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3. Oktober, 11:00 Uhr
Stein am Rhein, Museum Lindwurm, Understadt 18

 

Eleonore Frey
Muster aus Hans
Ein Bericht
2009

ISBN: 9783854207498
18.- €
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gebunden, 21 x 13 cm
120 Seiten

»Hans ist anders als die anderen. Das sind die anderen auch. Es ist sein Anderssein, das anders ist.« So steht es am Beginn von Eleonore Freys Muster aus Hans. Mit denselben Worten wäre auch das ganze Buch treffend charakterisiert. Jeder Satz, der diesen Eingangssätzen folgt, hält inhaltlich und stilistisch, was die ersten drei versprechen.

Hans ist eine jener Gestalten, die auf Biegen und Brechen nicht in die geschäftige Welt der gewöhnlichen Menschen passen wollen. Massig, bärtig, stumm steht Hans immer im Weg, er ist einer jener von der Gesellschaft Ausgeschlossenen, die viele fürchten und mehr noch beschimpfen. Ihrem Namen und Alter von dreiunddreißig Jahren entsprechend ist die Figur durchaus als Exempel zu verstehen.
Gleichzeitig bleibt Hans ein Einzelfall. Sein Denken, das ein Denken in kleinen Schritten ist, macht sein Anderssein einzigartig. Freys Sprache passt sich diesem Rhythmus an und kommt damit viel weiter, als alle komplexe Theorie den Leser je bringen könnte. In kleinste Portionen unterteilt, überraschen die tiefsten Einsichten durch verblüffende Einfachheit.

Muster aus Hans. Ein Bericht. Schon im Titel klingt der Tonfall des Buches an, der das wunderbare Paradoxon schafft, gänzlich nüchtern und gleichzeitig poetisch verfremdend zu sein. Wie der Titel changiert dieses Buch zwischen Wirklichkeit und Märchen – denn gerade das ist es am Ende, wenn der wilde Mann zum König wird, doch.

»… kann ich nicht manchmal mit der Geige sagen, was ich in Worten nie gewusst habe?«, fragt sich Hans’ Freund, und es sind diese Stellen, an denen uns beim Lesen plötzlich bewusst wird, was hier passiert: Eleonore Frey schreibt Sätze, die uns sagen, was wir in Worten bis jetzt nicht gewusst haben.

»Das sind 100 Seiten dichter, intensiv leuchtender Prosa. Sie vergegenwärtigen in achtzehn Fragmenten, ›Mustern‹ eben, den eigenwilligen Protagonisten und sein Umfeld, zugleich kompakt erzählend und klug reflektierend. (…) ein betörendes Buch.« (Hans Ulrich Probst in seiner Laudatio anläßlich der Nominierung zum Schweizer Buchpreis 2009)

»Wie Hans mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit kollidiert und gegen ihre Konventionen aufbegehrt, das zeigt dieser literarische ›Bericht‹ auf mustergültige Art. Ebenso mustergültig zeigt er aber auch, wie die Gesellschaft auf einen Menschen wie Hans reagiert.« (52 beste Bücher, DRS 2)

»Das Außergewöhnliche an Eleonore Freys Buch ist, dass sie dem Leser die Welt von Hans nahe bringt, ohne ein Wort über das Krankkeitsbild Autismus zu verlieren oder zu psychologisieren. Allein über die Sprache führt sie den Leser zu der Erkenntnis, dass er sich mit einer Welt und Wahrnehmung auseinandersetzt, die nicht die seine ist. Die Sätze sind kurz, die beschriebenen Wahrnehmungen fragmentiert aber intensiv, die Formulierungen überaus exakt.« (Marie-Thérèse Vu, art TV)

»Was das Buch so richtig zum Leuchten bringt, ist sein Doppelcharakter zwischen poetologischer Selbstreflexion und Märchen. Das manifestiert sich auch in Eleonore Freys Sprache, in der sich Leichtigkeit mit poetischer Energie verbindet.« (Christine Lötscher, Tages-Anzeiger)

»Eleonore Frey gehört seit vielen Jahren zu den originellsten, eigenständigsten und konsequentesten Stimmen der Schweizer Literatur. In Muster aus Hans macht sie für uns das Andersseins ihres Protagonisten erlebbar, ohne zu psychologisieren oder auch nur ein einziges Wort zu erklären. Sie führt die Welt, in der Hans lebt, vor, in dem sie etwas in Sprache bannt, das wir so noch nicht kannten. (…) Ein ganz aussergewöhnliches Buch.« (Manfred Papst)

»Eleonore Freys Buch ist von höchster Aufmerksamkeit und subtilster Einfühlung, und es ist in keiner Sekunde voyeuristisch oder sentimental. In seiner knappen, kristallinen Sprache eröffnet es uns eine Welt, die ihren eigenen Zauber hat. Wir erfahren viel in ihm, nicht nur über das faszinierend fremde Wesen Hans, sondern auch über uns, und wir lernen, unsere Wahrnehmung zu überprüfen.« (NZZ am Sonntag)

»Langsam spüren die Lesenden, dass dieses Muster aus Hans zwar von der Norm abweicht, damit aber die Vielfalt der Gesellschaft bereichert, einer Gesellschaft, die keinen dulden will, der sich nicht anpasst.« (Heinrich Boxler)

»Dieser Hans ist kein Jedermann, und wenn er bisweilen den anderen, die alle sind, als Ungeheuer erscheint, dann deshalb, weil er sich nicht zähmen lässt. Er duscht nicht, wenn es gewünscht wird. Er lässt seinen Bart wuchern. Er blickt den Menschen auf der Strasse in die Augen, bis sie sich belästigt fühlen. Er lässt den Regen in seinen Kragen rinnen. Er will die Kellnerin heiraten, doch die Riten der Liebesanbahnung sind ihm unzugänglich.« (Dorothea Dieckmann, NZZ)

»Es fasziniert die Nüchternheit und Präzision von Freys Sprache, die der formalen Vorgabe eines ›Berichts‹ Folge leistet, die in ihrer Distanznahme aber genau das schafft, was eben nur scheinbar widersprüchlich ist: Nähe.« (Markus Bundi, St. Galler Tagblatt)

»Sätze von außerordentlicher Schönheit.« (Weltexpress)

»Eleonore Frey beschreibt diesen Hans aus seinem Inneren, in einer klaren, vielschichtigen und klischeefreien Sprache. Die Erzählung wirft den Blick wieder zurück auf eine Gesellschaft, die sich dem Anderssein verschließt und es abstößt.« (René Zipperlen, Der Sonntag)

Das Buch ist »geschrieben mit einem staunenswerten Einfühlungsvermögen, mit dessen Hilfe ein sehr authentisches, auch in seiner Widersprüchlichkeit nachvollziehbares Portrait entsteht. Zudem ist Frey eine Meisterin der klaren und zugleich behutsamen Sprache.« (Darmstädter Echo)

»Ein wundervolles Buch, eine beglückende Leseerfahrung und zugleich der schönste Traktat über die Liebe, den ich seit langem gelesen habe.« (Martin Schneider, Darmstadt)

»In ihrem mit grosser Einfühlungskraft geschriebenen Buch Muster aus Hans portraitiert Elenore Frey einen ›wilden‹ Mann, der ›anders‹ ist als die anderen. Sie ergreift damit Partei für eine individuelle Sicht auf die Welt.« (Helmut Dworschak, Thurgauer Zeitung)

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