AUTORENPORTRAIT
LITERATURVERLAG DROSCHL




© Yvonne Böhler
Felix Philipp Ingold

Felix Philipp Ingold, geboren am 25. Juli 1942 in Basel. Schriftsteller, Publizist, Übersetzer, Slawist in Zürich und Romainmôtier. Jüngste Auszeichnung: Manuskripte-Preis 2001.

Seine letzten Veröffentlichungen: Auf den Tag. Genaue Gedichte (Droschl 2000), Der große Bruch. Russland im Epochenjahr 1913 (2000), Geballtes Schweigen. Russische Einzeiler (Hg., 2000), Nach der Stimme (Gedichte, 1997), Unter sich (poetologischer Briefwechsel mit Bruno Steiger, Droschl 1996), Zeichensatz (Gedichte, 1996).

»Ob als Autor eines Sachbuchs [...] oder als Übersetzer, Feuilletonist, Essayist oder eben Lyriker: ›Meine Spezialisierung ist das Generalistentum‹.« (Aargauer Zeitung)

»Daß Felix Philipp Ingold nicht nur ein brillant formulierender Theoretiker ist, zeigt sich auf dem Gebiet der literarischen Übersetzung [...] ebenso wie im Bereich des eigenen dichterischen Schaffens.« (NZZ)




Jeder Zeit
andere Gedichte

Erstausgabe 2002, 124 Seiten, gebunden
ISBN 3-85420-604-6, € 15,-


»Es sind die strengsten Maßstäbe, die Ingold an die Gattung Lyrik anlegt«, schrieb Michael Braun zu Ingolds vor zwei Jahren erschienenem lyrischen Diarium Auf den Tag. Genaue Gedichte. Die Sicherheit, mit der Ingold diese seine eigenen Maßstäbe erfüllt, ist bei diesen neuen Gedichten womöglich noch höher geworden. Wieder sind es knappe Strophenformen, meist Dreizeiler, und ihre semantische und syntaktische Verdichtung hat einen Grad erreicht, an dem sie in eine einleuchtende Unmittelbarkeit umspringt, die weit davon entfernt ist, das Flüchtige der Dichtung, das sich Entziehende vorschnell zu verraten.
Felix Philipp Ingolds immer als kompliziert und gelehrt geltende Lyrik hat eine Treffsicherheit des Ausdrucks erreicht, eine Knappheit, die den Lesenden sofort für sich gewinnt, die das Herz und den Verstand gleichermaßen erobern. Die prekäre Befindlichkeit unserer Existenz, die Flüchtigkeit von Subjekt und Anschauung sind die Elemente dieser Gedichte, und ihre Sprache ist von derselben prekären Verfassung: stolpernd, mit Auslassungen, sich korrigierend und ins Wort fallend. Die Leichtigkeit, die der Titel Jeder Zeit andere Gedichte suggeriert, ist eine vorgetäuschte: Schönheit ist eine Frage der Überrumpelung. Und ganz sicher hat F. Ph. Ingold in seinen neuen Gedichten der Schönheit und der Poesie erfolgreich eine ganze Reihe von Fallen gestellt!

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Auf den Tag
Genaue Gedichte

Erstausgabe 2000, 128 Seiten, gebunden
ISBN 3-85420-548-1, € 15,50-


Felix Philipp Ingold überrascht mit einer Sammlung von Alltags- und Gelegenheitsgedichten, die in der Art eines poetischen Taschenkalenders Aphoristisches, Sprachspielerisches, Lyrisches, Triviales, Erinnertes, Geträumtes, Assoziiertes wie zufällig aufeinander folgen läßt.

»Hoffentlich dient dieser Gedichtband, zweifellos einer der besten unter den neueren, vielen Leserinnen und Lesern von Poesie als Vademecum im Jahr, durchs Jahr und immer, immer wieder.« (St. Galler Tagblatt)

»Denn Poesie beginnt für Ingold erst da, wo der Sprechende das schützende Gehäuse der Muttersprache verläßt [...] Und eben daraus beziehen die Gedichte ihre ästhetische Beweglichkeit: Sie fügen sich nicht in irgendein handhabbares Selbst- und Weltbild, entwerfen kein Paßbild, sondern sind stets unterwegs im Offenen.« (Michael Braun in der Basler Zeitung)

»Die kalendarische Ordnung, indem sie wie eine Perlenschnur die einzelnen Gedichte anordnet, schafft aus den vielen kleinen Texten auch einen großen Text, gleichsam einen ewigen Kalender.« (Martin Zingg in der NZZ)

»Die Datierungen gehören zur poetischen Botschaft. Sie rufen die Realität des Erlebens auf und machen den Dichter-Autor zum Reporter seiner selbst.« (FAZ)

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Autorschaft und Management
Eine poetologische Skizze

Erstausgabe 1993, 69 Seiten, Broschur
ISBN 3-85420-353-5, € 7,50-


Als seinen bisher wichtigsten Versuch, über die »Funktion Autor« in der Moderne nachzudenken, bezeichnet Ingold diesen Essay, in dem er die auktoriale Selbstreflexion seit Baudelaire und Rimbaud diachron bis in die postmoderne Gegenwart nachzeichnet und mit aktuellen system- und evolutionstheoretischen Ansätzen zusammenführt. Überraschend an dem von ihm gezeichneten Bild des gegenwärtigen Autors ist die Miteinbeziehung von Erkenntnissen des modernen Managements; so vergleicht er den Autor mit einem Manager, die Sprache mit dem Unternehmen, den Text mit der Unternehmenskultur und die Strategien des Schreibens und Lesens mit der systematischen Unternehmensführung.

»[...] zeichnet Ingold auf verblüffend plausible Weise die hochkomplexen Vorgänge nach, die zu der bisher wenig beachteten Annäherung zwischen dem ›literarischen Homo oeconomicus‹ und dem neuen Unternehmertyp, dem Manager, geführt haben.« (NZZ)

»Felix Philipp Ingold ist kein Genie. [...] Der Geniekult ist vorbei, Gott sei Dank. Überraschen mag aber, was Ingold - nach eigenem Eingeständnis - statt dessen ist: Manager.« (Friedhelm Rathjen)

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Felix Philipp Ingold/Bruno Steiger     Unter sich
Briefe

Erstausgabe 1996, 205 Seiten, Broschur
ISBN 3-85420-426-4, € 15,50-


»Ingold und Steiger schreiben sich mit der heiteren, auch manchmal schmerzhaften, oft fürsorglichen Gelassenheit, die Freundschaft nicht begründet, aber doch beweist: Hört hier jemand zu, liest hier überhaupt jemand mit? Wenn ja, dann ist er herzlich eingeladen. [...] Maximalisten sind am Werk, großräumig die literarische Landschaft verortende Autoren, wo andere wie mit dem Schäufelchen in der Luft vor dem Sandkasten fuchtelnd schreiben.« (HR)

»[...] die Autoren stellen es frei, ob der Sinn aufgedeckt wird oder verdeckt bleibt, denn jeder der beiden ist am Ende nicht mehr als der erste Leser des anderen und danach, vielleicht in seiner aufregendsten Funktion, auch wieder sein eigener.« (Heinz Schafroth in der Basler Zeitung)

»Ums Umsetzen, auch ums Übersetzen, ums Umschreiben, ums Weiterschreiben geht es, ums Weiterarbeiten also an diesem Stück Stoff, als das die Literatur gesehen werden kann [...]« (Ingrid Fichtner)

»Und beide sind, so vorsokratisch sie sich geben, späte traurige Ritter des platonischen Schönengutenwahren auf der Suche nach dem idealen Text, der ihnen als der einzig reale erscheint.« (Samuel Moser in der NZZ)

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Stand vom 23. 5. 2002