Literaturverlag Droschl
Neuerscheinungen
Autoren
Bücher
  Home
 

Autor
> Elfriede Gerstl



 

Elfriede Gerstl
Spielräume
1993

Mit einem Nachwort von Heimrad Bäcker

ISBN: 9783854203254
11.50 €
Bestellen >
Warenkorb anzeigen >

Broschur, 21 x 15 cm
104 Seiten

Lizenz erwerben

Spielräume ist eine Sammlung von Gedankensplittern, tagebuchartigen Notizen und experimentellen Arrangements, in deren Zentrum eine Frau namens Grit steht, die sich in der Berliner linksintellektuellen Szene der sechziger Jahre bewegt. Grit ist Teil einer Gruppe österreichischer Emigranten, die sich aus der heimatlichen Enge in die »Frontstadt« abgesetzt haben, wo sie nun herumgammeln: Man zieht von Party zu Party, säuft und kifft, diskutiert in den Kaffeehäusern und plant wilde Aktionen.

»Elfriede Gerstl arbeitet zurückhaltend mit formalen Mitteln, die die literarische Avantgarde der fünfziger und sechziger Jahre bereit gestellt hat. Sie spielt mit Zitaten, stellt Formeln und Floskeln bloß, repetiert und variiert sie, bis ihre untergründigen Zusammenhänge sichtbar werden. Sie setzt diese Mittel ebenso souverän wie unprätentiös ein.« (Neue Zürcher Zeitung)

»Ein grandioser Roman (…) 99 Seiten, prall gefüllt mit klugen und klügsten Sätzen – und viel Witz.« (Cornelia Niedermeier, Der Standard)

Gerstl »arbeitet mit Montage und Collage, setzt triviale Alltagsbeobachtungen und Alltagssätze neben einen bodenlosen Pseudorealismus, etwa wenn es um Aufzählungen geht, lässt die Figuren selber kommentierend zu Wort kommen, grundiert dies allerdings im Gegensatz zu vielen anderen experimentell vorgehenden Autoren der Sechziger Jahre mit Humor, Ironie und entspannter Artistik. Das planvoll planlose Spiel um die Protagonistin Grit verweist in seiner Bewusstheit des Randständigen (und in seiner fatalen Editionshistorie: eine Veröffentlichung im großen Rowohlt Verlag zerschlug sich zur Jahreswende 1967/68, der Text erschien erst zehn Jahre später in Heimrad Bäckers ambitionierter edition neue texte) auf die späterhin einsetzende, kunstvoll gepflegte Randständigkeit der Dichterin Elfriede Gerstl. Die Kleider- und Dingesammlerin erweist sich in diesem für die österreichische Nachkriegsliteratur essentiellen anti-erzählerischen additiven Avantgardeweltgebilde als schwebend grazile, dabei in der Welt verankerte Dichterin, die einerseits, inspiriert von Wittgenstein, Sagbarkeit und Unsagbarkeit zum Motiv sich erwählte, andererseits eine originär weibliche Sicht auf die Welt und auf die männlich dominierte Sprache in ein Kunstwerk von Rang überführte.« (Alexander Kluy, Literaturhaus Wien)