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Georgi Gospodinov
Natürlicher Roman
2007

Aus dem Bulgarischen von Alexander Sitzmann.

ISBN: 9783854207283
19.- €
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gebunden, 21 x 13 cm
176 Seiten

Ein Ehebruch in Sofia – und seine literarischen Folgen.

»an anarchic, experimental debut« (The New Yorker)
»both earthly and intellectual« (The Guardian)
»a humorous, melancholy and highly idiosyncratic work« (The Times)

Ist ein Roman nicht das genaue Gegenteil von »Natur«? Ein Stück Natur wie etwa das hundertfach facettierte Auge einer Fliege, oder das sogenannte »natürliche Bedürfnis«, dem wir wohl oder übel im Klo nachgehen? – Der Erzähler dieses Buches aber möchte einen Roman, so natürlich wie der Alltag, schreiben. Oder auch ein Buch, das ausschließlich aus Anfängen besteht (und jedes Mal nach Seite 17 neu beginnt). Oder nur aus Verben.

Aber keine Angst: was sich wie ein trockenes Übungsstück Postmoderne anhört, ist nicht nur originell und witzig, sondern steckt durchaus voller Leben. Der Erzähler ergeht sich in zahllosen Abschweifungen, Abschweifungen zur Form des Romans und zur eigenen Geschichte, zu Carl von Linné und zu Toiletten, zu Fliegen und zu Drohnen – und er hat gewichtige Gründe, sich in Abschweifungen zu verlieren: All diese Fragen nämlich, die sich rund um die für die Postmoderne zentrale Frage der Autorschaft erheben, drängen sich dem Erzähler unseres Romans in dem Moment auf, in dem ihm eröffnet wird, dass seine Ehefrau ihn betrogen hat und er nicht der Urheber ihrer Schwangerschaft ist.

Georgi Gospodinov hat mit dem Natürlichen Roman einen der erstaunlichsten und bewegendsten Romane rund um einen Ehebruch geschrieben – die Ehefrau heißt bezeichnenderweise Emma –, einen Roman, der, obwohl außerordentlich unterhaltsam, auf der Höhe literaturtheoretischer Debatten steht und gleichzeitig mit viel Sinn für Schabernack sein Spiel mit ihnen treibt.

»Ein funkelndes Kaleidoskop von Erzählungen, Parabeln, Kindheitserinnerungen und philosophischen Spekulationen (…) Georgi Gospodinovs Natürlicher Roman verspricht ein munteres auch tiefgründiges Spiel mit der Kunst des Romans und dem Prekariat der Autorenschaft – und hält sein Versprechen auf das Amüsanteste.« (Wolfram Schütte, Deutschlandradio)

»Georgi Gospodinovs Natürlicher Roman ist wie ein Zauberwürfel – ein Buch mit vielen bunt leuchtenden, durcheinandergewürfelten Facetten, die zu einem harmonischen Ganzen zusammenzufügen unmöglich scheint. Und doch fließt am Ende ganz leicht alles ineinander und geht perfekt auf – und das ist das Verblüffendste: wie Georgi Gospodinov es schafft, die Geschichte eines Ehebruchs, die dem Stoff immanenten erzähltheoretischen Diskussionen über den Tod des Autors und eine Naturgeschichte des Alltags miteinander zu verschränken und daraus auch noch ein Buch zu machen, das ausgesprochen vergnüglich zu lesen ist, das ist wahrlich Zauberwürfelmeisterkunst.« (Katharina Narbutovic, WDR)

»Ein kleines, raffiniertes Meisterwerk.« (Richard Kämmerlings, FAZ)

»[Ein] äußerst gelungener Roman. Georgi Gospodinov ist ein experimenteller Humorist der Verzweiflung.« (Jörg Plath, Neue Zürcher Zeitung)

»Das Schönste an diesem Buch ist die Leichtigkeit der Sprache, ein fast schon plaudernder Ton und ein feiner, distanzierender Humor.« (Jörg Magenau, Literaturen)

»Eine atemberaubende Dichte (…) Es brennt unter den Nägeln. Zehnmal mehr als das, was die meisten deutschen Autoren zu Papier bringen.« (Elske Brault, NDR)

»Ein komischer und dazu experimenteller Roman. Gospodinov nimmt das Scheiden wörtlich: als Trennen, Aufspalten und Zerlegen bis in die kleinsten Einheiten. Und so beginnt der Ehemann nach der Trennung, sich förmlich zu zersetzen. Sein Leben zerfällt in einzelne Bestandteile, in hochfliegende Pläne, lächerliche Bruchlandungen, gelehrte Kneipengespräche und innige Katzenliebe. (…) Gospodinov ist ein intellektuell-anarchistischer Humorist der Verzweiflung.« (Jörg Plath, Deutschlandradio)

»Danke, lieber Erzähler, das hat Spaß gemacht.« (Werner Schuster, Wiener Zeitung)

»Die Leser werden aus der Lektüre des "Natürlichen Romans", den Texten zu den Themen Anfang und Ende – der Beziehung, der Verdauung, des Lebens und der Hoffnung –, vielleicht erkennen, wie etwas Organisches direkt aus dem Leben entstehen kann und werden sich an der Leichtigkeit der Sprache, dem plaudernden Ton und dem feinen, distanzierenden Humor freuen.« (Wolfgang Moser, sandammeer)

»Je abseitiger die Reflexionen, umso erfrischender gestaltet sich die Lektüre (…) Selten war Untergehen so vergnüglich.« (Sebastian Fasthuber, Der Standard)

»Der Roman, der den Autor, der zuvor Gedichte schrieb, 1999 schlagartig bekannt machte, gilt als einer der erstaunlichsten und bewegendsten, die rund um einen Ehebruch geschrieben wurden.« (Uschi Loigge, Kleine Zeitung)

»Das liest sich ungeheuer witzig.« (Anton Thuswaldner, Salzburger Nachrichten)

»Was für ein kleines bulgarisches Wunder!« (Peter Pisa, Kurier)

»Das Buch ist raffiniert, verspielt, abgründig – und souverän übersetzt ist es auch. Und man bemerkt erst auf den zweiten Blick, welche Schrecken es bereithält. Es erzählt die Geschichte eines Mannes, der sich in seiner Vereinsamung und Vervielfältigung immer mehr abhanden kommt und der sich schließlich vollends aus der Welt hinauserzählt. Die Natur, die dieser ›natürliche Roman‹ aufruft, ist aller utopischen Qualitäten beraubt. Sie ist das schiere Vorhandensein der Dinge, die uns zum Verschwinden bringen und die übrigbleiben, wenn wir nicht mehr da sind, die Pflanzen, die Fliegen, der Kot und die Kunstwerke. Und indem der Roman seine Figuren und zuletzt sogar seinen Autor vervielfältigt und auslöscht, ist er auch ›natürlich‹.« (Saarländischer Rundfunk, Christian Schuler)

»Das macht die Faszination dieses Buches aus: dass es auf seinen knapp 170 Seiten unter ständiger Berücksichtigung der Herkunft des Autors die europäische Kultur- und Geistesgeschichte abgrast und die ihr entnommenen Splitter im Text spezifisch nachvollziehbar macht. Von einem Gespräch über Quentin Tarantino und einem Rezept über Orangensuppe über Empedokles, Anaxagoras und Demokrit bis hin zu Emir Kusturica (…) Dieses Buch ist aus dem Leben gewachsen.« (Klaus Kastberger, Die Presse)

»Gospodinov gelingt auf knapp 170 Seiten eine solche Prallheit des Lebens vorzuführen, hoch stilisiert und doch lebenssatt, voller Komik und doch überfirnisst von Erfahrungen aus der Zeit kommunistischer Herrschaft.« (Inforadio)

»Ein bunter, sprachlich vergnügter und auch humorvoller Roman über die eigenen und historischen Zusammenbrüche und den Kampf gegen das Verschwinden.« (Manuela Lück, literaturkritik.de)

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