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AUTORENPORTRAIT
LITERATURVERLAG DROSCHL |
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Das Verbrechen Novellen und Erzählungen. Mit einem Vorwort von Margit Schreiner 2004, 304 Seiten, gebunden, ISBN 3-85420-659-3, 19.- Nachdem sie einige Jahre zuvor bereits als Schauspielerin Karriere gemacht hatte, betrat Mela Hartwig 1928 die literarische Bühne mit einem von Alfred Döblin und Stefan Zweig empfohlenen Erzählband, Ekstasen, der von den Zeitgenossen höchst zwiespältig aufgenommen wurde. »Außerordentlich quälend und unerfreulich« seien ihre Stoffe, Zeugnisse eines »durch die Psychoanalyse verjauchten Gehirns«. So wurden dann auch (bis auf den Roman Das Weib ist ein Nichts, 1929) ihre weiteren Werke nicht mehr zum Druck angenommen: die Kurzgeschichtensammlung Quer durch die Krise ist bis heute verschollen und der Roman Bin ich ein überflüssiger Mensch? blieb bis lange nach ihrem Tod unveröffentlicht. In diesem Band sind zum ersten Mal alle Erzählungen von Mela Hartwig gesammelt: die Novellen aus dem berühmten Erstling Ekstasen, andere Erzählungen aus deren Umfeld (z. T. nur im Nachlass vorhanden), die 1936 in einem französischen Exilverlag gedruckte Novelle Das Wunder von Ulm und die einzige nach 1945 noch erschienene Prosaveröffentlichung Georgslegende. Wie wenige andere Autoren steht Mela Hartwig zwischen den Polen des Expressionismus, mit seiner überreizten Sinnlichkeit und seinen stilistischen Neuerungen, und der nüchternen Beschreibungskunst der Neuen Sachlichkeit. Immer aber behandelt sie unerschrocken, mit großer Kunstfertigkeit und gestaltender Intelligenz schmerzhafte und daher gerne verschwiegene Themen; keine Autorin hat in ihren neurotischen Frauenfiguren solche Weiblichkeitsentwürfe gewagt, keine hat aber auch wie sie die sozialen Realitäten ihrer Zeit, Arbeitslosigkeit und mörderischer Antisemitismus, gestaltet. »Mela Hartwigs Erzählungen bewegen und fesseln mehr denn je und haben sich einen festen Platz in der Geschichte der Literatur erobert.« (Literatur-Report) »Diese Erzählungen gehören zweifellos in den Literaturkanon der Zwischenkriegszeit.« (NZZ) »Hartwigs ständiger Wechsel von heißer Emotion und eisiger Analyse zieht unvermindert in den Bann eine Wiederentdeckung.« (Katrin Hillgruber, Der Spiegel) Die Erzählungen »haben eine unglaubliche Wirkung ( ) Dieses Buch gehört zu den wichtigsten Neuveröffentlichungen und Entdeckungen im Jahr 2004.« (Stadtmagazin) »Demütigende materielle Einschränkungen, Behördenwillkür und unerwiderte Liebe: aus dieser schwärenden Mischung ergibt sich der explosive Cocktail für den Furor der hartwigschen Heldinnen. Eine thematisch und stilistisch außergewöhnliche Autorin.« (Katrin Hillgruber, Der Bund) »Die wilden zwanziger Jahre der Literatur im Hintergrund die Psychoanalyse Sigmund Freuds.« (Reinhold Tauber, OÖ Nachrichten) |
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Das Weib ist ein Nichts Roman. Mit einem Nachwort von Bettina Fraisl 2002, 192 Seiten, gebunden, ISBN 3-85420-615-1, 19.-
Ein unerschrockener Roman aus dem Jahre 1929:
Hinter dem provokanten Titel, der den Tagebüchern Friedrich Hebbels entnommen ist und die rückschrittlichsten Theorien etwa Otto Weiningers zu unterstreichen scheint, verbirgt sich ein eigentümlicher, fiebriger Roman: Bibiana geht durch die Hände verschiedener Männer, die sie jeweils völlig neu formen, die ihr eine vollständig andere Identität verleihen, vom Namen bis zu ihrem Auftreten. In vollkommener Passivität nimmt sie diese unterschiedlichen Schicksale an, läßt sie diese Einschreibungen über sich ergehen. »Dem Sog dieser höchst beunruhigenden Parabel auf die zerstörerische Macht männlicher Manipulation kann man sich schwer nur entziehen.« (Gisa Funck, FAZ) »Die historischen Chiffren und hysterischen Bilder, welche Mela Hartwig um ihr nichtendes Weib konfiguriert, sind als Spiegel und Spur der heiss-kalten zwanziger Jahre in der Tat lesens- und bedenkenswert.« (Christiane Zintzen, Neue Zürcher Zeitung) »Dem Verlag gebührt der Verdienst, eine kühne und stilistisch überragende Autorin der Zwischenkriegszeit wiederentdeckt zu haben. Das Weib ist ein Nichts verstört und betört.« (Katrin Hillgruber, Stuttgarter Zeitung) »das cineastisch glamouröse Gegenstück zu seinem düsteren Antizwilling [Bin ich ein überflüssiger Mensch, Roman, 2001]. Brachte die Heldin mit dem Massennamen Schmidt die Tristesse eines realen Dutzendschicksals zur Sprache, erfüllt die süße Bibiana als Figurine alle Klischees der Kolportageliteratur oder des neuen Weltfluchtmediums Film.« (Cornelia Niedermeier, Der Standard) |
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Bin ich ein überflüssiger Mensch? Roman. Mit einem Nachwort von Bettina Fraisl 2001, 168 Seiten, gebunden, ISBN 3-85420-574-0, 18.- Im Mittelpunkt dieses 1930 entstandenen Romans steht eine Frau, die mit sich uneins ist, eine »Neurotikerin«, die mit jedem Schritt an die ihr auferlegten Begrenzungen stößt: eine unscheinbare und sehr entbehrliche Sekretärin ohne besondere Fähigkeiten, die eines Tages einer erotischen Obsession verfällt. Ein im Gestus des schonungslosen Geständnisses formulierter Roman einer unerhörten Selbsterniedrigung, präzise in der messerscharf geschilderten sozialen Situation der frühen 30er Jahre lokalisiert. »Ein unscheinbares Bürofräulein verfällt einer erotischen Obsession. Mela Hartwigs Roman, 1930 entstanden und jetzt erstmals veröffentlicht, ist das Geständnis einer unerhörten Selbsterniedrigung: ein aufreizendes, unvergeßbares Buch.« (Karl Woisetschläger, Die Presse) »Die virtuosen Geständnispraktiken von Mela Hartwigs Heldin Luise Schmidt fügen den literarischen Bürogeräuschen in der Zeit zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg eine wichtige Stimme hinzu.« (Jutta Person, Süddeutsche Zeitung) »Die zu Unrecht vergessene Mela Hartwig hat einen zutiefst ehrlichen Roman geschrieben über die Kraft, die es braucht, nichts Besonderes zu sein. « (Facts) »Beeindruckend, wie die Autorin den Zusammenhang von Arbeit in labilen Angestelltenverhältnissen, entfremdeter Sexualität und der Massenkultur als Ort verborgener Sehnsüchte und enttäuschter Erwartungen reflektiert. Eine wirkliche Entdeckung.« (Bernhard Fetz, Neue Zürcher Zeitung) »Nun endlich scheint die Zeit für Mela Hartwigs Wiederentdeckung gekommen. Die Widersprüchlichkeit, der ständige Wechsel von Leidenschaft und kalter Beobachtung, macht ihren Büroroman, der in Form eines gehetzten Geständnisses geschrieben ist, unerhört modern und spannend.« (Katrin Hillgruber, Frankfurter Rundschau) |
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A-8010 Graz Alberstraße 18 Tel: +43/316/32-64-04 Fax: +43/316/32-40-71 Stand vom 17. 6. 2005 |