NEUERSCHEINUNGEN
LITERATURVERLAG DROSCHL



               Händl Klaus
STÜCKE

Ein Werk, das auch auf der Bühne von überraschendster und luftigster Poesie kündet.

»Händl Klaus ist der Dramatiker der Saison.« (Silvia Stammen, die Zeit)

Über die Uraufführung von Dunkel lockende Welt Anfang Februar an den Münchner Kammerspielen:
»Mit Händl Klaus hat das Theater der Gegenwart seit langem wieder einmal eine absolut unverwechselbare Stimme hinzugewonnen. Einhelliger Applaus für zwei Stunden reines Theaterglück!« (Silvia Stammen, Neue Zürcher Zeitung)

»Ein Abend, der beweist, dass das Theater doch noch zaubern kann und nicht nur zaudern, so dass man sich die Augen reibt, und wenn man wieder klar sieht, bloß stammelt: Bravo!« (Christopher Schmidt, Süddeutsche Zeitung)

»Eine witzige Ansammlung von Disputen über Tod und Atemnot … eigentlich eine bitterböse Generationenmeditation.« (Ronald Pohl, Der Standard)

Dunkel lockende Welt ist eingeladen zu:
Berliner Theatertreffen 9. und 10. Mai 2006
Mühlheimer Theatertage am 13. Mai
Autorentheatertage Thalia Theater Hamburg am 4. Juni




Als Händl Klaus 1994 mit seinem Prosaband (Legenden) debütierte, brachte er einen ganz neuen, überraschenden Ton in die deutsche Literatur, war damit überaus erfolgreich – und dennoch publizierte er seitdem kaum mehr Prosatexte, sondern widmete sich fortan dem Theater, wo er ebenfalls durch Nicht-Erfüllen aller Erwartungen reüssierte. In diesem Band sind nun Händls erste drei Theaterstücke versammelt:

Ich ersehne die Alpen; So entstehen die Seen (UA beim steirischen herbst 2001),
(Wilde) Der Mann mit den traurigen Augen (UA beim steirischen herbst 2003, Abdruck in ›Theater heute‹, eingeladen zum Theatertreffen Berlin 2004, nominiert für den Mülheimer Dramatikerpreis 2004)
Dunkel lockende Welt (UA am 1. 2. 2006 an den Münchner Kammerspielen).

»Mit diesen drei Texten hat es der Autor geschafft, unverwechselbar zu sein. Seine Stücke lassen sich auch als Buch mit großem Abenteuergewinn lesen.« (Helmuth Schönauer, Buchkultur)

»Ein Theaterkunstwerk« (Kurier, 23. 10. 2001)

»Das Schönste daran ist die Sprache: Mit Rhythmus und Reim, mit Redensarten und Metaphern jonglierend, nimmt sie den Dingen alle Erdenschwere. Immerhin geht es hier um die großen Lebensthemen, erklingt die Weise von Sehnsucht, Liebe und Tod.« (Ulrich Weinzierl in Die Welt)

»Händls erstes Stück über Eis und Sehnsucht ist schon jetzt das schwerwiegendste Leichtgewicht der Saison.« (Helmut Schödel in der Süddeutschen Zeitung)




              

       

Händl Klaus, geboren 1969 in Rum/Tirol, lebt in Wien, Berlin und Port am Bielersee. Er arbeitet als Schauspieler (z.B. in Filmen von Jessica Hausner, Michael Haneke, Franz Novotny u.a.), drehte mehrere Filme, schrieb Hörspiele (Kleine Vogelkunde, ORF 1996, Hörspiel des Jahres) und das Libretto zur Oper Häftling von Mab von Eduard Demetz (UA 2002).

Für sein Prosadebüt (Legenden) (Droschl 1994) erhielt er den Robert Walser Preis und den Rauriser Literaturpreis. ›Theater heute‹ wählte ihn 2004 zum besten Nachwuchsautor des Jahres.

1. Februar, 20 Uhr, Münchner Kammerspiele
Uraufführung von Dunkel lockende Welt von Händl Klaus.
Regie: Sebastian Nübling. Mit: Gundi Ellert, Hans Kremer, Wiebke Puls.




                          


   

Textausschnitt


Ich schmelze ja dahin in meinen Federn unterm Dach, das in der Sonne glüht. Und weit und breit kein Gipfel und kein Baum, rein gar nichts schenkt mir seinen Schatten! Hier bin ich verloren. Hört ihr mich? Ihr sagt ja nichts. Was habt ihr nur? Ihr fehlt mir, ich kann mir nicht helfen. Ich will mich in die Schluchten stürzen auf die satten kühlen Matten mitten im Geröll! Dabei wirkt ihr verschlossen. Doch wir müssen offen sein, wir müssen miteinander reden! Ich bin an sich anschmiegsam; ich bin ja am Boden zerstört. Ich strenge mich zwar an, ich kann euch aber nicht erreichen. Laßt uns reden. Hört mir zu. Es ist dringend! Liebe Alpen. Hört ihr mich, und könnt ihr mich verstehen? Leider weicht ihr aus. Oder schweigt ihr tief bewegt. Ist es schon um mich geschehn? Ihr könnt es mir ja sagen. Hm? Das wäre schön. Wißt ihr was, ich kann nicht mehr. Ich bin sehr müde. Schaut mir ruhig in die Augen. Ich verschwinde. Ihr seid kühl. Ja. Seid kühl. Ich halte still. Also, überflutet mich. So wird das aber nichts. Es tut mir leid. Wo bleibt ihr denn? Meine Lieben. Was ist los? Ihr wandert ja so langsam, daß ihr nicht zu hören seid, oder steht ihr einfach still. Ich bin auch noch hier. Wo seid ihr, und was wird aus mir? Muß ich mich wiederholen? Ich bin schon auf dem Sprung, es liegt so manches in der Luft, ich bin schon unterwegs. Ich wüßte gern, woran ich bin. Hallo? Ich bin besorgt. Ich höre euch nicht mehr. Seid ihr noch da? Ihr Alpen. Ja? Vielleicht schluckt euch der Schnee. Man weiß ja nie. Ich kann mich aber täuschen. Soll auch ich jetzt leise sein? Es ächzt in den Gelenken, weil ich voller Sehnsucht bin. Ich bin wohl eine Älplerin. Aber meine Knochen liegen schon im Sarg, und darum will ich mich verabschieden. Es erleichtert mich natürlich, mein Leben aus der Hand zu geben und all die Gegenstände.

(aus Olivias Monolog »Ich ersehne die Alpen«)

   
   




Händl Klaus
Stücke
Mit einem Nachwort von Helmut Schödel

152 Seiten
21 x 13 cm, gebunden
ISBN 3-85420-703-4
€ 16.-

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Stand vom 22. 5. 2006