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Tröstliche Parallelen
Gedichte
Etwa 80 neue Gedichte sind in Tröstliche Parallelen gesammelt; sie befreien, wie es ein früherer Kolleritsch-Titel sagte, unsere Anschauung und unser Empfinden und bei allem zunehmend Fragmentarischen und allem Wissen um das Disparate sie erweitern unsere Wahrnehmung für das Schöne. Und das ist doch das eigentliche Reich der Dichtung.
Alfred Kolleritschs Gedichte galten immer als schwierig; ihre philosophische Grundierung, ihre vielfachen Heidegger-Bezüge, die unverwechselbaren Eigenheiten in Syntax und Wortschatz machen sie zu erratischen Blöcken in der Literatur der letzten 40 Jahre. Dabei wurde es immer deutlicher: In diesen Gedichten ist jeder Gegensatz zwischen Gedanken-, Natur- und Liebeslyrik aufgehoben; wenn es Naturgedichte sind, dann sprechen sie unter dem vordergründigen Bild der Natur von den Bedingungen des Lebens (und der Kunst): Das andere Ufer, / die schönste Nähe, / das Schilf schreibt sie. // Wind und Wellen / schleppen die Wörter / vom Tag in die Nacht. Kolleritschs Gedichte wenden sich gegen die Bilder (Leg du deine Hand auf die Dinge, / decke ihre Haut zu, / daß sie bei sich bleiben.) und werden so selbst zu sinnlichen Ereignissen.
»Der Band versammelt 80 meisterhafte Poeme, die poetische Raffinesse mit Heideggerscher Rätselhaftigkeit verbinden.« (ORF-Bestenliste)
»In der Lyrik ist Kolleritsch ein Meister der Hermetik, der seinen Lesern die trügerische Welt der Wahrnehmung begreifbar macht. Seine Texte haben trotz ihres hohen Reflexionsgrades wunderbare Sinnlichkeit.« (Norbert Mayer, Die Presse)
»Das Vokabular eines Naturgedichts ist bei Kolleritsch dazu da, ins Innenleben der Menschen vorzustoßen. Denn für den Aufruhr unserer Gefühle hat noch keiner eine verbindliche Sprache gefunden. Deshalb müssen die bekannten Begriffe herhalten, sie schütteln ihre herkömmliche Bedeutung ab und führen den Leser in die Dunkelkammer des Herzens.« (Anton Thuswaldner, Salzburger Nachrichten)
»In rund 80 Gedichten, die wie Momentaufnahmen erscheinen, zeigt Kolleritsch seine Fähigkeit, daraus Wort-Bilder über das Vergehen, die Wiederkehr, das Hoffen und Sehnen zu schaffen, in einer rundum zerklüfteten Welt. Ein Buch der Stille, erfüllt mit großem dichterischen Klang.« (Werner Krause, Kleine Zeitung)
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