AUTORENPORTRAIT
LITERATURVERLAG DROSCHL




© Peter Rigaud



Clarissa Stadler, geboren 1966 in Wien, abgeschlossenes Wirtschaftsstudium (1993), seit 1990 Texte und Beiträge für ›Falter‹ und ›Der Standard‹.

1989 freie Mitarbeit in der ORF-Radiosendung ›Musicbox‹, von 1997 bis 2005 bei ORF/Fernsehen. 2005 erschien Stadlers literarisches Debüt N.


Clarissa Stadler
N.
Eine kleine Utopie


Ein genauer, atmosphärischer Text, der sich um etwas sehr Schwieriges bemüht:
das Unaussprechliche unserer unmittelbaren Gegenwart einzufangen.

»Clarissa Stadlers literarisches Debüt besticht durch eine nüchterne, schnörkellose Sprache. Kurze, scharf geschnittene Szenen und Dialoge erzeugen eine endzeitliche Stimmung aus Melancholie und Fatalismus (…) Ein starkes Stüch Literatur.« (Joachim Scholl, Deutschlandradio)

»Die Tristesse und der Ennui heutiger Großstadtmenschen, die latente, kaum fassbare Gewalt, das hedonistische Lebensgefühl im Schatten von Terrorismus und Zukunftslosigkeit … ein interessantes Debüt« (Ulrich Rüdenauer, Frankfurter Rundschau)

»N. ist eine der markantesten Figuren, die in jüngerer Zeit in die österreichische Literaturlandschaft gestellt wurde.
Dies ist, ganz entschieden, ein Buch prägnantester sprachlicher Intensität.« (Werner Krause, Kleine Zeitung)

»Ein waches Talent« (Paul Jandl, NZZ)

»Diese Sätze sind Lichtblicke, die wie Lichtblitze daherkommen.« (Wolfgang Huber-Lang, APA)

»Clarissa Stadler hat für ihre präzisen Beobachtungen der Innen- und Außenwelten, der Stadt, ihrer Szenen und Menschen
eine lakonische, geschliffene und poetische Sprache gefunden, ob sie den Schnee, ein altmodisches Dessous-Geschäft
oder eine Generation, ihre Generation beschreibt. (…) Hier lässt eine sensible, kluge Autorin aufhorchen,
die Mut hat und sogar Humor.« (Anita Pollak, Kurier)

»Das Einzige, was mir nicht gefällt an diesem Buch: es ist zu kurz! Ich hätte gerne noch ein paar Stunden weitergelesen!
So einfach, fast minimalistisch geschrieben, kommt ohne große Handlung aus, steckt aber voller Details, die das Lesen wirklich zum
Genuß machen.« (Bernd-Uwe Gutknecht, Bayern 3)

»Clarissa Stadler ist ein Buch gelungen, das gegen die innere Leere anschreibt, ein Text, der den Leser zum Nachdenken anregt (…) eine Diagnose der Jetztzeit und ein präziser Blick unter die Oberfläche.« (Manfred Kronsteiner, Ö1)

»Ein kurzer Roman, der vieles zugleich ist: der Versuch einer Bestandsaufnahme von Gegenwartsphänomenen,
Wiener Stadt- und Szeneerkundung, dazu Liebesgeschichte sowie Zukunftsphantasie … ein aufsehenerregendes
literarisches Debüt« (Wolfgang Paterno, profil)

»Clarissa Stadler benützt ihren Helden, um die Großstadt der Gegenwart im Prismenblick des Flaneurs zu erfassen (…) Mit N. hat die Autorin einen wienerischen Beitrag zu einem Thema geliefert, das die deutschsprachige Literatur von Terézia Mora bis Wilhelm Genazino zur Zeit zu beherrschen scheint: der schwache Held, getarnt als einsamer Wolf, der Müßiggänger ohne innere Mitte« (Daniela Strigl, ex libris)

»Eine leise, treffsichere Gegenwartsbeschreibung« (Irmgard Schmidmaier, dpa)

»Heiter, tragisch, schön.« (Nicole Hille-Priebe, Neue Westfälische)

»Genau beobachtet und gnadenlos analysiert« (Verena Langegger, Life Radio)

»ein eindrucksvolles literarisches Debüt … In kurzen Kapiteln und knappen, präzisen Sätzen zeichnet Clarissa Stadler das Bild einer Gesellschaft, unter deren glatter Oberfläche langsam Unheil und Bedrohung spürbar werden … Das Ende ist furios.« (Barbara Belic, ORF)

»Ambitioniert und intelligent« (Anton Thuswaldner, Salzburger Nachrichten)

»Ich frag' mich, woher sie weiß, wie das ist, was in Männern so an kleinen Absurditäten vorgeht. Natürlich kann man sich das von Freunden erzählen lassen, oder nachempfinden und nachahmen. Aber eine derart lebensechte Beschreibung der Innenwelt des männlichen urbanen österreichischen antriebslosen Halb-Intellektuellen – ich fühl' mich, selbst wenn ich nur zu 80% in diese Gruppe passe, ertappt. Bravo« (ORF fm4, Blumenau)





Ein Winter in der Stadt. – N. ist einer, der sich treiben lässt. Weil es sich so ergeben hat. Zwischen fadenscheinigen Parties und dem nächsten Espresso bleibt manchmal der Geruch einer Frau. Sein Freund Paul ist Künstler und träumt von Revolution, den größten Freiheitskampf führt er gegen seine Kontaktlinsen. Mitten in N.'s Großstadttrance platzt Xenia; sich ihrer Unberechenbarkeit auszuliefern, scheint ihm das letzte große Abenteuer. Außer dem Üblichen passiert nicht viel, nur »über den Häusern ist ein Hubschrauber zu hören. Das Knattern pflanzt sich als Druckwelle eines Unglücks fort, das aus der Ferne vage bleibt.« In ihrem beeindruckenden Debut zeichnet Clarissa Stadler eine Welt, unter deren leicht zu entsorgender Oberfläche – Vernissagen, Bars, Shopping – verstörende Prozesse am Werk sind.
In diesem Prosastück tritt auf spannende Weise zutage, was sonst unsichtbar bleibt (wenn wir uns zu sehr auf Geschichten und Erzählungen konzentrieren, in denen ja nur unsere Wahrnehmung verklumpt): Idealismus, Lethargie, Gewalt.
Was in dieser Erzählung zur Sprache kommt, sind nur die Geräusche aus der näheren und weiteren Ferne. Aber der Boden, auf dem wir uns bewegen, schwankt – in den schnellen, kurzen Kapiteln steigern sich, in einer Abfolge kompakter, verdichteter Momente, allmählich, Unsicherheit und Bedrohung.




Clarissa Stadler
N.
Eine kleine Utopie

104 Seiten
21 x 13 cm, gebunden
ISBN 3-85420-678-X
€ 16.-

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Stand vom 10. 2. 2006