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Autor
> Iris Hanika
Veranstaltungen:
 30. Juni, 20:00 Uhr Hamburg, Literaturhaus
6. Juli, 22:05 Uhr SWR 2
27. August, 19:00 Uhr Mainz, SWR-Literaturnacht
9. September, 20:00 Uhr Göttingen
2. November, 19:00 Uhr Dortmund, Mahn- und Gedenkstätte Steinwache
5. Dezember, 11:00 Uhr Oldenburg, Musik- und Literaturhaus Wilhelm13
5. Dezember, 20:00 Uhr Bremen, Literaturcafé Ambiente
6. Dezember, 20:00 Uhr Lübeck, Buddenbroockhaus
7. Dezember, 20:00 Uhr Rostock, Literaturhaus
8. Dezember, 20:00 Uhr Lüneburg, Heinrich-Heine-Haus
9. Dezember, 19:30 Uhr Hannover, Literaturhaus
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Iris Hanika
Das Eigentliche
Roman 2010
ISBN: 9783854207641
19.- €
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gebunden, 21 x 13 cm 176 Seiten
Das Eigentliche ist – für jeden etwas anderes. Für Hans Frambach sind es die Verbrechen der Nazizeit, an denen er leidet, seit er denken kann. Darum ist er Archivar im Institut für Vergangenheitsbewirtschaftung geworden; nur fragt er sich, ob es nicht an der Zeit für eine andere Arbeit wäre.
Auch für seine beste Freundin Graziela steht die Fassungslosigkeit über diese Vergangenheit im Mittelpunkt – bis sie einen Mann kennenlernt, der sie begehrt, und fortan die Begegnung der Geschlechter im Fleische für das Eigentliche hält; ein Konzept, an dem sie nun zweifelt.
Aber kann man denn den Nationalsozialismus für alles verantwortlich machen? Eigentlich ist es doch ihre Unfähigkeit zum Glück, die Hans und Graziela zu so wunderlichen Gestalten macht. Nur sie selbst halten ihr Unglück nicht für gott-, sondern für nazigegeben.
Zugleich hat auch der Staat, in dem sie leben, sein Eigentliches. Es ist das unausgesetzte Bemühen um Harmlosigkeit seiner Repräsentanten, das allen voran die Bundeskanzlerin vorführt, wenn sie jede Woche übers Internet zu uns spricht.
Iris Hanika zeigt, wie die Verbrechen der Nazizeit uns bis heute in ihren Klauen halten, und übersieht dabei nicht, zu welchen Absurditäten die Professionalisierung des Gedenkens führt. Da wäre nämlich noch ein Eigentliches: unsere Hilflosigkeit angesichts dieser Verbrechen.
Auf der Hotlist 2010 der deutschsprachigen Independent Verlage.
Nominiert für den Preis der SWR-Bestenliste 2010.
»Es ist in meinen Augen wirklich das Aufregendste, was man in dieser Saison lesen kann - von einem deutschen Autor, einer deutschen Autorin jedenfalls. Ein Roman, der ein Fenster aufstößt. Ein Meisterwerk.« (Denis Scheck, ARD druckfrisch)
»Erinnern ist immer eine widersprüchliche Sache, das macht Iris Hanika mit ihrem Roman auf meisterhafte Weise klar.« (Martin Zingg, NZZ)
»So mutige, witzige, kluge und anrührende Romane wie Das Eigentliche einer ist, gibt’s nicht viele.« (Klaus Nüchtern, Falter)
Das Buch »hält auch der zweiten Lektüre stand, weil es auf nahezu sämtliche Weisen, die der Literatur zu Gebote stehen, den Zwiespalt dessen aufzeigt, was Erinnerung ist. Sie lastet auf dem Leben von Hans Frambach und Graziela Schönbluhm, die nicht mehr gemein haben als ihr Leiden an den NS-Verbrechen. Sie sind unfreiwillige heutige Stellvertreter der eigentlichen Opfer, doch abschütteln wollen sie diese Rolle auch nicht. So lösen sie sich langsam aus dem Bann des Schreckens und kommen vom Eigentlichen der Menschheitsgeschichte zum Eigentlichen ihrer selbst: Man kann mit dieser Schuld nicht leben. Das nach fünfundsechzig Jahren intensiver Debatte darüber mittels einer Fiktion noch einmal derart eindringlich klargemacht zu haben, ist das große Verdienst dieses – man muss es so sagen – nach und trotz Auschwitz geschriebenen Romans.« (Andreas Platthaus, FAZ)
»Manche Lesebegeisterung verführt dazu, gleich mit der Tür ins Haus zu fallen. Daher: Dies ist einer der klügsten, witzigsten und zugleich sprachlich virtuosesten Romane, die ich in letzter Zeit gelesen habe!« (Annette Garbrecht, FTD)
»Eine Schriftstellerin, die klug, aufrichtig und ohne jede Sensationsabsicht schreibt.« (Claudia Voigt, KulturSpiegel)
»Iris Hanika sucht ›Das Eigentliche‹ und fragt, wie man durch die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit dem eigenen Leben ausweichen kann.« (SWR)
»Die Autorin legt hier eines der wichtigsten Bücher der Gegenwart vor, indem sie den Umgang der Deutschen mit ihrer Nazivergangenheit, dem Völkermord, vor allem aber mit dem sich anschließenden Gedenken als frivol und manisch diagnostiziert. Dabei darf man Hanika nicht missverstehen: Sie plädiert nicht für einen Schlussstrich unter eine unliebsame Vergangenheit, sondern seziert scharfsinnig und gewitzt unseren Umgang mit dem Nazierbe. Ihr Buch ist Befreiungsschlag und Angebot zum Nachdenken.« (Carsten Hueck, Deutschlandradio)
»Ein klug provozierender Roman. Von diesem Buch geht eine große Unruhe aus, nicht zuletzt, weil Iris Hanika die knapp 180 Seiten grandios nutzt, um mit ästhetischen Kunstgriffen ihr Thema in immer wieder verändertem Licht zu zeigen. Literatur ist eben auch dazu da, Gewissheiten in Frage zu stellen, mit künstlerisch reflektierten Mitteln. Das genau hat Iris Hanika getan, und darin liegt eine wohltuende Kühnheit.« (Rainer Moritz, Literarische Welt)
»Das Empfinden von stetigem Unglück kann zur lebenslangen Aufgabe werden. Für Hans Frambach gehört Unglücklichsein zum Eigentlichen in seinem Leben. Als Angestellter des Instituts für Vergangenheitsbewirtschaftung archiviert er das Unglück sogar. Er wertet Nachlässe und persönliche Aufzeichnungen von Nazi-Opfern aus. Die Autorin Iris Hanika hat mit Das Eigentliche einen lakonischen und trotzdem eindringlichen Roman über den Umgang mit der Vergangenheit geschrieben.« (WDR)
»Es gibt eine Reihe essayistischer Episoden in diesem Roman, aber Iris Hanika bindet sie glänzend ein in die melancholisch-heitere Paargeschichte, die sie erzählt. Die beiden sind unfähig zum Glück und hilflos gegenüber dem eigenen Entsetzen, und Hanika beobachtet sie dabei, das Eigentliche in ihrer Persönlichkeit zu finden. Das ist klug analysiert und glänzend geschrieben.« (Johannes Breckner, Darmstädter Echo)
»Iris Hanika, die mit ihrem Liebesroman "Treffen sich zwei" 2008 begeisterte Kritiken erhielt und ob ihres Witzes, ihrer bravourösen Erzählweise hoch gelobt wurde, beweist sich auch in diesem Roman als herausragende Erzählerin. Wieder gelingt es ihr, den Leser anzurühren und mit Esprit zu unterhalten.« (Elke Nicolini, Hamburger Abendblatt)
»Lakonisch und eindringlich zugleich illustriert Hanika, dass trotz sämtlicher diskursiver und ästhetischer Aufarbeitungsversuche der Gedanke an die „Vergangenheitsbewältigung“ letztlich ein Euphemismus bleibt.« (Marianna Lieder, Tagesspiegel)
»Ein bitter-komisches Buch - sehr lesenswert.«
(Gabi von Alemann, Humboldt-Buchhandlung Bremen)
»Iris Hanika ahnt so viel vom Unglück zwischen Frau und Mann, zu dem sich hier auch das historische gesellt. Gewitzt und streng, doch voller Raum zum Fabulieren breitet sie das Leben dieser zwei Gesinnungstäter aus. Hanika schreibt eine Farce, aber wird dabei nicht albern. Sie hat den Stoff im Griff und bringt das Unwohlsein zum Funkeln.« (Lars Grote, Märkische Zeitung)
»Das Eigentliche zeigt, wie die Verwandlung des Gedenkens in eine Bewirtschaftung dieses Gedenkens irgendwann in Geschäftstüchtigkeit endet – und uns Deutsche von unserer Geschichte abtrennt.« (Sezession)
»Iris Hanika hat ein mutiges Buch geschrieben, eines, das Risiken eingeht. (…) Sie mutet ihren Lesern etwas zu, sie raut mit ihrert Sprache unsere Wahrnehmung auf. Das macht die Qualität ihres Romanes aus.« Elke Biesel, Kölner Stadt-Anzeiger)
»In ihrem Text montiert Hanika in beißender Satire und sich teilweise überschlagender Groteske deutsche Aufarbeitungsrituale. (…) Befreiend.« (Sabine Pamperrien, Jüdische Allgemeine)
»Was hier zwischen den Zeilen aufscheint, ist ein anderer Deutschlandentwurf, aber auch eine Haltung der Melancholie und des Zweifels, aus der Freiheit entstehen kann.« (Annette Hoffmann, Buchhandlung Schwarz)
»Iris Hanika streut mutig Sand ins Getriebe der deutschen Vergangenheitsbewirtschaftung.« (Ulrike Frenkel, Stuttgarter Nachrichten)
»Weniger Handlung ist kaum möglich, mehr Fettnäpfe allerdings auch nicht. Hanika umgeht sie nicht etwa. Vielmehr tut sie etwas viel Schwierigeres, bei dem man ihr staunend und voller Anspannung folgt: Sie bewegt sich in dem seit Jahrzehnten verminten Gelände bundesdeutscher Auseinandersetzung mit den monströsen Verbrechen des Nationalsozialismus, als hätte sie gerade die Augen aufgeschlagen und sähe alles zum ersten Mal und in aller Schärfe. Iris Hanika ist ein erstaunliches, souveränes Buch gelungen.« (Jörg Plath, Arte)
»Es wird ja viel geklagt über die jüngste deutsche Literatur. Sie sei nicht mehr als eine Hybris, eine im Drogenrausch ausgeworfene schlechte Form von Intertextualität. Und bei all dem Geschimpfe wird ein gutes Buch fast übersehen. Das Eigentliche von Iris Hanika besitzt genau diese besondere Physiognomie, wie Autor Thomas Hettche es nennt, die einen Roman einzigartig macht und von der aktuellen Literatur oft eben nur simuliert wird. Iris Hanika hat einen imponierenden Roman über das schwierige Gedenken an die Nazi-Verbrechen geschrieben.« (Katharina Schmitz, Freitag)
»Sie trifft genau den richtigen Ton zwischen der Frage nach der Schuld und der persönlichen Verantwortung im Jetzt.« (Lena Emmerich, HR 2)
»Befreiend müsste dieses Buch auch auf deutsche Leser wirken, sofern sie sich dem Zwang der «Vergangenheitsbewältigung» überhaupt noch ausgesetzt fühlen. Bewältigt hat jedenfalls Iris Hanika ihr eigentlich unmögliches Thema – auf bravouröse Weise. Von dieser Autorin ist noch Erstaunliches zu erwarten.« (Martin Ebel, Tagesanzeiger)
»In diesem unserem Deutschland, so scheint es, existieren keine Freude mehr und keine Götterfunken: das Staats-Eigentliche besteht in der Erinnerungs-Verwaltung und -Bewirtschaftung des Holocaust, und das Eigentliche des Helden besteht darin, unglücklich zu sein, weil ihm im Verlaufe des Romans selbst die Holocaust-Vergleiche ausgehen und er so richtig gar nicht mehr unglücklich sein kann.« (Birgitta Lindemann, WDR3)
SWR Bestenliste April 2010: Platz 3
SWR Bestenliste Juni 2010: Platz 7
SWR Bestenliste Juli 2010: Platz 9
»Das vielleicht kühnste und kunstvollste Buch der Auswahl" (Kirsten Voigt, SWR-Bestenliste Juli)
Textauszug Biblet |