NEUERSCHEINUNGEN
LITERATURVERLAG DROSCHL



    Oksana Sabuschko
Feldstudien über ukrainischen Sex
Roman

Die unbekannte Ukraine – mit der komplexen Stimme ihrer wichtigsten Autorin!

»Weil dieser Roman aus der Ukraine kommt, haben wir zehn Jahre gebraucht, ihn zu entdedcken, höchste Zeit also, ihn endlich zu lesen – nicht um pflichtschuldig etwas nachzuholen, sondern um einzutauchen in die Weltwahrnehmung einer großen Prosa.« (Cornelius Hell, Die Furche)

»Sabuschko zeigt erstmals in der ukrainischen Literatur, wie die Dissidenten das Trauma, das sie durch Verfolgung und Gulag erlitten, an die nächste Generation weitergeben. In der Liebesgeschichte einer Dichterin und eines Malers lebt es fort. Sie schafft es, nicht nur Geschichte in Sex – und umgekehrt – zu verpacken. Sie schafft eine intime Passion, angesichts derer bloßer Sex geradezu langweilig wirkt.« (Christine Daum, ZDF aspekte)

»Oksana Sabuschko, das muss gesagt werden, ist eine Autorin auf die zu hören wir dringend angehalten sind. Ein Sprachkunstwerk, das zum Abriss überkommender Verhältnisse aufruft. Die Liebe ist ein tragisches Schicksal, solange die gesellschaftliche Lage Machtverhältnisse von starken Männern und schwachen Frauen aufrecht erhält.« (Anton Thuswaldner, Salzburger Nachrichten)

»Brillante Seelenstudien einer vernachlässigten Nation … ein buntes und vielschichtiges Bild von einem Land im Übergang, ohne dabei wehmütig-sentimentale Osteuropaklischees zu bedienen.« (Grit Weirauch, Financial Times Deutschland)

»Hingebungsvolle Feldstudien … Sabuschko gelingen unvergessliche Bilder« (Sonja Zekri, Süddeutsche Zeitung)

»Das ist ein Text, der nicht von prüden Eltern stammt, aber Feldstudien über ukrainischen Sex, der monologische Abgesang auf eine gescheiterte Liebe, ist ein emminent politisches Buch. Die kulturellen Verflechtungen der Geschlechterbeziehungen führen mitten ins Herz der ukrainischen Kulturgeschichte und der gegenwärtigen Gesellschaft des Landes im Umbruch zwischen Ost und West.« (Heinrich Vogler, DRS2)

»Das Aufbruchsdokument einer Ukraine, die dann in der orangen Revolution ihren Kopf erhoben hat. Es hat Oksana Sabuschko zu Recht berühmt gemacht.« (Jörg Plath, Deutschlandradio)

»Das Buch ist ungeheuer kraftvoll und sucht zwischen allen Fronten, die zwischen Ost und West und Mann und Frau liegen, einen eigenständigen Weg, der auch formal hoch spannend und interessant ist.½ (Klaus Kastberger, ex libris)

»eine brillant formulierte zornige Tirade gegen die urkainischen Männer.« (Sonntagszeitung)

»Oksana Sabuschkos analytischer, ironischer Blick besticht.« (Christiane Bauermeister, Emma)

»Es ist eine eigenwillige Mischung aus Tradition und Postmoderne, Christentum und weiblicher Fleischeslust, die Oksana Sabuschko durch einen nervösen inneren Monolog glaubhaft macht.« (Neue Zürcher Zeitung)

»ein ganz neuer, unerhört selbstbewußter, freizügiger Ton.« (Natascha Freundel, WDR)

»ein beeindruckendes Aufbruchsdokument« (Katja Gasser, ORF)

»Die Feldstudien über ukrainischen Sex sind absolut lesens- wie auch liebenswert.« (Nina Kobelt, Surprise)

   

Zwischen Vulgarität und lyrischer Tonlage bewegt sich die Sprache des autobiographisch gefärbten Romans von Oksana Sabuschko, in dem sie die Geschichte einer Frau, einer Dichterin, erzählt, die aus »Fäulnis und Moder« der ukrainischen Geschichte weg will und jetzt an einer amerikanischen Universität unterrichtet. Was sie erfährt, sind jedoch nur die Schrecken des Exils, die sie mit all den anderen teilt, die ihre Heimat verlassen haben und denen es nicht gelungen ist, »sich zu verwirklichen«. Ihre kleine amerikanische Küche wird für diese Frau zum vorläufigen Endpunkt ihres Daseins. Noch einmal aber verschiebt sie ihren endgültigen Abschied vom Leben und legt sich Rechenschaft über das Geschehene ab: die Schrecken ihrer Kindheit, das Aufwachsen unter Sowjet-Verhältnissen, vor allem aber die Liebesgeschichte mit ihrem ersten Mann, einem ukrainischen Maler und Bildhauer, zu dessen »Sexualopfer der nationalen Idee« sie wurde. Der innere Monolog, in dem die Geschichte erzählt wird, mutiert zu einem öffentlichen wissenschaftlichen Vortrag, in dem auf intelligente, witzige und offene Weise der ganze Frust und das Unglück mit den Männern und mit den ukrainischen Verhältnissen abgehandelt wird. Keine Frau hatte sich bisher, formal wie inhaltlich, öffentlich so radikal zu Fragen der Sexualpolitik, zum slawischen Machotum, zur Sklavenmentalität ihrer Heimat geäußert, sodass die Feldstudien über ukrainischen Sex sehr schnell zur ›Bibel des Feminismus‹ avancierten.

»Ich habe die ukrainische Sprache in die Sprache des weiblichen Körpers zu übersetzen versucht.« (Oksana Sabuschko)




              



Oksana Sabuschko, die wichtigste Schriftstellerin der heutigen Ukraine, wurde 1960 geboren und lebt in Kiew. Sie hat ein Philosophie-Studium abgeschlossen, an der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften gearbeitet, war als Fulbright-Stipendiatin in Harvard und Pittsburgh und als writer-in-residence 1992 an der Penn State University. Gegenwärtig ist sie Vizepräsidentin des ukrainischen Pen-Zentrums, unterrichtet kreatives Schreiben an der Universität Kiew und schreibt regelmäßig für Zeitschriften und Magazine zu literarischen Themen. Ihr Werk ist in mehrere Sprachen übersetzt und wurde u.a. mit dem Global Commitment Foundation Poetry Prize 1997 ausgezeichnet.

Sabuschko publizierte seit Mitte der 80er Jahre mehrere Lyrikbände (ein Auswahlband in englischer Übersetzung erschien 1996 in Toronto), mehrere Erzählungen und politisch-philosophische Studien, sowie 1996 den vorliegenden Roman, der noch vor dem Erscheinen als Raubdruck zirkulierte und den Namen der Autorin berühmt machte.

Mit Oksana Sabuschko ist eine Autorin zu entdecken, die aus einem auf der literarischen Landkarte noch nahezu unbeschriebenen Land kommt – selbst Gogol hatte seinerzeit Russisch geschrieben! – und in einer Sprache schreibt, deren Tradition erst in jüngster Zeit wieder zu literarischen Höhen geführt hat, etwa bei Juri Andruchowytsch.




                  


   

Oksana Sabuschko Lesungen

Montag, 19. Juni
Zürich, Literaturhaus

Montag, 10. Juli
Lesung am Donaufestival, Ulm

Im Rahmen von ::Zug 76 tritt Oksana Sabuschko an folgenden Orten auf:
Mittwoch, 27. Sept. 2006 - Haus des Buches e. V. Leipzig
Donnerstag, 28. Sept – Freitag, 29. Sept. - Literarisches Colloquium Berlin
Institut für Ukrainistik, Greifswald

Ukrainische Literaturtage Wien, 19. - 21. Oktober

   
   




Oksana Sabuschko
Feldstudien über ukrainischen Sex

176 Seiten
21 x 13 cm, gebunden
ISBN 3-85420-701-8
€ 19.-

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Stand vom 13. 7. 2006