NEUERSCHEINUNGEN
LITERATURVERLAG DROSCHL



                          


   

Max Sessner

Küchen und Züge
Gedichte

»Von diesem Buch muss man einfach schwärmen. Weil es einen anrührt und erfüllt, wie ein Lied oder ein Märchen. (…) Aus dem Alltäglichen zaubert er im Handumdrehen einen märchenhaften Moment.« (Helmut Haberkamm, Nürnberger Nachrichten)

Diese Gedichte sind eine Entdeckung: entdeckt werden kann in ihnen eine wunderbare poetische Kraft, die Welt zu verändern durch genaues Hinsehen, und zwar nicht auf die Brennpunkte, sondern auf die Ränder, auf das Abseitige, auf die Nebensachen. Wie mit leichtester Hand kommt hier Schönheit zustande: eine unbedingte Leseempfehlung!

»Ein überzeugender, berührender Gedichtband.« (Florian Voß, literaturkritik.de)

»Sessner singt mit seinem Band Küchen und Züge den Blues der gewöhnlichen Dinge, halb traurig, halb froh, ein Ausnahmetalent!« (Nürnberger Zeitung)




Es ist ein ganz leiser, unauffälliger Surrealismus, der in diesen Gedichten zutage tritt. Bildbeschreibungen (durchaus auch im wörtlichen Sinn), Erinnerungsbilder, festgefrorene Augenblicke verwandeln sich in diesen Zeilen in fremdartige und überraschende Szenen. So liebevoll genau der Blick des Dichters auch sein mag – etwas bleibt immer rätselhaft, geheimnisvoll, ja, unheimlich: Vexierbilder, deren Schrecken unter harmloser Oberfläche fast lautlos bleibt. Max Sessner hat in diesem Band 80 Gedichte versammelt, das Beste aus mehreren Jahren Arbeit. Er schreibt unzeitgemäß, er gehört keiner literarischen Gruppe an, die Tradition, in der er steht, ist hierzulande nicht sehr populär. Sein Parlando ist von großer Entspanntheit und Leichtigkeit, obwohl doch die Verhältnisse so einfach nicht sind: »Ich bin das kann man sagen / ein Hund der mir zugelaufen / ist«.



       


   

Textauszug

Unsere Väter

Unsere Väter sterben und wachsen wieder in
den Vorgärten unserer Häuser und schauen
uns an sie tragen Stiefel mit schweren Sohlen
damit marschieren sie nachts durch unsere
Träume nehmt uns mit wenn ihr aufwacht
flüstern sie und wir wälzen uns im Schlaf
und fangen an zu schwitzen unsere Frauen
ahnen nichts von alledem sie nicken und
reichen uns die Marmelade zum Frühstück
unterwegs zur Arbeit später wie soll man
das sagen ein Geräusch von Schritten in uns
drin ein Türenschlagen jemand geht jemand
kommt macht Licht und unsere Augen leuchten


                          

       
Unverhofftes Wiedersehen

Die eine Möwe überm See sieht
einer alten Freundin ähnlich zwei
Schnäpse bitte bevor sie sich auf
meiner Schulter niederläßt um mir
ihr Herz zu öffnen sie riecht nach
Himmel und vergessenen Wörtern
ich bin zurück sagt sie fast zärtlich
nimmt sie meine Hand und schaut
mich lange an ein Dampfer fährt
vorbei sie hat sich eine Blume
angesteckt doch ihre Bluse welkt

                          


   





© Bernd Müller

                          


   



Max Sessner, 1959 in Fürth/Bayern geboren, lebt heute in Augsburg. Buchhändler, Motorradfahrer, Antiquar, Hundebesitzer.
Er veröffentlichte mehrere Gedichtbände in kleinen Pressen: Der Würfel Kummerkorn 1991 und Hundszeit/Altes Land 1994 in der Hersbrucker Bücherwerkstätte, Der tschechische Reiter 2003 bei Eric van der Wal, und die CD-Rom Ein Gedicht im Ohr, ein Foto vor Augen, Bilder im Kopf 2000.
                          


   


Küchen und Züge
Gedichte

88 Seiten, 21 x 13 cm, gebunden
ISBN 3-85420-693-3
€ 16.-

Bestellung
   

Unsere lieferbaren Bücher Aktuelles / Neuerscheinungen
Autorenportraits Zurück zum Anfang


© Copyright by Literaturverlag Droschl
A-8010 Graz Alberstraße 18 Tel: +43/(0)316/32-64-04 Fax: +43/(0)316/32-40-71
Stand vom 11. 4. 2006