AUTORENPORTRAIT
LITERATURVERLAG DROSCHL



Miguel de Unamuno

Miguel de Unamuno, einer der großen Schriftsteller Spaniens, wurde 1864 in Bilbão geboren. Er studierte Philosophie und Literatur in Madrid, wurde Professor für Griechisch und später (1901 bis 1914) Rektor der Universität von Salamanca. 1924 wurde er von den Faschisten nach Fuerteventura verbannt. Nach seiner baldigen Amnestie verbrachte er einige Jahre im freiwilligen Exil in Frankreich, kehrte 1930 wieder nach Spanien zurück, war dann erneut Rektor in Salamanca und starb dort vereinsamt am 31. Dezember 1936.
Im deutschsprachigen Raum war Unamuno, nach einer gewissen Berühmtheit in den 20er Jahren (seine Gesammelten Werke erlebten immerhin drei Auflagen), wieder so gut wie vergessen, seit einigen vereinzelten Neu-Übersetzungen in den 80er-Jahren höchstens ein Geheimtip für Eingeweihte.

Werke: Besonders einflußreich wurden seine großen Essaywerke Vida de Don Quijote y Sancho (1905) und Das tragische Lebensgefühl (1913). Daneben schrieb er auch Gedichte und Theaterstücke, erst in den letzten Jahren wurden im deutschsprachigen Raum auch seine Romane und Erzählungen entdeckt.

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Unamuno, »der liebenswerte Exzentriker« (FAZ), »der verschrobene Weise« (DIE ZEIT), »ist eine Herausforderung, die auch sechzig Jahre nach seinem Tod nichts von ihrer Radikalität verloren hat, ein Autor, der sich Auseinandersetzung und Widerspruch geradezu verdient hat, will man ihm in seiner Heterodoxie gerecht werden, aber auch ein Autor, der nach wie vor und immer wieder mit großem Genuß zu lesen ist.« (Erna Pfeiffer)

 

Wie man einen Roman macht
Aus dem Spanischen übersetzt von Erna Pfeiffer

Essay 42, ca.140 Seiten, französische Broschur
ISBN 3-85420-545-7, € 11,50-

Eine einzigartige Mischform aus Autobiographie, Tagebuch, Dialog und Reflexion über das Wesen von Literatur und realer Biographie.

Die Entstehungsgeschichte dieses postmodern anmutenden Textes ist einigermaßen komplex: Der 61jährige Miguel de Unamuno schrieb 1925 im selbstgewählten Exil in Paris eine Erzählung namens Wie man einen Roman macht, die er aber wegen der herrschenden Militärzensur nicht in Spanien veröffentlichen wollte, sondern 1926 in der Übersetzung von Jean Cassou in der Zeitschrift ›Mercure de France‹ publizierte, eingeleitet von einem Unamuno-Portrait aus der Feder Cassous. Zwei Jahre später denkt er doch an eine spanische Ausgabe (die dann auch 1927 erscheint, allerdings in Argentinien), die nun allerdings mehrfach gebrochen ist: mehr als die Hälfte des Buches besteht aus einem neuen Vorwort, dem erwähnten Portrait Unamunos und seinem Kommentar zu diesem Portrait, und der Text selbst ist nicht die Originalfassung, sondern Unamunos Rückübersetzung der französischen Fassung.
Der ursprüngliche Essay aus den bitteren Jahren der Verbannung wird so zu einer einzigartigen Mischform aus Autobiographie, Tagebuch, Dialog und Reflexion über das Wesen von Literatur und realer Biographie.

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Plädoyer des Müßiggangs Essays.
Ausgewählt und aus dem Spanischen übersetzt von Erna Pfeiffer

Essay 31, 60 Seiten, französische Broschur
ISBN 3-85420-442-6, € 11,50-

Eine Auswahl von Betrachtungen, Dialogen und Polemiken, »vorzüglich geeignet zur ersten Begegnung mit einem eigenwilligen Geist« (DIE ZEIT), »veranschaulichen aufs schönste Unamunos Kunst der Arabeske und seine Fähigkeit, gedanklich Haken zu schlagen« (FAZ).

Die von Erna Pfeiffer zusammengestellte kleine Auswahl aus Unamunos essayistischem Werk stellt einen allzeit unzeitgemäßen Dichter, Schriftsteller und ›hombre público‹ vor. Die Essays stammen aus den Jahren 1908 bis 1916 und zeigen den als ›intellektuell überfrachtet‹ geltenden Autor als Träumer und Spaziergänger, der seinem Hang zur streitbaren Polemik nur selten nachgibt, wie z. B. in dem Essay »Die Pflicht und die Pflichten«, wo er nahezu wütend mit Tugenden wie Dogmatismus, Intoleranz und blindem Gehorsam aufräumt.

»Es kann gar nicht genug Plädoyers geben wie die des verschrobenen Weisen Miguel de Unamuno.«
(Andreas Nentwich in DIE ZEIT)

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Bei meinem letzten Aufenthalt in Portugal, zur heißesten Tageszeit, als sich die Trägheit meines Körpers und meiner Seele bemächtigte, vertrieb ich mir die Zeit damit, aufs Bett hingestreckt langsam Lord Byron zu lesen. Von Zeit zu Zeit ließ ich das Buch sinken, um … nachzudenken?, nein, um mir allerhand Luftschlösser zusammenzuphantasieren.

Zuweilen raffte ich mich dazu auf, an den Balkon zu treten, um einen Augenblick lang das Meer zu betrachten, das da träge am Strand ausgestreckt lag. Und das Gluckern des Ozeans, vermischt mit den Echos von Lord Byron, der diesen so sehr geliebt hatte, half mir, weiterhin Dinge ohne festen Umriß und Substanz zusammenzuphantasieren. In meinem Geist herrschte eine poetische, das heißt aber: schöpferische Situation, welche die Trägheit hervorruft. Denn der Dichter ist zuallererst ein Faulenzer, ein Nichtstuer, und das sage ich zum Lob des Poeten.

Will ich etwa ein Loblied auf die Faulenzerei anstimmen, ich, der ich als arbeitsamer und aktiver Mensch gelte? Ja, ich möchte – zumindest teilweise – ein Loblied aufs Nichtstun singen; ich will euch sagen, daß der Müßiggänger einer der aktivsten Menschen ist.

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Selbstgespräche und Konversationen
Essays, ausgewählt und aus dem Spanischen übersetzt von Erna Pfeiffer

253 Seiten, französische Broschur
ISBN 3-85420-453-1, € 19,00-

»Der einst Spaniens Linken wie Rechten unbequeme Miguel de Unamuno findet wieder die gebührende Beachtung.« (Die Furche)

»Eine Kollektion ausgesuchter Schätze« (Thomas Ballhausen)

Der schmalen Auswahl Plädoyer des Müßiggangs folgt erstmals eine größere Sammlung an Essays, die das so quer gegen alle Ideologien liegende Denken von Miguel de Unamuno repräsentativer vorstellt. Erna Pfeiffer hat für diesen Band hauptsächlich Texte über Spanien und die Spanier, über das Reisen und das Schreiben ausgesucht.

Wer in dem derzeit neu aufflammenden Interesse an diesem spanischen Schriftsteller insbesondere den Polemiker, den engagierten Bürger und immer eigenständigen Intellektuellen Unamuno kennenlernen möchte, der findet in Selbstgespräche und Konversationen eine Fülle von unkonventionellem, klugem – und hervorragend übersetztem – Material.

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Stand vom 1. 1. 2002