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Roger Caillois
Die Schrift der Steine
2004

Aus dem Französischen und mit einem Nachwort von Rainer G. Schmidt .

ISBN: 9783854206538
25.- €
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engl. Broschur, 21 x 15 cm
200 Seiten

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Roger Caillois ist nicht nur der »Erfinder« von Jorge Luis Borges (er hatte den Argentinier in den 40er Jahren kennengelernt und mit seiner Übersetzung von El aleph 1953 den europäischen Ruhm des Autors begründet), Caillois ist auch in seinem eigenen Werk der wohl gründlichste Erforscher der vielfältigen Erscheinungsformen des Fantastischen. Lebenslang war er fasziniert von den Verkörperungen der unbelebten Natur, den Steinen, Mineralen, Kristallen, und schrieb zwei Bücher zu diesem Thema: Steine, 1966 (deutsch 1983), und Die Schrift der Steine, 1975.

Sein kundiger Blick sieht in den Achaten, Opalen, Jaspisen und anderen außen so gewöhnlich wirkenden Kieseln wahre Schatzkammern der Natur. Bei der Suche nach der ›Schrift im Stein‹ stößt er auf den Schriftgranit, mit seinen keilschriftartigen Zeichen, und den Glimmer, mit seinen buchähnlichen Schichten; in beiden Fällen ist die Unentzifferbarkeit sichergestellt, die elementare Bedeutungslosigkeit alles (scheinbar) Bedeutenden. Steht hinter der schönen Kunst-Natur mit ihren Spiegelungen und Ähnlichkeiten die Grenze des Menschlichen, dessen Abgrund? Nicht die Fülle der metaphorischen Weltschau, sondern elementare Bedeutungs-Entleerung?

»Vor dem ›Gerede unserer Tage‹ versenkt Caillois sich in zeitlose Materie. Verrätselt, meditativ, stilistisch glänzend gibt sich Caillois dem Trug der Natur, der Illusion von Bedeutung hin und bringt die fantastische Seite der Steine zum Tanzen.« (Insa Wile, Die Zeit)