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Thomas Stangl
Was kommt
Roman 2009
ISBN: 9783854207528
19.- €
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gebunden, 21 x 13 cm 184 Seiten
Von den zahllosen Lebenden und Toten, die Wien bevölkern, hebt Thomas Stangl in seinem dritten Roman zwei Personen heraus: Emilia, 17, die wir im Sommer 1937 kennenlernen, am Vorabend der historischen Katastrophe, und Andreas, den Pubertierenden, der vierzig Jahre später, Ende der 70er Jahre, wie Emilia allein mit seiner Großmutter lebt und ebenfalls in eine private? politische? Katastrophe gerät.
Geschichte ist nicht nur das, was sich schon ereignet hat, »Geschichte heißt, das kommt erst«, schreibt Thomas Stangl. Für seinen Roman bedeutet das, dass sich verborgene Motive, kaum merkliche Anklänge, Wiederholungen, Blicke, ja auch Menschen quer durch das Buch und die Zeiten ziehen, das Wiedergänger-Motiv, Elemente der Gespenstergeschichte spielen schon in Ihre Musik eine gewisse Rolle (wie wir auch Emilia Degen schon aus diesem Roman kennen, als die ältere der beiden Frauen).
In überwältigenden, auch schockierenden Bildern hält Stangl das fest, was sich der Beschreibung – zumindest in der gegenwärtigen Literatur – entzieht und wofür wir höchstens den Film als zuständig erachten: er schafft Räume des Übergangs, der Unschärfen, der Ahnungen und Déjà-vus, Räume für die Lebenden und die Toten, die Geschichte und ihre Opfer, Sterben und Verschwinden, Wirklichkeit und Traum. Thomas Stangls Sätze sind ein Rausch der Wahrnehmung, der die Grenzen zwischen Innen und Außen auflöst und eine befreiende Wirkung hat wie wenige Bücher, ein barock-romantisches Meisterwerk.
Longlist Deutscher Buchpreis 2009
Platz 2 der ORF-Bestenliste April 2009
Platz 1 der ORF-Bestenliste Mai 2009
manuskripte-Preis 2009
Nominiert für den alpha-Literaturpreis 2010
»Stangl öffnet uns Wahrnehmungstüren. Er arbeitet an der Wiedererschreibung der verlorenen Zeit. Das ist eine Literatur, in der ich mich sehr frei fühle.« (Iris Radisch in ihrer Laudatio zum Telekom-Austria-Preis für einen Auszug aus Was kommt)
»An der Wasserscheide des Erzählens: ein grandioser Roman.« (Florian Kessler, Süddeutsche Zeitung)
»Atemlos vorgetragen und in seitenlangen Sprachblöcken reißt dieses Buch den Leser in das Geschehen hinein.« (Gisela von Wysocki, Die Zeit)
»Ein großes komplexes Kunstwerk.« (Cornelia Niedermeier, Der Standard)
»Ein grandioser Roman. In Thomas Stangl hat die österreichische Literatur einen Nachfolger Musils und Thomas Bernhards gefunden.« (Sibylle Cramer, Frankfurter Rundschau)
»In virtuos verschlungenen, konsequent im Präsens und Futur gehaltenen Sätzen erzählt Stangl zwei Lebenssschiksale in verschiedenen und doch im Detail verblüffend ähnlichen Epochen, Sätze, die man zweimal lesen sollte, um ihre Vielschichtigkeit, ihren Anspielungsreichtum ganz aufnehmen zu können.« (Oliver Pfohlmann, FAZ)
»Thomas Stangls Prosa handelt von der Hintergehbarkeit von Geschichte, vom Ineinanderübergehen von Körpern und Räumen, vom Verschwimmen der Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit und nicht zuletzt von der Auflösung des Individuums. Schon in seinen ersten beiden Romanen, Der einzige Ort (2004) und Ihre Musik (2007), war es dem Autor gelungen, dieses ehrgeizige literarisch-ästhetische Projekt erzähltechnisch gekonnt umzusetzen. Dem tragenden Prinzip der Verschränkung zweier Figuren, zweier Lebenswege und -narrative ist Stangl auch in seinem neuen Buch Was kommt treu geblieben. Doch anders als in den beiden Vorgängerbänden tritt nun ein weiteres, im Grunde logisches Moment in den Mittelpunkt, nämlich die Destabilisierung der letzten unverrückbaren Opposition, der Grenze zwischen Lebenden und Toten.« (Gerald Lind, Literaturhaus Wien)
»Stangl schreibt sich und uns tief hinein in den Kosmos von Mensch, Zeit und Geschichte. Schreibt von Wut, Wörtern und Leere, vom Atmen, Sterben und Morden. Die Sprache bleibt kühl. Und erzählt doch voller Mitgefühl von der Kreatur Mensch mit ihrem ›Kern aus Zärtlichkeit und Angst.‹ Stangl schreibt Worte, Sätze, Szenen, die einen durchdringen, nicht mehr loslassen. Mit denen man weiterleben muss – und darf.« (Gabriele von Arnim, Deutschlandradio)
»Dem Angriff der Gegenwart auf alle übrige Zeit wird durch Vergegenwärtigung des Vergangenen begegnet: Noch immer treibt das Hochwasser Eisschollen durch die Prater-Hauptallee.
›Nichts, was sich jemals ereignet hat‹, schreibt Walter Benjamin in seinen berühmten Thesen Über den Begriff der Geschichte, sei ›für die Geschichte verlorenzugeben‹. Dem würde Stangl wohl zustimmen – bei ihm heißt es so: ›Das ist nicht aus und vorbei, das kommt erst.‹ « (Klaus Nüchtern, Falter)
»Der Österreicher Thomas Stangl zählt zu den interessantesten und auch eigenwilligsten Autoren der jüngeren Generation. Virtuos spielt Stangl in seinem neuen Roman mit Motiven romantischer Wiedergänger- und Gespenstermotive. (…) Wer aus ästhetischer Kompromisslosigkeit und sprachlicher Virtuosität Vergnügen zieht, dem wird Thomas Stangl in seinem jüngsten Roman mancherlei bieten.« (Günter Kaindlstorfer, NDR)
»Wie aus dem Strom der Zeit gehoben ist diese Literatur. (…) Ein grandioser Roman, der in eindringlichen Bildern von archaischer Gewalt von der jungen Emilia erzählt.« (Paul Jandl, NZZ)
»Gegenwärtig einer der besten, weil feinsten und ernsthaftesten Autoren im deutschsprachigen Raum« (Katja Gasser, ORF Fernsehen)
»Ein poetisch dichter, sprachlich brillanter Roman.« (Sabine Hartmann, Kreuzer)
»Der zeitkritische Roman untersucht die politische Wirklichkeit vor der Weltkriegskatastrophe. Er verfolgt, wie die damals gesäte Gewalt bis in die Gegenwart der Generation fruchtbar ist, die heute politische Verantwortung trägt. In Thomas Stangl hat die österreichische Literatur einen Nachfolger Thomas Bernhards gefunden.« (WDR)
»Thomas Stangls neuer Roman verunsichert, fasziniert und wirkt lange nach. Mehr kann man von Literatur nicht verlangen. « (Georg Renöckl, Ö 1)
»Virtuos vermischt und verschiebt Thomas Stangl unterschiedliche Realitäten, bis zu ihrem Verschwinden und Wiedererscheinen in einer anderen, neuen Realität. Diese Realität ist bei ihm die Botschaft und diese Botschaft lautet: Alles Gewesene bleibt. Nichts geht endgültig verloren. Zugleich ist nichts wirklich vorhanden. Die Österreicher haben wieder Glück mit ihrer Literatur.« (Olga Martynova, Tagesspiegel)
»Am grossen literarischen Projekt, noch einmal eine Psychologie des Augenblicks zu entwerfen, arbeitet der österreichische Schriftsteller Thomas Stangl mit unbeirrbarem Ernst: Was kommt ist ein zutiefst beeindruckender Roman, der die Gegenwart an die übrige Zeit verloren gibt.« (Paul Jandl, NZZ)
»Ein literarischer Urknall. Zeit und Raum fliegen dem Leser um die Ohren. Ganz große Literatur.« (Werner Krause, Kleine Zeitung)
»Bichler ist ein beschädigtes Individuum oder weniger hochtrabend, im unverblümten Wienerisch einer Hausmeisterin formuliert ›ein kleiner Gestörter‹. Für diese einzutreten zählte schon immer zu den nobelsten Aufgaben von Literatur.« (Klaus Nüchtern, Literaturen)
»Ein brillanter Roman über die dunklen Seiten Österreichs.« (Karl Vogd, Bibliotheksnachrichten)
»Stangl setzt auch in seinem neuen Buch auf sinnliche Beschreibungskunst und sprachlich kunstvolle Zerdehnung der Zeit im Erleben der Figuren.« (Evelyne Polt-Heinzl, Die Furche)
»Dieser Roman ist eine waghalsige – und hoch geglückte – Studie in erzählerischer Dichte. Bis zu welchem Mischungsverhältnis lassen sich die vielzähligen Stränge, Perspektiven, Erlebnisse, Empfindungen, Verzerrungen, Neurosen, Traumen und Träume vermischen, auf dass ein durch äußersten Willen komprimierter Sprachkörper fürs Publikum greifbar und konkret wird? In welcher Ratio stehen Lebende und Tote, Beschworene und Verhasste zu- und nebeneinander? Was sind Vergangenheit und Gegenwart: harte Kontrafakturen oder verwischtes gelebtes Leben in der Zeit?« (Alexander Kluy, Literatur und Kritik)
»Thomas Stangl hat einen ungemein beglückenden Roman als Netz aus Licht, Beziehungen und Geschichte verfasst, der überreichliche Momente gedanklicher Hellsichtigkeit und bisweilen gespenstischer Körperlichkeitssensationen atmet. (…) Eine Literatur, die mehr will als erzählen, eine Literatur, die bleibt.« (Roland Steiner, poetenladen.de)
»Die Rebellion dieses Romans ist eine der radikalen Einfühlung. Um den Gestrigen nicht zum Clown der Gegenwart einer ihm unbekannten Zukunft zu machen, bricht Stangl den Zeitpfeil entzwei.« (Wieland Freund, Die Welt)
»Was kommt wird bleiben.« (Wolfgang Huber-Lang, apa)
»Thomas Stangl fängt die alltäglichen Verrichtungen mit einer beeindruckend feinnervigen, sublimen Sprache ein. Er betreibt poetische Historiographie, indem er intime Gefühlslagen beschreibt und mit ihnen einen Reigen von Ähnlichkeiten und Differenzen sichtbar macht.« (Beat Mazenauer, Der Bund)
»Stangl spürt Resonanzen und Echos in beide zeitliche Richtungen nach und führt uns auf Tuchfühlung mit zwei ebenso faszinierenden wie befremdlichen Charakteren. Ein bestechender Zeitroman.« (Jeff Thoss, Tageblatt)
»Geschichte wird in diesem bemerkenswerten Stück Literatur, das eben für die Longlist des Deutschen Buchpreis nominiert wurde, zu einem Labyrinth ohne Hoffnung oder Trost, aber voller Gespenster. Einem kubistischen Raum der Gleichzeitigkeit, in dem allein der Alltag der Individuen der ›großen‹ Geschichte Widerstand leistet: Ganz nah an seine Protagonisten begibt sich Stangl, lässt den Leser jede ihrer Sensationen wahrnehmen (»der Geruch nach Essig, nach Karfiol, nach Urin, der durch die Wohnungstür dringt«). In virtuos verschlungenen, konsequent in Präsens und Futur gehaltenen Sätzen erzählt der gebürtige Wiener zwei Lebensschicksale in verschiedenen und doch im Detail verblüffend ähnlichen Epochen, Sätze, die man zweimal lesen sollte, um ihre Vielschichtigkeit ganz aufnehmen zu können.« (Oliver Pfohlmann, Badische Zeitung)
»In kostbarer Eindringlichkeit begreift dieser Autor die Vergangenheit als Gleichzeitigkeit von Biografien, als wirklich werdende Erinnerung. Dass Thomas Stangl das überhaupt und zudem in so berauschend befremdliche Sätze fassen kann, ist ein Wunder, das nur die Literatur vollbringen kann.« (Katrin Schuster, Berliner Zeitung)
»Ein ebenso faszinierender wie anspruchsvoller Geschichts- und Zeitroman, dem sich überall überraschende Verbindungen und Übergänge auftun.« (Hessische Allgemeine Zeitung)
Bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt 2007 erhält Thomas Stangl für einen Ausschnitt aus Was kommt den mit 10.000 Euro dotierten Telekom-Preis.
Stimmen aus der Jury:
Daniela Strigl: »Mit großer Kunstfertigkeit gemacht – ich bewundere diesen Text.«
Ilma Rakusa: »Sehr eindrücklich – ein eigener Sound.«
Martin Ebel: »Mit großer Konsequenz gearbeitet – mir imponiert der Text sehr.«
Iljoma Mangold: »Ein sehr begabter sprachgewaltiger Autor.«
Ursula März: »Literatur auf einem sehr hohen Niveau.«
Klaus Nüchtern: »Unglaublich suggestiv – eine grandiose Beschreibung vom blöden Erwachsenwerden.«
Iris Radisch: »Stangl öffnet uns Wahrnehmungstüren. Er arbeitet an der Wiedererschreibung der verlorenen Zeit. Das ist eine Literatur, in der ich mich sehr frei fühle.«
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