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AUTORENPORTRAIT
LITERATURVERLAG DROSCHL |
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Aus dem Französischen von Elfriede Friesenbiller und Chantal Niebisch
1996, 640 Seiten, mehrere Abb., gebunden
ISBN 3-85420-428-0, 89,00-
Eines der maßgeblichen Tagebücher in diesem Jahrhundert. Es dokumentiert nicht nur
die Entwicklung einer herausragenden Figur der europäischen Intellektuellen-Szene,
sondern darüber hinaus auch ein (nicht nur) europäisches Jahrhundert im Spiegel
eines Beobachters und Akteurs, von den surrealistischen 20er Jahren über
die deutsche Besetzung von Paris und den Existenzialismus bis in die Gegenwart.
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Wenn es in unserem Jahrhundert einen Montaigne gegeben hat, dann in Michel Leiris, urteilte Jean Starobinski. Mit Mannesalter erfand er für seine Generation das Genre Autobiographie neu, in einer Mischung aus psycho-analytischer Allegorie und surrealistischer Montage, und mit der Tetralogie Die Spielregel führte er die Bekenntnisliteratur über das Literarische hinaus zu einer »Oper des Selbst« (Rimbaud), deren Arien und Rezitative sich um ein verschwindendes Subjekt sammeln.
Der Rohstoff all dieser konzentrierten Erkundungen, Forschungsreisen an den Ort des Ich, waren Notizhefte, die Leiris von 1922 bis 1989 führte. Er hielt in diesen Heften alles fest, was ihn bewegte: das politische Leben genauso wie seine Träume (aus denen später sein Buch Lichte Nächte und manch dunkler Tag, 1945, hervorging), Gespräche mit Künstlerfreunden (von André Breton bis Simone de Beauvoir) und ethnographische Gedankengänge ebenso wie sein Eheleben mit Zette (Louise Godon), die im übrigen so etwas wie der rote Faden durch Leiris' Autobiographie ist und nach deren Tod seine Eintragungen versiegen.
Das Tagebuch: ein erstrangiges Zeugnis dieses Jahrhunderts, das Selbstportrait einer Ehe, Demonstration masochistischer Introspektion, Anker gegen das unaufhaltsame Vergehen der Zeit, Probebühne für das eigentliche Werk, ein »Werk der Abwesenheit jeglichen Werks« (Blanchot).
»Pflichtlektüre für jeden Leser, der sich mit einem exemplarischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts einlassen will. Wenn ich die großen Tagebücher der literarischen Moderne aufzählen soll, gehört Michel Leiris mit seinem Journal von nun an unbedingt dazu.« (Hansjörg Graf in Die Zeit) »Ein Buch, in dem man sich blätternd und lesend selbst verliert.« (Verena Auffermann in Focus) »Eines der maßgeblichen Dokumente unserer Zeit« (Dirk Knipphals in DS) |
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A-8010 Graz Alberstraße 18 Tel: +43/316/32-64-04 Fax: +43/316/32-40-71 Stand vom 1. 1. 2002 |