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24. Juni, 20:00 Uhr
Villach, Park des Parkhotels Villach

 

Bettina Balàka
Eisflüstern
Roman
2006

ISBN: 9783854207108
24.- €
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Vorzugsausgabe erhältlich >

gebunden, 21 x 13 cm
392 Seiten

»Bettina Balàka legt mit Eisflüstern ein erstaunliches Buch vor: ein Epos über das verarmte Wien der frühen Zwanzigerjahre, gerkleidet in einen Kriminalfall, dessen Auflösung bis zum Schluss für Spannung sorgt.« (Erwin Riess, Die Presse)

Wien 1922. Balthasar Beck kehrt entkräftet, aber – wenigstens körperlich – unverletzt ins heimatliche Wien zurück und sucht nach tagelangem Zögern endlich seine Familie auf. Er wird von grauenvollen Erinnerungen an die Gefangenschaft, die Gemetzel und die Gräuel des Krieges heimgesucht und hat Mühe, in sein altes Leben zurückzufinden. An seinem alten Arbeitsplatz bei der Kriminalpolizei sieht er sich mit rätselhaften, bestialischen Mordfällen konfrontiert, die mit den gerade vergangenen Jahren in Sibirien verknüpft zu sein scheinen.

In ihrem neuen Roman erweckt Bettina Balàka bis ins Vokabular hinein den entbehrungsreichen Nachkriegsalltag zum Leben. Nüchtern, minutiös, mit fast ironischem Unterton schildert sie die tragischen und grässlichen Ereignisse des Krieges. Eisflüstern besticht durch die Intensität und Genauigkeit der historischen Details: einerseits das Wien der frühen 20er-Jahre, wo die gerade abgeschaffte Monarchie noch ebenso in den Köpfen spukt wie ein sich langsam radikalisierender Antisemitismus, andererseits die Welt der Lager weit im Osten, die Gefechte und Schlachten in den russischen Steppen, Krankheit, Hunger und Elend, das alles vereint sich in Balàkas distanzierter Betrachtung zu einem enorm kunstvollen Gesellschaftspanorama.

Fundierte Detailrecherchen machen aus der ohnehin schon spannenden Geschichte eine äußerst lesenswerte Studie über den Beginn der modernen Gesellschaften im frühen 20. Jahrhundert; die ungelösten Probleme – und moralischen Fehlentscheidungen – der Vergangenheit werden zu Störfällen des zivilen Alltagslebens. Nicht nur für die Wiener Kriminalpolizei …

»Ein unvergessliches Buch.« (Katrin Schuster, Stuttgarter Zeitung)

»Die Autorin hat ihren Stoff gewissenhaft recherchiert (…) Hochreflektiert und komplex leidet Balàkas Buch doch nie an der Schwere eines Metawissens, das kunstvoll in Handlung, Dialoge und Psychogramme der Figuren integriert ist. (…) Balàkas Buch lässt sich schwerlich einem Genre zuordnen, was bereits ein Indiz seiner Qualität ist.« (Jan Koneffke, Deutschlandradio)

»Weil all dies meisterhaft erzählt ist, hält einen Eisflüstern lange gefangen. Bettina Balàka hat es verdient, auch in Deutschland entdeckt zu werden.« (Thomas Schmitz-Albohn, Gießener Anzeiger)

»Balàka schaffte eine sinnlich-dichte Atmosphäre, in der wir gebannt verharren, bis zur letzten Seite. Und das liegt nicht nur an den aufzuklärenden Morden, sondern auch am Alltag in Wien 1922.« (Ulrike Sárkány, NDR)

»Ein episodisches, sprachlich funkelndes Mosaik, das so uneinheitlich, bunt und doch organisch ist, wie es wohl nicht einmal der Semmelkloß namens Österreich je war.« (Brigitte Preissler, Berliner Zeitung)

»Eindrucksvolle Bilder in einer kraftvollen und abwechslungsreichen Sprache.« (Alexander Kluy, Rheinischer Merkur)

»Ein Glücksfall in der österreichischen Literatur.« (Wienerin)

»In Zeiten, in denen man auch in Deutschland wieder mit Kriegsheimkehrern rechnen muss, ist Balàkas historischer Roman aktueller, als einem lieb sein kann. Vor allem aber zeigt Eisflüstern, dass man die alte und neue Unsicherheit nicht durch die Ausrufung ästhetischer oder gesellschaftlicher Ausnahmezustände abschütteln kann. Helden werden, wenn überhaupt, am Küchentisch gemacht.« (Sascha Michel, Frankfurter Rundschau)

»Die Stärke von Eisflüstern liegt nicht zuletzt im Atmosphärischen. Balàkas Sprache ist präzis und sinnlich (…) ein hervorragendes Buch.« (Daniela Strigl, Der Standard)

»Eisflüstern liest sich zwar so spannend wie einer der bluttriefenden Schmöker Henning Mankells, doch ist der Krimilook nur Tarnung für eine andere aufwühlende Geschichte: der vom Krieg und seinen schrecklichen Folgen. Das Buch kann als Kriminal- ebenso wie als historischer Roman gelsen werden, als Psychogramm eines vom Krieg korrumpierten Heimkehrers, wie auch als Sittenbild aus dem Nachkriegs-Wien von 1922 und als Brechtsche Warnung: 'Lasst euch nicht verführen!' « (Ditta Rudle, Buchkultur)

»Mehr als beachtlich ist die Hingabe und Genauigkeit, mit der Bettina Balàka das Wien der 20er Jahre portraitiert. Wie intensiv sie aber in persönliche Schicksale geschlüpft sein muss, um dieses Buch so eindringlich schreiben zu können, ist schlichtweg sagenhaft.« (Caro Wiesauer, Kurier)

»Ein schönes Buch.« (Leopold Federmair, Neue Zürcher Zeitung)

»Ein Buch, das ich nach dem Lesen der ersten Seiten nicht mehr aus der Hand legen konnte.« (Georg Walz, literaturkritik.de)

»Man bleibt ihr gebannt auf den Fersen.« (Susanne Schaber, Literatur und Kritik)

»Mit mächtigen Bildern, detaillierten Schilderungen und ungeheurer Einfühlung in die von Gott, Kaiser und Vaterland verhökerten Mannsbilder hat dieser Roman eine Qualität, die an Werke Christoph Ransmayrs und Isabel Allendes gemahnt. Die Balàka, längst literarische Fixgröße, hat sich damit in ihren einstweiligen Olymp geschrieben.« (Frido Hütter, Kleine Zeitung)

»Bemerkenswert ist die sprachliche und stilistische Bravour, mit der Bettina Balàka die Geschichte erzählt. Einfühlsam, ohne Sentimentalität, stellenweise poetisch mit Anklängen an die damals gängige Metaphorik, aber ohne Penetranz. Kurz: Eisflüstern braucht den Vergleich mit den besten amerikanischen Büchern nicht zu scheuen.« (Werner Schandor, Der Falter)

»Wie es Bettina Balàka als Nachgeborener gelingt, die Erfahrungs- und Erkenntnisessenz der eisigen Jahre des Ersten Weltkriegs zu erfassen und in ein Eisflüstern zu gießen, das ihren Roman als Grundton durchzieht, das ist beeindruckend.« (Katharina Narbutovic, WDR 3)

»Der Leser taucht ein in das Wien der frühen zwanziger Jahre, atmet den üblen Geruch des aufkommenden Antisemitismus in Österreich und bekommt einen Eindruck von der Situation der Männer in russischer Gefangenschaft in den Lagern im Osten. Ein wirklich gelungenes Buch und hervorragendes Stück Literatur.« (Winfried Stanzick, Sandammeer)

»Balàkas Roman ist von ungeheurer Dichte und lässt doch dem Leser genügend Spielräume, selbst die angedeuteten Lücken und Brüche, die schwarzen Löcher im Bewusstsein eines im Krieg schwer traumatisierten Protagonisten zu springen, um mögliche Erklärungsmuster zu finden. Dabei – und das verdient schließlich die Höchstnote – ist Balàkas Roman auf jeder Seite erzählt – und weder papieren ideologisch und wegdisputierend noch psychologisch deutend und aufschlüsselnd.« (Werner Jung, Freitag)

»Ein außergewöhnliches Buch für Leser mit gehobenen Ansprüchen.« (Schweizer Bibliotheksservice)

»Ein genau recherchiertes Bild der Zwischenkriegszeit … besonders beeindruckend.« (Ö1)

»Wie bei einer Symphonie schlägt Bettina Balàka mehrere Themen an und verknüpft Gegenwärtiges mit Vergangenem, Privates mit Beruflichem, Erlebtes mit Erinnertem bzw. Erdachtem zuletzt zu einem Ganzen. Diese Struktur bietet dem Leser nicht nur größtmögliche Abwechslung, sie hat auch den Vorteil, die Spannung bis zum letzten Kapitel zu halten.« (Harald Klauhs, Die Furche)

»Die mehrfach preisgekrönte Autorin malt nicht nur ein außergewöhnlich lebendiges und einfühlsames Sittenbild der physisch wie psychisch ramponierten Zwischenkriegsgesellschaft. Sondern liefert zudem eine spannungsgeladene Zeitstudie.« (Elisabeth Habitzl, Brigitte)

»Bettina Balàka erzählt die Geschichte so, dass mir die Erfahrungen ihres Protagonisten greifbar nah rücken, sie hat – was mir als nicht geringe Kunst erscheint – eine Person aus Fleisch und Blut geschaffen, eine Person, von der man glaubt, es könnte sie wirklich gegeben haben. Und sie hat einen Ton gefunden, der in Anklängen ein wenig von einer versunkenen Welt auferstehen lässt.« (Karin Fleischanderl)

»Bettina Balàkas hochsensibler Umgang mit ihrem künstlerischen Rohmaterial, mit dem Wort, macht aus dem Roman ein atemberaubendes Leseerlebnis. Die narrative Struktur ist absolut meisterhaft: aus Perspektivwechseln und Rückblenden ergibt sich ein dreidimensionales Gesamtbild, das uns tief eindringen lässt in die Vergangenheit.« (Laudatio anlässlich der Verleihung des Friedrich Schiedel-Literaturpreises 2008 an Bettina Balàka)

Prädikat: lesenswert (Jury ORF-Bestenliste)

Platz 9 der ORF Bestenliste Oktober 2006
Platz 6 der ORF Bestenliste November 2006
Platz 6 der ORF Bestenliste Dezember 2006

Textauszug