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> Anna Kim
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Anna Kim
Invasionen des Privaten
2011
ISBN: 9783854207818
15.- €
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englische Broschur, 11,5 x 17,5 cm 112 Seiten
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Nach Grönland fahren, um sich selbst zu finden? In den Inuit, den Ureinwohnern dieses Landes, die Paradigmen der eigenen Existenz entdecken? Genau das beschreibt Anna Kim in ihrem Bericht über diese polare Insel, deren landschaftliche Schönheiten so weit weg sind von allem, was die Touristik uns als schön anpreist: die Kargheit, die Leere, die Farben und Formen von Eis, Schnee und Wasser.
Anna Kim blättert die Kolonialgeschichte dieses Landes auf, eine Kolonialgeschichte, die so unerbittlich und so erniedrigend für seine Bewohner ablief wie jede andere koloniale Geschichte auf der Erde und die zu extrem beschädigten Identitäten führte und zu einem, bevölkerungspolitisch gesehen, großen Anteil an dänisch-grönländischen »Mischlingen« – eine Mischkultur, die unter Zwang und unter großen Verlusten zustande kam. Was es bedeutet, hier Dänisch oder Grönländisch zu sprechen, was es bedeutet, anders auszusehen, als Teil welcher der beiden Kulturen man durchgeht oder eben nicht, welcher Preis an Geborgenheit bzw. Fremdheit zu bezahlen ist, wenn man sich in die Identitäts-Maschinerie von Einschluss/Ausschluss begibt – das zeigt Anna Kim, die in Südkorea geborene österreichische deutschsprachige Schriftstellerin, auf beklemmende Weise anhand von Beobachtungen und Gesprächen auf, die sie in Nuuk, der Hauptstadt Grönlands, führte.
Und noch etwas rückt dieser wichtige Essay zurecht: dass Reisen auch das Ventil für die Sehnsucht sein kann, als eine existenziell Fremde endlich in adäquater Umgebung zu sein, endlich mit Fug und Recht fremd zu sein, freiwillig.
»Anna Kim, Südkoreanerin aus Österreich, durchreist Grönland und versinkt in ›Himmelsmasse‹ ... ein kleines feines Buch« (Sibylle Cramer, Süddeutsche Zeitung)
»Anna Kims sehr persönlicher, auch stilistisch beeindruckender Bericht aus Grönland ist eine geglückte Verbindung von Reportage, Essay und Poesie. In ihrer ganzen Widersprüchlichkeit erzeugt diese ein facettenreiches Bild des einst politisch zu Europa zählenden, uns heute aber unendlich fern scheinenden Landes.« (Georg Renöckl, NZZ)
»Anna Kim fügt sehr subjektiv fein beobachtete Details zusammen, um die Welt zu lesen - die grönländische, weil sie neu ist, und die eigene, die durch das Reisen neu erscheint.« (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
»Wie die Beschreibung einer fremden Gegend unversehens in den Essay übergeht, wie sie Wort- und Gedankenkunst in sich vereint – das kann man an Anna Kims Büchlein studieren. Sie hat sich auf die Reise gut vorbereitet. Ihr Buch liefert zahlreiche historische, kulturwissenschaftliche und soziologische Informationen, die zum Teil überraschend, ja kurios wirken. Die Begegnung mit fremden Konventionen und Denkmustern macht dem Leser bewusst, wie sehr er in den engen Schablonen der eigenen Kultur befangen ist. (...) Ein bisschen Grönland täte unserer bornierten Selbstbezogenheit gut.« (Thomas Rothschild, Die Presse)
»Gefesselt von den in historische und wissenschaftliche Fakten eingebetteten Beobachtungen und Gesprächen, die höchstes literarisches Niveau erreichen, genießt der Leser diese packende Reisereportage, erweitert sein Wissen und wird Lösungen für einen angemessenen Umgang mit Zuwanderung oder den neuen Formen der Kolonialisierung suchen. Grönland erscheint durch diesen Essay sehr nah, vertraut und als Ausgangspunkt, um aktuelle Konflikte andernorts in einem neuen, verständlicheren Licht zu sehen.« (Frank Riedel, literaturkritik.de)
»Wenn von Kolonialismus die Rede ist, denkt man zumeist an Asien, Afrika oder Lateinamerika. Dass es dieses Phänomen auch im Hohen Norden gab, davon handelt das neue Buch von Anna Kim.« (Wolfgang Beyer, ORF TV)
»Die Autorin beobachtet präzis, recherchiert genau und registriert aufmerksam die Körpersprache des jeweiligen Gesprächspartners. Trotz der zahlreichen historischen Details und Sachinformationen dominiert aber in Invasionen des Privaten die sinnliche Wahrnehmung, das ist einer der vielen Punkte, die diesen Essay so lesenswert machen.« (Stefan Gmünder, Der Standard)
»Gewaltige Landschaften, in denen die Menschen verschwindend klein werden, Einsamkeit, grenzenlose Freiheit und anhaltendes Glück erlebte die Autorin Anna Kim bei einem Aufenthalt in Grönland.« (Johann Kneihs, Ö1/Von Tag zu Tag)
»Wenn Anna Kim mit einem Hundeschlitten auf dem zugefrorenen Watson fährt, erlebt sie grenzenlose Freiheit als Essenz dieses Landes. Die Art, wie sie das beschreibt, lässt auch den Leser diese Freiheit förmlich riechen, schmecken. Viele solcher aufmerksamen Beobachtungen machen Kims Essay zu einem Lesegenuss. Es sind unverstellte Blicke, die nichts beschönigen, sondern aufspüren und den Bewohnern des Landes respektvoll und auf Augenhöhe begegnen.« (Susanne Rikl, KommBuch.com)
»Dass Kim nicht nur eine begabte Essayistin, sondern auch Schriftstellerin ist, zeigt sich in den schönen, poetisch-anschaulichen Beschreibungen von Stadt und Land und in ihrem hohen Sprachbewusstsein.« (Peter Urban-Halle, Deutschlandradio)
»Stilsicher und bisweilen metaphorisch unterlegt präsentiert sich dieser Reisebericht als ethnografisches Dokument, aus dem sich die Problematik des Selbst in der oft beschworenen multikulturellen Gesellschaft konsequent entwickelt.« (Walter Wagner, Literaturhaus Wien)
»Viele aufmerksame Beobachtungen machen Kims Essay zu einem Lesegenuss. Es sind unverstellte Blicke, die nichts beschönigen, sondern aufspüren und den Bewohnern des Landes respektvoll und auf Augenhöhe begegnen.« (Susanne Rikl, kommbuch.com)
»Anna Kims ausgezeichneter kulturkritischer Exkurs ist informativ und sinnlich-poetisch zugleich und setzt sich zudem mit den Klassikern der postkolonialen Theorie auseinander.« (Martin Zähringer, SWR2)
»Ausnahmsweise kein Krimi aus Nordeuropa, sondern ein Besuch in Grönland, das als Reiseland immer beliebter wird! Auf dieser polaren Insel warten auf den Besucher gewaltige Landschaften: Eisberge, ewige Gletscher, Schnee und Eis in allen Farben und Formen, aber auch viel Kargheit und Leere. Die Menschen, die hier leben, stehen der Macht der Natur sehr respektvoll gegenüber. In vielen Gesprächen mit den Einheimischen versucht die Autorin, dieses nördliche Ende der Welt zu begreifen und beschließt, dass ein bisschen Grönland jedem von uns gut tun würde!« (Bernd-Uwe Gutknecht, Bayern 3)
»Viele Schlagworte, die heute in sogenannten Migrations- und Integrationsdebatten verwendet oder in zeitgeistige Slogans wie "Hybridität" gegossen werden, erscheinen in diesem lakonisch und klar geschriebenen Essay in einem anderen Licht.« (Stefan Gmünder, literatur + kritik)
»Insgesamt ist dieser Text eine wunderbare Mischung aus Sachbuch und Belletristik, ein berührender Reiseessay, der besonders allen LeserInnen empfohlen ist, die über Integration nachdenken, interkulturell arbeiten oder ganz einfach nur verstehen wollen, was sich im Inneren vieler Menschen abspielt, die tagtäglich mit dem Stigma Ausländer leben und zurecht kommen müssen.« (Thomas Geldner, Besprechungen)
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