
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»Exquisite Qualität, sorgfältige
Herstellung der Bücher – ich staune
immer wieder. Also, wenn dieser Verlag in
Deutschland angesiedelt wäre, müssten
wir nicht mehr so neidisch auf die Steiermark
blicken!« (Jörg
Drews)

»Der Literaturverlag Droschl verkörpert
für mich die beste Tradition der neuen sprachanalytischen
und sprachkritischen österreichischen Literatur.
Gott sei Dank schwappte der Verlag immer über
seine Ränder/Grenzen und zog vieles von dem
in seinen Sog, was in Europa Avantgarde war, ist,
oder diese theoretisch begleitete. Insofern ist
der Droschlverlag unmodisch altmodisch. Und das
in einer Zeit, in der sich unser Leben auf der
Folie von Krieg, Zerstörung und Selbstzerstörung in
Smalltalk-Unterhaltungsorgien erschöpft und
die verbleibenden konzernfreien Verlage ihre Fluchtpunkte
in Katzenbüchern und billigen Krimireihen
suchen (müssen?). Ich lese Droschl.« (Wend
Kässens, NDR)
»Wer wissen will, wohin sich die österreichische
Literatur bewegt, wird an der Grazer Alberstrasse
nicht herumkommen.« (Harald
Klauhs, Die Presse)
»Die Qualität von Droschl liegt für
mich darin, dass er genau die Bücher macht,
die anderen Verlagen zu riskant, zu avantgardistisch,
zu schräg sind.« (Doris
Glaser, ORF Hörfunk)
»Vorbildlich ist er, ein Verlag, der mit
großer Konsequenz die moderne Literatur
pflegt, namentlich die französische, aber
auch die tschechischen, ungarischen, slowenischen
und kroatischen Nachbarliteraturen, ohne je die
Erdung zu verlieren, den Kontakt zum literarischen
Leben ringsum, zur einheimischen Gegenwartsliteratur.
Die österreichische Literatur, wie sie sich
durch die Brille des Droschl Verlags darstellt,
ist unter den deutschsprachigen Literaturen die
einzige, die an den ästhetischen Positionen
der Moderne festhält und ihre Denk- und Formtraditionen
fortsetzt. Kein Wunder, dass der Droschl Verlag
eine inzwischen stattliche Essay-Reihe im Programm
hat, poetologische, auch literarhistorische Texte,
die modellhaft zeitgenössische Literaturtheorie
vorstellen.« (Sibylle
Cramer)

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