Literaturverlag Droschl
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Unser nächstes Programm im Frühjahr 2012

      Tor Ulven Dunkelheit am Ende des Tunnels
Geschichten, 136 Seiten
Tor Ulven gilt als einer der bedeutendsten Dichter in der norwegischen Nachkriegsliteratur. In den 80er und frühen 90er Jahren, mitten in der Zeit der New Economy und der boomenden Pop-Literatur, schrieb er seine finsteren Bücher, die mit manchmal beißendem Sarkasmus von Vergeblichkeit und Lebensunlust künden. Es sind Endspiele, und in der Tat tritt die Welt von Samuel Beckett, seine Lakonie, sein Witz, seine zunehmende Reduktion, auch in Tor Ulvens Werken zutage. Eine literarische Entdeckung ersten Ranges!
     
      Stephan Groetzner Die Kuh in meinem Kopf
136 Seiten
Auf Minimalgröße kondensierte Romane, in denen nichts so komisch ist wie das Scheitern. Wissenschaftssatire? Oder doch Alltagsphilosophie? Böser Spott oder doch liebevolle Ironie? Groetzners Texte sind, ob sie sich nun Nihilisten am Rande des Nichts annehmen, Schollenhubers kleinem weißen Pudel, Marx in den Händen von Semiologen, arbeitslosen Dichtern und Denkern beim Bier, Blumengießen mit Ernst Bloch oder dem »Schwammerl-quartett« à la Schubert: vielschichtig und doppelbödig, zeugen sie von einem unverwechselbar komischen Talent.
     
      Thomas Stangl Reisen und Gespenster
Essays, Reden und Erzählungen, 240 Seiten
Eine Sammlung mit tatsächlich meisterhaften Aufsätzen und essayistischer Prosa, angefangen von einer der ersten Veröffentlichungen Stangls, einem Bericht über eine Reise nach Mexiko, auf den Spuren von Antonin Artaud, bis zu jüngsten, bislang unveröffentlichten semifiktionalen Tagebucheintragungen. Thomas Stangl gibt in diesem Band Einblick in seine Werkstatt und gleichzeitig Auskunft über die Literatur. Es geht um Landschaften, um Filme und Bilder, um Songs und Bücher, und um Ausnahmezustände wie Reisen oder Krankheit, für die diese Halbwachzustände des Geistes, dieses Wegdriften und gleichzeitig Sich-Öffnen der Aufmerksamkeit so bestimmend sind, die wir auch in den zentralen Passagen seiner Romane finden.
     
      Oksana Sabuschko Planet Wermut
Essays, 168 Seiten
Die UKRAINE, das ist für den durchschnittlich gebildeten Mitteleuropäer: Tschernobyl, das ist einer der Austragungsorte der Fußballeuropameisterschaft 2012, das ist der Holodomor, eine der größten Hungerkatastrophen des 20. Jahrhunderts, das ist der schon zwanzig Jahre dauernde schwierige Weg zur nationalen Selbstfindung, und das ist Oksana Sabuschko, die wütendste und leidenschaftlichste epische Stimme dieses Landes. In ihren Essays wird sie nicht müde, die verkommene Moral der herrschenden Klasse anzuprangern und deren Wurzeln in den Geschichtsmythen des Landes offenzulegen.
     
      Ilse Helbich Grenzland Zwischenland
Erkundungen, 128 Seiten
Berichte einer furchtlosen und stilsicheren Reisenden aus dem unbekannten Land des hohen Alters: Unnachahmlich ist die innere Heiterkeit dieser Aufzeichnungen, eine Gelassenheit und eine ruhige, wache Neugier, die alle Texte von Ilse Helbich charakterisie-ren und an buddhistische Weltsicht denken lassen. Egal, ob sie von einem Arztbesuch spricht, von einer Reise ans Meer, die sie mit ihrer Familie unternimmt, von den Regeln ihres Alltags oder von der Natur, die sie mit ungeahnter Intensität wahrnimmt: ihre Sätze sind von einer Leichtigkeit im Festhalten des Schweren, die man selten findet.
     
      Franz Josef Czernin Metamorphosen. Die kleine Kosmologie
Nach der berühmten »Kühlschrankpoesie« eine weitere Erkundung des Spielcharakters von Poesie: 78 Verse, die auf nahezu unbegrenzte Weise kombiniert werden können. So wird das Herstellen von Gedichten, wenn es nach Czernins vielfältigen Form- und Motiv-Vorgaben geschieht, zu einem intelligenten und vergnüglichen Gesellschaftsspiel und vermittelt zudem die Erfahrung eines sich ständig verwandelnden poetischen Kosmos.
     
      Max Sessner Warum gerade heute
Gedichte, 104 Seiten
Ein Gedichtband, der die Kraft hat, den Leser, die Leserin zu berühren. Geschrieben abseits der literarischen ›Szenen‹, spricht in ihm eine unverwechselbare, deutliche Stimme über das, was für uns alle wichtig ist – und gibt diesen Dingen eine Form: zwingend, verwandlungs-fähig, vieldeutig: eine Freiheit, die nur Kunstwerke genießen. Sessner schafft es dabei, ganz einfache Bilder, alltägliche Erfahrungen, bekannte Konstellatio-nen nach wenigen Zeilen in einen neuen Kontext zu stellen, aus der einen realen viele ver-schiedene potenzielle Welten zu machen.
     
      Elfriede Gerstl Mittellange Minis. Werkausgabe Band 1
ca. 200 Seiten
Hrsg. von Christa Gürtler und Helga Mitterbauer
Die Wiener Dichterin Elfriede Gerstl zählt zu den bedeutendsten österreichischen Schriftstellerinnen nach 1945. Ihr schmales und in verschiedenen Verlagen und Medien erschienenes Werk soll mit dieser Gesamtausgabe in all seinen Facetten und in seinem ganzen Umfang sichtbar werden und die Singularität dieser »Untertreibungskünstlerin« (Wendelin Schmidt-Dengler) dokumentieren. Die vierbändige Ausgabe folgt chronologisch den publizierten Büchern, Der erste Band, der zu ihrem 80. Geburtstag (16. Juni 1932) vorgelegt wird, enthält die Texte ihrer ersten Buchpublikationen, Gesellschaftsspiele mit mir (Wenig übliche Geschichten und Gedichte, 1962), Mittellange Minis (1967), Berechtigte Fragen (Hörspiele, 1973) den legendären Roman Spielräume (1977) und Narren und Funktionäre (Aufsätze zum Kulturbetrieb, 1980).