LIBELL
LITERATURVERLAG DROSCHL



LIBELL
Eine literarische Reihe,
herausgegeben von Gerhard Melzer


Ein Buch ist ein Buch ist ein Buch. Und sonst nichts. Wenn das so einfach wäre. Inzwischen meinen viele, nichts sei ein Buch, gemessen an den Möglichkeiten der neuen Medien. Der Literaturverlag Droschl läßt sich naturgemäß nicht entmutigen von derlei Einschätzungen. Unsere Reihe LIBELL versteht sich als selbstbewußtes Bekenntnis zum Buch. Das Wort, längst außer Gebrauch, ist zugleich Programm: es bedeutet ›kleines Büchlein‹ und steht für die singuläre, unverwechselbare Qualität von Büchern.

Die Reihe, betreut von Gerhard Melzer, dem Leiter des Grazer Franz Nabl Instituts für Literaturforschung, will diese Qualität doppelt unterstreichen: durch die Besonderheit der Texte, die sie vorstellt, und durch eine besondere äußere Gestaltung, die jeden Titel auch zum haptischen Erlebnis, zum ästhetischen Genuss macht.

DROSCHL LIBELL präsentiert literarische Kostbarkeiten und Seltsamkeiten, Fundstücke, ungehobene oder vergessene Schätze, Texte in ungewohnter Zusammenstellung und Beleuchtung, kurz: Verführung zum Lesen, in einer Ausstattung (Herms Fritz), die auf ihre Weise bekräftigt, was ein Buch ist. Und sonst nicht.




LIBELL 1
Barbara Frischmuth

                               

Schamanenbaum
Gedichte

Mit einem Nachwort von Gerhard Melzer
2001, 110 Seiten, gebunden, ISBN 3-85420-568-6, € 31,00.-

Barbara Frischmuths Gedichte enthalten im Keim viele Themen und Motive, die sie nach und nach erzählerisch entfaltet hat; sie lassen sich aus heutiger Sicht als frühes Konzentrat ihres Lebenswerkes lesen. Bislang sind lyrische Texte der Autorin nur verstreut publiziert worden. Der vorliegende Band stellt diese Facette ihres Schaffens erstmals in Buchform vor, ausschließlich mit Gedichten, die bisher noch nie veröffentlicht wurden.

»Die mutigen, entschiedenen, oft sehr schönen Verse zeigen die Metamorphose einer Lyrikerin.« (Angelika Overath, Neue Züricher Zeitung)

»Es ist diese geheimnisvolle Gefolgschaft aus Sprache und Wirklichkeit, die einen Zusammenklang zwischen Ausdruck und Metapher schmiedet, wobei Form und Inhalt wie selbstverständlich miteinander wachsen.« (Christine Dobretsberger, Wiener Zeitung)

»Es ist nicht die ›geborgte Wärme‹ des Orients, die Frischmuth via Sprache nach Europa bringt, sondern viel eher der ›Flüsterschatten‹ diverser entgrenzter (Lebens-) Welten.« (Christine Dobretsberger, Wiener Zeitung)

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LIBELL 2
Alfred Kolleritsch

Marginalien und Widersprüche
Texte zu Literatur, Kultur und Politik

Mit einem Nachwort von Kurt Bartsch
2001, 142 Seiten, gebunden, ISBN 3-85420-569-4, € 31,00.-

Alfred Kolleritsch, seit 1960 Herausgeber der Literaturzeitschrift manuskripte, erhebt mit großer Konsequenz Widerspruch gegen die provinzielle Engstirnigkeit, die sich im Besitz der Wahrheit wähnt und die Moderne unversöhnlich bekämpft, dadurch, dass er den Blick für das Andere, Neue, Ungesicherte, Offene, für die Vielfalt und die Widersprüche einer international vernetzten Moderne, der Avantgarde und der jungen Literatur öffnet. Kolleritschs Marginalien sind meist aus gegebenen Anlässen verfasst. Aber so wenig sie sich in der Kritik des Provinziellen erschöpfen, so wenig beschränken sie sich auf das Tagesaktuelle; jede Zeile zeugt vom Bewußtsein historischer Zusammenhänge und Kontexte und erweist sich von erschreckender Aktualität.

»Marginalien und Widersprüche liefert ein weites Panorama von Kolleritschs kulturpolitischer Arbeit im Kampf gegen provinzielle Engstirnigkeit, Borniertheit und Modernitätsfeindlichkeit.« (Hans-Jürgen Heinrichs, Der kleine Bund)

»Argumentation, die von Theorien geleitet wird, aber nicht darin erstickt, eine selbstverständliche Belesenheit, die nie ›vorgeführt‹ wird und eine ausgeprägte Urteilskraft machen die Lektüre dieses Bandes zu einem Gewinn und Vergnügen.« (Cornelius Hell, Literatur und Kritik)

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LIBELL 3
Julian Schutting

Was schön ist

Mit einem Nachwort von Christiane Zintzen
2002, 107 Seiten, geb., ISBN 3-85420-631-3, € 31,00-

Gedanken und Beobachtungen zu ästhetischen Manifestationen im Alltag.

Julian Schutting läßt sich von der Ästhetik unserer natürlichen oder zivilisatorischen Umwelt – sei es ein Seerosenteich in Pötzleinsdorf, seien es Landschaftsphotographien oder amerikanische Kunst-Events, natürliche Vogelstimmen oder Sound-Plastiken – zu längeren Gedankenspielen hinreißen, die letztlich in die Frage münden, was schön ist.
Ein Temperament wie das Julian Schuttings hat es nicht auf die Formulierung von ästhetischen Gesetzen abgesehen, sondern darauf, dass das Schöne auch beim Betrachter produktiv wird – und so sind seine kürzeren und längeren Gedankenspiele als Beweise für die Notwendigkeit des unnützen Schönen zu verstehen – und auch für die Notwendigkeit von kritischem Verstand und Witz.

»Eine Mischung aus Alltagsbeobachtungen und Essays, Reflexionen über Bilder der klassischen Malerei, Betrachtungen in der Natur plus einer finalen Gastmahldebatte nach antikem Vorbild ist keine leichte Kost. Aber lohnend, nicht nur wegen des anspruchsvollen Stils, sondern auch wegen des immer wieder aufblitzenden Humors eines sorgfältigen Beobachters.« (Ingeborg Sperl, Der Standard)

»Schuttings Verstand und Witz verweigern eine eindimensionale Sicht, bevorzugen eine Haltung des Komplimentären.« (Helmut Sturm, Online-Buchmagazin des Literaturhauses Wien)

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LIBELL 4
Peter Handke


© Isolde Ohlbaum

Über Musik

Mit Illustrationen von Amina Handke und einem Nachwort von Gerhard Melzer
2003, 99 Seiten, gebunden, ISBN 3-85420-623-2, € 31,00.-

Ein Lesebuch der musikalischen Nebenwege im Werk Peter Handkes.

Musik ist kein zentrales Thema in Peter Handkes Schaffen, aber sie durchzieht es, ist gegenwärtig wie ein auf- und abschwellender Unterton. Das Spektrum der Äußerungen reicht von Euphorie und Begeisterung bis zu Skepsis und Ablehnung, und es bezieht sich – wenn auch mit deutlicher Päferenz für Rock und Blues – auf die verschiedensten Erscheinungsformen von Musik. Wie Handke ein skrupulöser Sprachforscher geblieben ist, einer, dem Sprache nicht selbstverständlich zur ›Verfügung‹ steht, so spürt er auch ›Musik‹ dort auf, wo sie kaum zu vernehmen ist, am Rande des Hörbaren, jenseits verabredeter Hörgewohnheiten.
Der Band versammelt Texte und Stellen aus verschiedenen Schreibphasen und Genres (Erzählungen, Romane, Essays, Drehbücher, Interviews), die Kontinuitäten, Zusammenhänge, Brüche und Widersprüche in Handkes Verhältnis zu Musik nachvollziehbar machen.

»Man gerät ins Staunen, zu welchen popkritischen Invektiven, aber auch sachkundigen Schwärmereinen über die Beatles und die Rolling Stones Handke seinerzeit fähig war. (…) So kann man Peter Handke wieder entdecken und mögen.« (taz)

»Die einschlägigen Textausschnitte ergeben ein hübschen Kompendium, in dem man gerne blättert, ein Nachtkästchen- und ›coffee table‹-Buch, man liest hier und da an und entdeckt oder findet sich bestätigt in der Erfahrung, dass Handke unvergleichlich schreiben kann, wenn es um die Stimmigkeit von Momenten geht… « (Martin Kubaczek, Online-Buchmagazin des Literaturhauses Wien)

»Als läge man beim alten Kumpel Peter auf dem Kelim vor dem Plattenspieler. Im Dachgeschoss des Elfenbeinturms. Peter siezte seinen Gast aus Übermut und parodierte nur die Marktschreier der Popmusik. Dann Peter legte Platten auf von früher, aus den sechziger Jahren, als der Rock'n'Roll, so sagte er, noch rein und unschuldig gewesen sei. Das gute, alte Zeug, das einen tröstet, wenn man wieder einmal überfordert und verwirrt durch die CD-Märkte geirrt, von Hip-Hop-Kindern angepöbelt und am Fernseher von Selektionsshows angeekelt worden war.« (Die Welt)

»Ein schönes Buch.« (Hans-Dieter Schütt, ND)

»Für alle, die sich von Peter Handke die Ohren öffnen lassen möchten, sehr zu empfehlen.« (Gregor Savel, Bibliotheksnachrichten)

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Stand vom 22. 2. 2005