AUTORENPORTRAIT
LITERATURVERLAG DROSCHL




© Maria Papadimitriou
Sissi Tax

»In den Prosatexten von Sissi Tax verschränkt sich auf verblüffende Weise, was als unkompatibel gilt: die reine Lust am Text und die gemischte Lust am Selbst. Schreiben ist für sie die sprachliche Probe aufs Exempel des eigenen Lebens. Der Alltag, die Erfahrungen, der Körper, die Gefühle …, eingelassen in die poetische Logik einer sich selbst sprechenden Sprache.« (Ursula Keller)

Sissi Tax, geboren 1954 in Köflach, promovierte nach dem Studium der Germanistik und Pädagogik mit einer Arbeit über Marieluise Fleißer. In den Siebziger Jahren war Sissi Tax redaktionelle Mitarbeiterin der österreichischen Literaturzeitschrift »manuskripte«, später arbeitete sie auch als Herausgeberin und Übersetzerin.

Sie veröffentlichte 1984 Marieluise Fleißer: Schreiben, Überleben. Ein biographischer Versuch, gab gemeinsam mit Alfred Kolleritsch eine Auswahl aus den ersten 20 Jahren der Zeitschrift »manuskripte« heraus (1980), übersetzte, zusammen mit Oskar Pastior, ein Buch von Gertrude Stein, Ein Buch mit da hat der Topf ein Loch am Ende eine Liebesgeschichte, 1987 und veröffentlichte die beiden Prosabände manchmal immer (1995) und je nachdem (2001). Seit 1982 lebt Sissi Tax in Berlin.
Für manchmal immer erhielt Sissi Tax 2001 den erstmals vergebenen Holfeld-Tunzer-Preis.




Je nachdem

2001, 68 Seiten, gebunden, ISBN 3-85420-571-6, € 15,50

Sissi Tax gerät in ihren Erörterungen existentieller Fragen grundsätzlich vom hundertsten ins tausendste und schreibt sich in Strudel und Wirbel hinein, daß dem Leser Sehen und Hören vergeht – je nachdem. Gewiß ist das alles sehr witzig (»was aber auch nicht lustig ist«), andererseits sind die Prosastücke von Sissi Tax aber bewegend wie richtige Romane.

Das Unübersetzbare, das Idiomatische, das Unverwechselbare jeder eigenen Sprache (in diesem Fall auch des Deutschen und des Österreichischen) hat es der Autorin angetan – und was ihr da angetan wurde, das zahlt sie der Literatur mit Sprachspiel und nie versiegendem Witz zurück.

Sissi Tax hat »Texte versammelt, die über alle Halbwertszeiten und Verfallsdaten hinaus bestehen werden – zumindest solange es Menschen gibt, die Freude daran haben, lesend ihren Verstand zu schärfen, ihr Denken zu erproben, sich von Logik ins Chaos hindurchzuarbeiten und wieder zurück.« (Bettina Balàka, Die Presse)

»ein fulminantes Wortspiel mit ersten und letzten Fragen« (Sylvia Hess, Aargauer Zeitung)

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manchmal immer

1995, 78 Seiten, gebunden, ISBN 3-85420-401-9, € 14.-

manchmal immer ist eine Sammlung von autobiographischen Lügen und, wie schon der Titel sagt, Schwindelanfällen. Leichte, witzige Kampfspiele zwischen dem Ernst der Sprache und dem Ernst des Lebens.

»Warum ist in dieser Prosa eine Autorin am Werk, eine, die Lust am Experiment empfindet und dieses nicht als Selbstzweck empfindet, sondern damit sogleich ihr eigenes Leben auf die Probe stellt? Experimentelles Schreiben als existentielle Selbstverstörung – wo hat man so etwas schon einmal gelesen?« (Salzburger Nachrichten)

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Stand vom 10. 3. 2003