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Autor
> Felix Philipp Ingold
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Felix Philipp Ingold
Tagesform
Gedichte auf Zeit 2007
ISBN: 9783854207221
16.- €
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gebunden, 21 x 13 cm 96 Seiten

Nach den Lyrikbüchern Auf den Tag genaue Gedichte (2000) und Jeder Zeit andere Gedichte (2002, beide bei Droschl) legt Felix Philipp Ingold nun mit dem neuen Band Tagesform den dritten Flügel seiner poetischen Trilogie »zur Zeit« vor: ein großes Vorhaben, der Zeit dichterische Form zu geben, den Moment wie die Dauer, Zukunft wie Vergänglichkeit im Gedicht gegenwärtig zu machen.
Einer der konsequentesten Einzelgänger heutiger deutschsprachiger Poesie zeigt sich mit seinem neuen Gedichtband in allerbester Tagesform. Wie kein zweiter weiß Ingold die Doppelfunktion der lyrischen Sprache zu nutzen, Klang und Bedeutung in gegenseitiger Spannung zu halten, verborgene Subtexte ans Licht zu holen und den klangschönen Schein der Oberfläche zu dekonstruieren, bis das karge Konzentrat eines verborgenen Sinns aufscheint. Bei all diesen linguistisch und ästhetisch avancierten Schreibweisen bleibt er doch
immer leicht, verspielt und wach für vielerlei Möglichkeiten sinnlicher Erkenntnis am Leitfaden der Sprache. Auch vor Kalauern und parodoxen Scherzen scheut Ingold nicht zurück, der damit der Erlebniswelt des modernen Gedichts und seinem vielfältigen Formenreichtum ganz respektlos seine Reverenz erweist.
Muss man erwähnen, dass der Motor dieses lyrischen Sprach-Spiels tiefer Ernst ist? Dass die Trauer um die letztendliche Vergeblichkeit der
Dichtung (»kein noch so/ Heiliger weiss Zahl und Namen aller/ die tot
sind«) in Leben und Text nicht zu verdrängen ist? Umso mehr bewundern wir die Haltung, mit der Ingold der dichterischen Rede auch in dürftiger und düsterer Zeit präzise Leichtigkeit verleiht.
»Was Ingolds Gedichte an den Tag fördern, ist nicht Sprache, sondern Wort, Laut, Buchstabe. Bedeutung (vielmehr: Bedeutungen) verschaffen sie sich selber. Oder auch nicht. Ingold ist nicht der Autor, der sie dazu zwingt. Das Einzige, was er den Wörtern abverlangt, ist Präsenz und Offenheit für die anderen (…) Aus ihrem Dunkel fördert er die Wörter ans Tageslicht, in dem sie aufblitzen.« (Samuel Moser, NZZ)
»Ein furioses Klangspiel. Ingold führt einmal mehr virtuos vor, wie sich lautverwandte Wörter, die semantisch wenig miteinander gemein haben, ›als selbständige Attrasktoren gegenseitig verbinden‹. (…) Ingold will uns aufwecken aus unseren bewusstlosen Routinen der alltäglichen Rede.« (Michael Braun, Schweizer Monatshefte)
»Die Tagesform beginnt mit ›Tagesnorm‹, und schon da ist vorgeführt, wie Worte durch das, was in ihnen mitschwingt, zueinander in Spannung geraten können. (…) So hebt jedes Gedicht mit einer raffinierten Doppeldeutigkeit an, die ausgesponnen und dann in Spannung objektiviert wird – oder aber gelöst, denn auch als Anti-Hegelianer ist Ingold nicht dogmatisch. (…) Diesen Raum der Sprache, der das Mögliche nicht außer Acht lässt und des Faktischen dabei nicht verlustigt geht, kann man als Verpflichtung und Resultat dieses Gedichtbandes gleichermaßen sehen. Das Resultat ist gekonnt und geschuldet zugleich, große Wortkunst, die anzuempfehlen ist.« (Martin A. Hainz, literaturkritik.de)
»Ein vielfach verflochtener Komplex miteinander korrespondierender Gedichte; das eine wird zum Anstoss für ein nächstes. Es sind im besten Sinn Wiederaufnahmen, die sich im Band aneinanderreihen und dasselbe aus unterschiedlichen Perspektiven mehrfach beleuten: Zeitpunkt und Unendlichkeit in einem.« (Markus Bundi, Basler Zeitung)
»Sich am poetischen Kalender zu erquicken oder sich auf den weithin mäandernden Fluss der ganzen Trilogie einzulassen, ist gewiss ein sinnreicher Appell an eine leidenschaftliche Leserschaft.« (Florian Vetsch, saiten)
»Im besten Sinn Wiederaufnahmen, die sich aneinanderreihen und einunddasselbe aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten.« (Wiener Zeitung)
»Subtil und vor allem hörbar setzt Ingold seine stilistischen Mittel ein. Rhythmische Binnenreime, überraschende Anspielungen, eigenwillige Wortwendungen (…) virtuos.« (Der Bund)
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