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Autor
> Ilma Rakusa
Veranstaltungen:
 5. Februar, 20:00 Uhr Berlin, Sprachenatelier, Frankfurter Allee 40
8. Februar, 19:30 Uhr Münster, Stadtbücherei
9. Februar, 19:30 Uhr Herford, Stiftung Brand
10. Februar, 19:00 Uhr Hannover, Literaturetage im Künstlerhaus
11. Februar, 19:30 Uhr Darmstadt, Stadtkirche, Kirchstr. 11
16. Februar, 19:30 Uhr Lenzburg, Müllerhaus
25. Februar, 20:00 Uhr Salzburg, Literaturhaus
26. Februar, 20:00 Uhr Innsbruck, Literaturhaus
4. bis 8. März 2010 Abu Dhabi, Buchmesse
29. März, 20:00 Uhr Winterthur, Coal Mine Book Bar
15. April, 20:00 Uhr Bregenz, Theater am Kornmarkt
16. April, 19:30 Uhr Willisau, Stadtmühle
19. April, 19:30 Uhr St. Gallen, Kellerbühne
22. April, 19:00 Uhr Leipzig, Schaubühne Lindenfels
23. April, 19:30 Uhr Klagenfurt, Musilhaus
28. April, 19:00 Uhr Biel, Museum Neuhaus
25. Mai, 19:30 Uhr Spiez
2. Juni, 17:15 Uhr Nottwil, Bibliothek des Schweizer Paraplegiker-Zentrums
5. Juni, 20:00 Uhr Villingen-Schwenningen, Großen Bühne der Landesgartenschau
7. Juli, 20:30 Uhr St. Moritz, Hotel Laudinella, Via Tegiatscha 17
27. August, 19:30 Uhr Stein am Rhein, Museum Lindwurm
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Ilma Rakusa
Mehr Meer
Erinnerungspassagen 2009
ISBN: 9783854207603
23.- € Bestellen >
gebunden, 21 x 13 cm ca. 350 Seiten
Platz 2 der SWR-Bestenliste Januar 2010
Schweizer Buchpreis 2009
»Diese Schönheitsempfindlichkeit, diese Erfüllung der Welt mit Poesie ist die besondere Befähigung dieser Autorin, und eine andere ist es, den Leser damit anzustecken.« (Martin Ebel in seiner Laudatio)
Eine Kindheit und Jugend in Mitteleuropa, als dieses Mitteleuropa nach dem Zweiten Weltkrieg gerade seine politischen und kulturellen Konturen neu eingeschrieben bekam: Ilma Rakusa geht in ihren Erinnerungen dem kleinen Mädchen nach, der Tochter eines slowenischen Vaters und einer ungarischen Mutter, deren Lebensstationen von einer slowakischen Kleinstadt über Budapest, Ljubljana, Triest nach Zürich – und von da weiter ausgreifend nach Ost und West, nach Leningrad/Petersburg und Paris reichen.
Die überall Fremde, Nicht-ganz-Zugehörige findet sehr früh schon ihre Heimat in der Musik, im Klavierspielen, und, mit der Entdeckung Dostojewskijs, in der Literatur, aber auch in der Bewegung, im Unterwegssein, im Reisen. Mehr Meer geht weit über eine Nacherzählung einer Kindheit und Jugend hinaus; es ist die Beschwörung dessen, was von den vielen Lebensorten und Begegnungen bleibt: Töne und Klänge, Farben und Stimmungen, einzelne Szenen und Blitzlichter (»Die Bilder, sage ich, in Ehren. Aber zuerst kommen die Gerüche.«). In vielen kleinen Selbstbefragungen, in Dialogen, Gedichten und Erinnerungsbildern geht Ilma Rakusa ihrer Geschichte auf den Grund: der vom Vater initiierte ständige Ortswechsel, das Paradies des Meeres und der Küste in Triest und Grado, erste Küsse, erste Reisen, die Musik und die Begegnung mit den Ritualen der Ostkirche, die ersten Auslandsjahre in Paris und im damals noch sowjetischen Leningrad.
Ilma Rakusa nähert sich ihren frühen Jahren äußerst unsentimental und auch nicht mit dem Eifer der Bekennerin, dafür mit großer Genauigkeit in einem sehr schwierigen Bereich: im Atmosphärischen, das sie mit Knappheit und Präzision erdet. In ihrem Erinnerungsband erstehen die 50er und 60er Jahre des 20. Jahrhunderts im prismatischen Blick einer außergewöhnlichen Schriftstellerin, die wie wenige in und zwischen verschiedenen Kulturen lebt.
»Rakusas Buch ist weit mehr als das sensible Selbstportrait einer Dichterin. Ihre Lebenslinien sind auf historischen Bruchstellen angesiedelt. Deshalb ist es vor allem eine Lektion über das 20. Jahrhundert, in dem die Menschen oft wie Treibholz auf der Bugwelle der Geschichte schwimmen und irgendwo angespült werden.« (Martina Meister, Die Zeit)
»Ein kluges und ungemein reichhaltiges Werk, das wie ein Mosaik aus unzähligen, winzigen Steinchen zusammengesetzt ist und doch das Bild einer ganzen Epoche entstehen lässt.« (Manfred Papst, NZZ am Sonntag)
»Über Länder und Gewässer, über Schranken und Grenzen. Dieses Buch ist ein langes Gedicht aus feinster, musikalisch gewirkter Prosa, am schönsten und gelungensten da, wo in konsequenter Einlösung des Titels zwei Meereslandschaften einander berühren, das Mittelmeer des Nordens und das des Südens: In der Lagune von Grado und auf der großen Düne hinter Nida auf der Kurischen Nehrung. Ein außergewöhnliches Buch.« (Volker Breidecker, Süddeutsche Zeitung)
»Ein Buch, das die Sinne feiert. Und Grenzen beschreibt, um sie zu überschreiten.« (Christoph Schröder, Der Spiegel online)
»Diesem Buch darf man sich getrost anvertrauen, besser noch: Man möchte sich ihm völlig überlassen.« (Ulrich Weinzierl, Die Welt)
»Mehr Meer ist ein persönliches, sanftes Buch über die Schwierigkeiten des Fremdseins und über das Glück, in Büchern und in der Musik zu leben.« (Verena Auffermann)
»Polyglott und kosmopolitisch aufgewachsen, erweist sich Rakusa als fulminante Epochenverschlepperin, als Zeitzeugin einer mitteleuropäischen Nachkriegszeit, in der es dieses Mitteleuropa zwischen Ost und West gar nicht geben durfte.« (Sabine Berking, FAZ)
Rakusa »gelingen brillante Passagen, das Ich als Medium eines größeren Zusammenhangs. Rakusa zieht den Leser hinein in ihr wechselhaftes ostmitteleuropäisches Leben.« (Ina Hartwig, Frankfurter Rundschau)
»Dass Ilma Rakusa auch Lyrik schreibt, merkt man den Sätzen aufs glücklichste an. Die Stimmung ist das Material ihrer Erinnerung, herbeigezaubert durch Worte, Gerüche und Bilder.« (Der Spiegel)
»Mehr Meer ist ein Buch der Unruhe, randvoll mit Farben, Klängen, Bildern, ein dichtes und lichtes Zeitgewebe, mehr Stimmung und Meditation, mehr Poem als Beschreibung, temperiert von Lektüren. Die namhaft gemachten Orte bleiben vage, verlieren ihre harten Umrisse, dürfen Literatur werden. Ein Wort trifft den Nerv dieser Erinnerungspassagen am besten: Liebe. Ilma Rakusa erzählt von ihrer Liebe zur Musik, zur Literatur, zur Schönheit der katholischen Liturgie, zur Sehnsucht nach der Sehnsucht, die jedem Kunstgenuss vorausgeht, zu ›mehr Meer‹ in uns.« (Beatrix Langner, NZZ)
»Mehr Meer ist nicht nur eine Autobiografie, es ist auch eine Liebeserklärung an Osteuropa, an die Städte und Landstriche und vor allem an die Menschen, die der Autorin begegnet sind und ihr Denken und Fühlen geprägt haben. Es gelingen ihr funkelnde Portraits von ihrem Vater, ihrem Grossvater, von Kinderfrauen und Schulfreundinnen und Studienkollegen, aber auch von Bekannten, die am Leben im Exil zerbrochen sind. Ein hochpoetischer, bildstarker Text.« (Sandra Leis, Basler Zeitung)
»Ein anregendes Buch, das ganz nebenbei auch viel von der politischen Nachkriegsgeschichte erzählt.« (Journal Frankfurt)
»Eine atmosphärisch gesättigte und gleichzeitig außerordentlich blickscharfe Introspektion, in der sich poetisches Talent mit Zeitdiagnose paart.« (Ulrike Baureithel, Der Freitag)
»Ilma Rakusas ›Erinnerungspassagen‹ erzählen von der Herausbildung eines poetischen Temperaments. Ungeheuer empfänglich für Sinneseindrücke – ob es der scharfe Braunkohlegeruch ist, der ihr bei einem Besuch im «Osten» signalisiert: «Endlich zu Hause»; oder ob es die Schmerzen und Freuden sind, die der Körper zufügt und schenkt, mit den Migräneattacken, mit der Sexualität. Immer gelingt es Rakusa, den passenden Ausdruck für die Empfindung zu finden.« (Martin Ebel, Tages-Anzeiger)
»Ein funkelndes Mosaik dichter Textbausteine, so kunstvoll wie unangestrengt komponiert.« (Hans Ulrich Probst, 52 Beste Bücher, DRS 2)
»Ein Meisterwerk voller sprachlicher Sensibilität: reich an vibrierenden Sinneseindrücken. Als Reflexion über das Erinnern und Vergessen überzeugt es, vor allem aber als poetische Liebeserklärung an die Menschen, an Orte, Literatur und Musik.« (Michaela Schmitz, Rheinischer Merkur)
»Ilma Rakusas Buch besticht nicht durch Ereignisse und Informationen, sondern durch seine Sicht auf die Welt und seine Sprache.« (Cornelius Hell, ORF ex libris)
»Die ›Erinnerungspassagen‹ handeln vom Heranwachsen unter nicht leichten Bedingungen, vom Flanieren auf europäischen Kulturschauplätzen und sie sprechen das schönste Deutsch, das man derzeit schreibt.« (Saarbrücker Zeitung)
»Ilma Rakusa ist eine der wichtigsten Vermittlerinnen zwischen dem europäischen Osten und Westen. Sie entwirft eine Poetik des Unterwegsseins, deren Wurzeln in der Kindheit liegen, und erweist sich als präzise Beobachterin, die sich ihre Sehnsucht nach dem Meer und dem Wind bewahrt hat.« (Christa Gürtler, Die Furche)
»Mit Sinn und Sinnlichkeit erzählt Rakusa von ihren Kindheitsorten.« (Peter Landerl, Wiener Zeitung)
»Mehr Meer ist nicht nur ein Plädoyer, auf die Tiefen des eigenen Speichers zu vertrauen und den eigenen Weg zu gehen. Weit über eine Aufzeichnung subjektiven Erlebens hinaus öffnen diese zwischen Vergangenheit und Gegenwart mäandernden Passagen den Blick dafür, dass das Zweite im Ersten beginnt und, kaum dass es begonnen hat, in jenes eingeht. Es ist auch ein Buch über den Fluss der Zeit, seine unterschiedliche Strömung. Ein Text, der innehalten lässt, während er den Leser umfließt.« (Barbara Bongartz, Die Presse)
»Am Ende dieser 69 präzise zusammengefügten, sprachsinnlich dichten Miniaturen zieht Rakusa Bilanz. Was sie zusammengetragen hat in ihrer Sammelwut, widersetzt sich der verordneten Ballastlosigkeit der Kindheit; was sie verloren hat auf diesen Reisen und was sie vermisst, ist aufgehoben in den Sprachen; was sie vergessen hat, kehrt wieder in Form von Gerüchen, noch vor den Bildern. ›Da, sag ich zum Kind, da hast du die Windrose. Sie wird’s schon weisen. Staune und vertraue.‹ Mit Rakusa an der Hand wird man gerne wieder zum staunenden Kind.« (Ulrike Baureithel, Badische Zeitung)
»Man möchte als Leser mit ihr weiter reisen, sich ihrem Blick anvertrauen, wissend, dass das Ganze des Lebens nur in seiner Sekundenhaftigkeit verstehbar ist. Das ist kein geringes Erkenntnisgeschenk, das uns diese Autorin zu machen hat, die mit diesem Buch hoffentlich nicht nur viele Menschen in den Abschied einführen, sondern auch zu wissbegierigen Lesern machen wird.« (Mariza Bodrosic, SWR 2)
»Ilma Rakusas Erinnerungspassagen erzählen von der Herausbildung eines poetischen Temperaments. Ungeheuer empfänglich für Sinneseindrücke - ob es der scharfe Braunkohlegeruch ist, der ihr bei einem Besuch im "Osten" signalisiert: "Endlich zu Hause"; oder ob es die Schmerzen und Freuden sind, die der Körper zufügt und schenkt, mit den Migräneattacken, mit der Sexualität. Immer gelingt es Rakusa, den passenden Ausdruck für die Empfindung zu finden.« (Martin Ebel, Berliner Zeitung)
»Rakusa gibt sich als sehnsuchtsvolle Reisende zu erkennen, als immer wieder Entwurzelte. Die verlorene Heimat im Osten hat sie in der Sprache wieder gefunden. Ihre Erinnerungspassagen sind von einer lyrischen Schönheit, der sich auch die Jury des Schweizer Buchpreises nicht entziehen konnte.« (Isolde Schaffter-Wieland, Schweizer Illustrierte)
»Ein Glück, dass Ilma Rakusa ihre Literatursprache zur Vollkommenheit weiterentwickelte: zum schönsten Deutsch, das man derzeit schreibt.« (Harald Loch, Hessische/Niedersächsische Allgemeine)
»Ein großes Buch.« (Urs Bugmann, Neue Luzerner Zeitung)
Martin Ebels Laudatio anläßlich der Verleihung des Schweizer Buchpreises 2009 an Ilma Rakusa:
»Ilma Rakusa hat als unfreiwillige Nomadin begonnen, und die Erfahrung der „Kofferkindheit“, des Herumzigeunerns, hat ihr Selbstgefühl geprägt. Auch ihr Lebensbuch, das den Untertitel „Erinnerungspassagen“ trägt, ist so nicht starr und statisch geraten, sondern quasi nomadisierend: durch Eindrücke und Erlebnisse, aber auch durch Formen und Genres. Hier eine Szene, dort ein Résumée, ein Dialog, ein Gedicht, eine Impression. „Wo du es packst, da ist’s interessant“: Das Wort des Goetheschen Theaterdirektors trifft auch auf Ilma Rakusas volles Menschenleben zu; wenn man es so zu greifen weiss wie sie. Die Kindheit in drei Sprachen – Slowenisch, Ungarisch, Italienisch -, die Anpassung an ein enges Land und eine vierte Sprache, die ihr dann auch zur literarischen Heimat wird; Studienjahre in Paris und Leningrad, vor allem aber die Welten der grossen Autoren und der grossen Komponisten. Von diesen lernt sie, dass man die Innenwelt ins Unendliche ausdehnen kann, so begrenzt und bedrückend die äussere Existenz auch gelegentlich sein mag. Sie baut sich gerade aus Beschränkungen ein Universum auf, in dem potenziell alles poetisch, alles intensiv, sogar schön ist. Das ist keine Schönfärberei, wohlgemerkt, sondern die Hervorzauberung des Schönen, Intensiven, Poetischen eben auch dort, wo man es nicht unbedingt vermutet. Ilma Rakusa begegnet ihm in der Tristesse osteuropäischer Städte und vor dem weiten Horizont des Meeres, im Gespräch in einer Studentenküche und beim gemeinsamen Musizieren. Diese Schönheitsempfindlichkeit, diese Erfüllung der Welt mit Poesie ist die besondere Befähigung dieser Autorin, und eine andere ist es, den Leser damit anzustecken. Das Mittel dazu ist das treffende Wort, das Dichterwort. Geschult im Umgang mit den grossen Lyrikern, die sie übersetzt, interpretiert und vermittelt, geschult auch durch die eigene lyrische Arbeit, hat Ilma Rakusa mit ihren Erinnerungspassagen ein episches Werk geschaffen, das lyrische Ansprüche erfüllt.«
»Was das Glück dieses Buches ausmacht, ist seine Vielsprachigkeit und seine Welthaltigkeit, ist der ›unstillbare Drang nach Weite‹, das Wunder der Neugier, die fiebrige Beglückung durch Atlanten, Strassenkarten, Stadtpläne, welche schon das Kind packt und nicht mehr loslässt. In die Schweizer Enge reisst dieses Buch eine europäische Grosszügigkeit.« (Peter Surber, St. Galler Tagblatt)
»Mehr Meer ist ein persönliches Buch, doch in vielfältiger Weise lesbar. Es beschreibt, wie jemand zum Schriftsteller wird, zum Sprachsüchtigen. Es beschreibt Zeit- und Lebensläufe. Die Bildung eines weiblichen, intellektuellen Bewusstseins, die Macht der Literatur, die Poesie des Lebens. Es ist ein Buch über Heimatlosigkeit und Freundschaft. Sinnlich, melancholisch, musikalisch. Es hebt Zeit auf, macht sie sichtbar, hörbar. Diese Erinnerungspassagen sind ein Multimediaerlebnis - vermittelt durch Sprache.« (Carsten Hueck, Deutschlandradio)
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