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Franz Josef Czernin
Metamorphosen
Die kleine Kosmologie
2012

ISBN: 9783854207986
19.- €
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gebunden, mit unterschiedlichen Spielkarten, 21 x 13 cm

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Nach der berühmten »Kühlschrankpoesie« eine weitere Erkundung des Spielcharakters von Poesie: 78 Verse, die auf nahezu unbegrenzte Weise kombiniert werden können. So wird das Herstellen von Gedichten, wenn es nach Czernins vielfältigen Form- und Motiv-Vorgaben geschieht, zu einem intelligenten und vergnüglichen Gesellschaftsspiel und vermittelt zudem die Erfahrung eines sich ständig verwandelnden poetischen Kosmos.

Die Poesie ist die verspielteste Gattung unter allen Formen der Literatur. Keine fordert so wie sie zur Kombinatorik heraus, zum Spielen mit Wörtern und Lauten, mit Bildern und Metaphern, mit Sinn. Auf den Spuren seines berühmten Vorgängers Raymond Queneau (Cent mille milliards de poèmes, 1961) hat Franz Josef Czernin – nach seinen Kühlschrankmagnet-Gedichten – ein weiteres Lyrik-Spiel, eine Kombinationsvorlage für Worttüftler auf hohem Niveau geschaffen:
Metamorphosen enthält 72 Gedichtzeilen (Verse in vierhebigen Jamben), die auf nahezu unbegrenzte Weise kombiniert werden können, nach Regeln, die der Autor der Zeilen (nicht identisch mit den AutorInnen der künftigen Gedichte!) in einem beigelegten Heft angibt. So wird das Erzeugen von Gedichten zu einem kniffligen, intelligenten und vergnüglichen Gesellschaftsspiel, das nach strengen Themen- und Motivvorgaben gespielt wird (im Extremfall bis zu einem bestimmten Modus, dem »Germanisten-Spiel«, bei dem die erzeugten Versfolgen auch noch interpretiert werden müssen …)
Die beigelegte Gebrauchsanweisung ist aber viel mehr als das, sie ist gleichzeitig eine Poetik, die die Herstellung (griech. poíesis, ) wörtlich nimmt. Umfassend, informativ und kurzweilig weist einen Czernins Begleittext zur kleinen Kosmologie darauf hin, dass der Umgang mit Worten (ob dichterisch oder alltagssprachlich) nach Regeln erfolgt und dass die sprachliche Erzeugung von Sinn nicht willkürlich abläuft. Das »design«, das in der Dichtung erzeugt wird, ist weder »divine« noch »intelligent«, sondern allenfalls poetisch – und damit erweist sich Czernin als ebenso spielfreudiger wie streng materialistischer Dichter und Sprachtheoretiker.

»Eine witzige, ernste, versponnene Idee; für Lyrikfreunde genau das Richtige. Ideal für einen lauen Abend mit Freunden und intellektuellen Spielchen allein im Kämmerchen.« (Buchhandlung Jastram, Ulm)

»Durch Czernins schier unglaublich offene Versgestaltung aber ergeben sich so viele Anwendungsmöglichkeiten, dass man gleichsam wie von selbst in einen Strudel des Gedichtebauens gezogen wird.« (Marcus Neuert, Literaturhaus Wien)

»Man kann die Verszeilen beispielsweise nach thematischen oder stilistischen Gesichtspunkten aneinanderreihen, man kann verschiedene Reimfolgen, Klänge oder Bedeutungsverwandtschaften vereinbaren, man kann lange oder kurze Texte aus den vorgegebenen Zeilen anfertigen und so weiter, und so weiter.«(Wulf Segebrecht, FAZ)

»Es geht um sprachliche Bewusstwerdung, um neuen Sinn und neue Sinnzusammenhänge« (Stefana Sabin, NZZ am Sonntag)