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NEUERSCHEINUNGEN LITERATURVERLAG DROSCHL |


Der Briefwechsel zwischen Lotte Tobisch, Mitglied des Wiener Burgtheaters, und Theodor W. Adorno begann im September 1962 und setzte sich bis zum Tod des Philosophen 1969 fort; er umfaßt etwa 290 Briefe, Ansichtskarten und Telegramme.
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»Daß ich hier eben den widerwärtigsten Angriffen der sogenannten linken Studenten ausgesetzt bin; daß ich meine Vorlesung abgesagt habe und wahrscheinlich während des Semesters überhaupt nicht mehr lese, ist Dir wohl bekannt; und die Schmutzflut, die sich im Anschluß daran ergießt, läßt sich schwer vorstellen, ist mir im übrigen ziemlich gleichgültig, da ich mit der anderen Sache viel zu präokkupiert bin. Aber ich hätte wohl Zeit für einen Abstecher nach Wien, der mich auf andere Gedanken brächte wenn man etwas organisieren würde. [
] Wenn Dir sonst etwas einfällt, laß es mich bitte wissen. Auf Lager habe ich einen Vortrag über Freizeit, der mir wohl recht gut gelungen ist, und einen über empirische Sozialforschung; dann auch den kurzen Resignation, mit dem ich auf die Studentenunruhen geantwortet habe.« (Adorno an Tobisch, 30. April 1969)
»Dein Spiegelinterview hab ich gelesen, fand es sehr gut und vor allem einleuchtend und wenn ich auch verstehen kann, daß man in manchen Punkten nicht Deiner Ansicht ist, so ist mir die Art und Weise wie man dies Dir kundgetan hat völlig unverständlich, weil doch gerade diese Form der Provokation bei Dir so ganz fehl am Platz ist und ich einfach nicht verstehe wieso Schüler von Dir sich in dieser Weise gegen Dich stellen. Ich frage mich also (vor allem anderen) wie es überhaupt möglich war, daß Deinen Studenten keine besseren und interessanteren Argumente gegen Dich eingefallen sind als die, die sie mit Hilfe von nicht sehr hübschen nackten Busen ins Treffen geführt haben? Erlaube mir die vielleicht sehr dumme Frage: ob man für diese Art der Argumentationsführung, die heut ja gang und gebe ist, nicht doch zu guter Letzt die Professoren und den ganzen heutigen Universitätsbetrieb verantwortlich machen muß? Es kann doch nicht nur am Mangel an Verständnis oder Denkkraft der Studenten liegen, wenn sie sich, par exemple gegen einen Denker wie Du es bist, derart verhalten
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A-8010 Graz Alberstraße 18 Tel: +43/(0)316/32-64-04 Fax: +43/(0)316/32-40-71 Stand vom 15. 1. 2004 |