Dieter Wellershoff Double, Alter ego und Schatten-Ich
Schreiben und Lesen als mimetische Kur.
Wellershoff behandelt in seinem Essay die Hauptverfahren fiktionaler Fantasiearbeit: die Exponierung von Problemen und Teilaspekten der Person des Autors in erfundenen Figuren, die, je nach Vorgangsweise und Technik, zu Doubles oder Alter Egos des Autors werden. Als Hauptbeleg für seine Ausführungen zieht Wellershoff sein eigenes Werk heran.
William Gass Mit sich selber reden. Für sich selber lesen
Zwei aufregende, witzige und ungewöhnliche Arbeiten über die monologischen Tätigkeiten des Lesens und Schreibens.
»William Gass ist ein begnadeter Choreograph, und wie man lesend ›einen Text tanzt‹, das erklärt er in zwei so luziden wie eleganten Essays, die für das deutschsprachige Publikum bereitliegen.«
(Esther Röhr, Frankfurter Rundschau)
Klaus Hoffer Pusztavolk
Klaus Hoffer liest das Buch von Gyula Illyès, Die Puszta, in dem der ungarische Autor reale Verhältnisse schildert, die denen bei Hoffers fiktiven Bieresch auf das Deprimierenste ähneln.
Lukas Cejpek Und SIE. Jelinek in Lust
ESSAY 4
Eine engagierte Selbstdarstellung eines Lesers von Elfriede Jelineks Roman. Cejpek schreibt einen Brief an die Autorin, aber auch, in seiner unverwechselbar eigenen Form, ein Stück eigene Literatur, die sich an einer schon vorhandenen Schrift reibt und stößt. Porno- oder Biografie?
Julian Schutting, Wolfgang Siegmund Väter
Wolfgang Siegmund zum Buch Der Vater von Julian Schutting. Mit einer Replik von Schutting.
Wolfgang Siegmund nähert sich dem Buch des Autors Schutting von außen, vom Umschlag, vom Titelbild her. »Wer sind diese Väter?« ist die Frage, deren Beantwortung allerdings auch ihm schwer fällt, obwohl sich sein Essay vieler Mittel bedient, von der Ironie, der Assoziation bis zur Analyse.
Miodrag Pavlovic Opfer und Tempel
Betrachtungen über Formen und Riten
Pavlovic beschreibt die Kunst als den frühesten Versuch, über das blutige Ritual des Menschenopfers hinwegzukommen. Seine kulturologischen Essays legen dar, dass jede Abkehr vom Anthropomorphismus ein Zurückkehren zur brutalen »Opferung« von Menschen ermöglicht.
Christoph Bode Den Text? Die Haut retten!
Bemerkungen zur »Flut der Interpretationen« und zur institutionalisierten Literaturwissenschaft
Nichts wäre vernichtender (aber auch nichts unwahrscheinlicher) als eine Literaturwissenschaft, die restlos gesiegt hätte und nur noch ‚richtige’ Interpretationen hervorbrächte.
Werner Schwab Der Dreck und das Gute. Das Gute und der Dreck
Ein Doppel-Essay auf Schwabisch, in dem der Autor Stellung bezieht zu Fragen der Ästhetik und der Liebe, des Guten und der Sprache, und gleichzeitig sich selbst in seinem ästhetischen Empfinden und Wahrnehmen bloßlegt.