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Thomas Stangl
Ihre Musik
Roman 2006
ISBN: 9783854207092
19.- €
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gebunden, 21 x 13 cm 192 Seiten
»Mit seinem erst zweiten Buch hat Thomas Stangl schon den besten Ruf zu verteidigen – Ihre Musik ist ein erstaunlicher Beleg für das, was man nicht weiter gönnerhaft ›Talent‹ nennen wird. Unbeirrt schreibt Thomas Stangl seine genauen Sätze, die in eine parabelhafte Enge führen – ins Labyrinth des Lebens. Es ist große Literatur, die für so viel so wenig Platz braucht.« (Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung)
»Thomas Stangl öffnet dem Leser auf diesen fulminanten und konzessionslosen 190 Seiten seines Romans die Augen auf eine Weise, dass man denkt, erst mit solchen Büchern fange, jenseits der guten Unterhaltung, die Literatur überhaupt wieder an.« (Christoph Bartmann, Die Presse)
Zwei Frauen, ihre Wohnung, ihr Stadtviertel und ihre Erinnerungen: das ist das Material, aus dem Thomas Stangl seinen zweiten Roman komponiert hat. Schauplatz ist die Leopoldstadt, geschichtsträchtiger Wiener Stadtteil, in dem Emilie und ihre Tochter Dora ihr ganzes Leben verbringen, bis zum Ende.
In einer überwältigenden Sprach- und Bilderflut, in der sich die Wirklichkeit ständig aufzulösen droht, beschwört Stangl einerseits eine bestimmte Topografie, ein Wien, das so überwältigend kaum je zu lesen war, andererseits die Zeit, das Vergehen der Zeit, die Vergangenheit, den schmerzlichen Verlust, den das ununterbrochene Voranschreiten der Geschichte bedeutet, ihr immergleiches Münden in den Tod. Das erzählende Ich erscheint wie ein Gespenst in den Kulissen des Realen, ein Gespenst, das durch seine übergroße Nähe zu den Personen das Unheimliche erzeugt und aus dem Geschichtsroman fast eine Geistergeschichte macht.
Wie in einem Taumel stürzen wir in die Erinnerungen und Vorstellungen der beiden Frauen hinein und drohen in ihnen verloren zu gehen. Hier ist Literatur mehr als eine wie gut auch immer geschriebene Geschichte:
Stangl ist ein einzigartiger Erforscher des Bewusstseins, ein Reisender in Bereichen, in denen nur die Literatur Ergebnisse zutage bringt – was er schon in seinem Debutroman Der einzige Ort bewies, der ihm den aspekte-Preis einbrachte und dazu einhelliges Kritikerlob: »eine Offenbarung!« (Roger Willemsen) – »ein grandioser Roman« (FAZ).
»In seinem ersten, Aufsehen erregenden Roman Der einzige Ort ist es ihm gelungen, ein historisches Timbuktu so zu beschreiben, als flösse der Niger durch Wien. In seinem zweiten Roman nun macht er es genau andersherum: Ihre Musik beschreibt die Wiener Leopoldstadt, als flösse die Donau durch ein fernes, fremdes Timbuktu. (…) Die Logik dieses Romans? Sie ist erträumt. Seine Wirkung? Sie ist hypnotisch.« (Wieland Freund, WDR)
»Ein Roman, wie man ihn in Zeiten allgemeingültigen Mittelmaßes nur selten zu lesen bekommt: Ihre Musik von Thomas Stangl, mit dem er seine Leser überrascht und seine Verehrer bestätigt (…) unwirklich, poetisch, faszinierend.« (Rudolf von Bitter, Bayerisches Fernsehen)
»Was real, was surreal ist, verschwimmt. Nur festhalten an der Sprache kann man sich da, sich mit ihr treiben lassen im Wellengang der Sätze, einfach hineintauchen in dieses Buch, um im Schlepptau des Autors den Grund der Worte auszuloten. Das soll pure Liebhaberei sein? Aber ja! Zum Glück des Lesers.« (Katrin Schuster, Stuttgarter Zeitung)
»Unter dem Pflaster der Straßen und der Seelen befindet sich ein unerschlossenes, wagemutiges Terrain. Ganze Passagen werden plötzlich im Konjunktiv erzählt und geben den Blick auf Gebiete frei, in denen die Markierungspunkte der Realität ausgehebelt sind. Dann fügen sich Geschichte und Vorgeschichte, Emilias Arbeitszimmer und das Universdum in seiner ganzen Unbegrenztheit auf eine Weise ineinander, als wären alle menschlichen Ordnungssysteme – kausalitätsbezogenes Handeln, räumliche Gebundenheit, zeitliche Bestimmtheit – Pappmaché. (…) Ein außergewöhnlicher Roman.« (Literaturen, Gisela von Wysocki)
»Thomas Stangl erzählt in seinem neuen Roman vom Leben zweier Frauen und entwickelt dabei sprachlich eine derart innige Nähe, dass man glatt meinen könnte, ihnen unter die Haut zu sehen.« (Klaus Kastberger, Falter)
»Ein so gewagtes wie gelungenes Erzählprojekt.« (Wolfgang Paterno, profil)
»Wie der Hilfsbuchhalter in Fernando Pessoas Buch der Unruhe die Lissabonner Unterstadt durcheilt, so kreuzen auch Emilia und Dora, jede für sich, wieder und wieder die gleichen Plätze, Straßen und Häuser, immer dem Nachhall der eigenen Sätze lauschend, dem Wiedererkennen eines Gedankens auf der Spur, den Erinnerungen auf den Fersen.« (Hans Jürgen Balmes, Süddeutsche Zeitung)
»Ein großer Erneuerer des realistischen Erzählens ist zu entdecken (…) ein bahnbrechender Erzähler.« (Sibylle Cramer, Frankfurter Rundschau)
»Schreiben bedeutet Wahrnehmungen zu intensivieren, Literatur körperlich erlebbar zu machen (…) Thomas Stangl ist ein beeindruckend intensives Prosastück gelungen.« (Uta Beiküfner, Berliner Zeitung)
»Der Roman drängt atemlos voran, meist über viele Seiten ohne Abschnitte, ohne Kapitel, ohne optisch wahrnehmbare Gedankenzäsuren – ein einziges gigantisches Textgeschiebe, das sich seinen Weg bahnt.« (Pia Reinacher, FAZ)
»Thomas Stangl wagt sich mit seinem zweiten Roman an das große Weltthema vom Werden und Vergehen (…) Wie kaum einer versteht er es, kraft seiner Sprache Stimmungen zu evozieren und Bilder zu beschwören.« (Maria Seifert, Bücher Pick)
»Dergleichen hat man lange nicht mehr gelesen (…) Der Dichter Thomas Stangl spielt hier mit höchstem Einsatz, und er hat alles gewonnen.« (Jörg Drews, Tages-Anzeiger)
»Thomas Stangls große Erzählkunst erweist sich in der Behutsamkeit, mit der er die Leben mehr erahnbar als direkt sichtbar werden lässt (…) es sind die Grauwerte des gelebten Lebens, deren reiche Schattierungen er sprachlich aufzeichnet.« (Cornelia Niedermeier, Der Standard)
»Es ist, als sähe Stangl genauer hin, als es vor ihm je jemand getan hätte.« (Julia Kospach, Der Bund)
»Eine große poetische Partitur.« (Werner Krause, Kleine Zeitung)
»Man kann Stangls Bücher nur als unverhofftes Glück betrachten.« (Olga Martynova, Der Tagesspiegel)
»In den prachtvoll sich streckenden und noch und noch aufblühenden Satzperioden dieses Buches leuchtet die Schönheit einer sich stets erneuernden, entlang von motivischen Wiederholungen vorantreibenden Sprachmelodie, in der das Glück und das Elend des eigenen Lebens zu vernehmen ist.« (Kurt Neumann, wespennest)
»Stangl zeigt, was Literatur ist. Und was sie sein kann.« (Alexander Kluy, Literatur + Kritik)
»Ein Bewußtseinsroman in der Nachfolge Faulkners und Becketts über eine alleinstehende Frau und ihre Tochter, die als Fremde in ihrer Wiener Heimat leben.« (Sibylle Cramer, WDR)
»Ein Buch wie eine radikale Musik! Wie eine Platte, die ich toll finde, auch wenn ich sie zugegebenerweise nicht ganz verstehe. Lauter! Nochmal! Thomas Standl ist ein Talent der österreichischen Literatur.« (George Weber, Stadtblatt Osnabrück)
Platz 6 der SWR-Bestenliste November 2006
Platz 8 der ORF-Bestenliste November 2006
Platz 4 der ORF-Bestenliste Dezember 2006
Platz 9 der SWR-Bestenliste Februar 2007
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