AUTORENPORTRAIT
LITERATURVERLAG DROSCHL



Ingram Hartinger

Es gibt eine Steigerungsform von Sprache, die bereits ihrer Zerstörung gleichkommt.
An diesem Punkt findet sich mein Betreiben.

Kunst ist Hartinger zu wenig. Aber sie ist auch gemeint: sein Schreiben ist Bekenntnis und Experiment, Zerstörung und Assoziation. Der Anspruch, der Raum dieser Textwelt ist enorm.
Ingram Hartinger, geboren 1949 in Saalfelden, studierte Psychologie, Romanistik und Medizin. Er arbeitete u.a. bei Franco Basaglia, dem Begründer der »Anti-Psychiatrie« in Triest, lebt heute – nach längeren Aufenthalten in Frankreich, Italien und Südamerika – als Psychologe und Schriftsteller in Klagenfurt. Er veröffentlicht seit 1973.




Tang und Distel
Byzantinisches Album

2003, 144 Seiten, gebunden, ISBN 3-85420-621-6, € 15,50-

Aus der kunterbunten Vielfalt der Pflanzenwelt wählt der Autor an die 150 Beispiele aus, Pflanzen, denen er sich in gegenläufigen Bewegungen nähert: einerseits – in einer Hommage an den schwedischen Naturforscher Linné – mit Elementen der Beschreibung, denen sich andererseits aber die Erzählung entgegensetzt. Das System der Natur trifft so auf die Phantasien des Betrachters, dem sich hinter Efeu und Bananenstaude, hinter der Birke und dem Schnittlauch keine Botanik, sondern Geschichten eröffnen, Assoziationen, Anlässe.

»Einmal eingetaucht in den Reichtum des byzantinischen Albums, mag man nicht mehr aufhören, zu blättern und sich immer neu überraschen zu lassen von der tiefsinnigen und zugleich unterhaltsamen Gedankenvielfalt.« (Beatrice Simonsen)

»Bilder von grosser Intensität« (NZZ)

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Über den Versuch

1999, 70 Seiten, frz. Broschur, ISBN 3-85420-508-2, € 9,50-

»Versuch über den Versuch« nennt Hartinger diesen neuen, leidenschaftlichen Text, und nimmt damit die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs »Essay« wörtlich. Sein Essay Über den Versuch umkreist diesen Genre-Begriff auf mehreren Ebenen und behält den existenziellen Ernst hinter dem Bedeutungsfeld versuchen/üben/spielen stets im Auge.
»Das Ergebnis ist ein kurzweiliger Text, nebenbei über einen Aufenthalt in Japan, hauptsächlich über das Schreiben des Schreibers über das Schreiben, wie auf einer Theorie-Wendeltreppe ins Unendliche der Sprachgedanken ... Kluge Eloquenz und störrische Eleganz.« (Franz Haas/ NZZ)

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Sagen Eine Arbeit

1997, 330 Seiten, gebunden, ISBN 3-85420-464-7, € 23,00-

Ich schreibe – ganz unoriginell – für all das Leben gegen den Tod.
»Einblicke in die tiefere Wahrheit des Uneigentlichen.« (Bruno Steiger/ NZZ)

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Hybris

1995, 222 Seiten, frz. Broschur, ISBN 3-85420-415-9, € 22,00-

Eine Lektüre dieser Prosa ist zwar nicht einfach, aber ihre Früchte schmecken intensiv: die Widersprüchlichkeit, die manche von uns bis zum Zerreißen spannt und die jeder Kunst zugrunde liegt, wird nirgendwo besser (widersprüchlicher?) organisiert als bei Hartinger.
»Ein Buch, das manches von dem, was gängige Literatur fröhlich ausklammert, wieder zurückholt in die Realität des Ungewissen.« (Bruno Steiger/Basler Zeitung)

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Das Auffliegen der Ohreule

1992, 252 Seiten, frz. Broschur, ISBN 3-85420-296-2, € 23,00-

»Können wir wirklich sagen, wer wir sind und was wir getan haben.« Mit dieser grundsätzlichen Skepsis eröffnet Hartinger seinen Prosaband, um genau diesen Fragen nachzuschreiben. Wer so stark an der Wahrheit als Kategorie festhält, hält auch am Widerstand fest. Am Widerstand gegen das vorschnelle Harmonisieren, gegen das Glätten von Geschichten, gegen die Sinnerzeugung durch Konventionalität.
»Sprache, aus der eine ungeheure Lust spricht, die hoffen läßt, daß der Funke der Anarchie auf die Wirklichkeit überspringt.« (Lucas Cejpek/Der Standard) »Man sollte dankbar sein, daß es Autoren gibt, die sich trauen, so kompromißlose Prosa zu schreiben.« (Wendelin Schmidt-Dengler)

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Roman Albino

1990, 226 Seiten, frz. Broschur, ISBN 3-85420-178-8, € 15,50-

Autobiografisch nennt Hartinger seine Prosaarbeiten, die auch tatsächlich Stationen seiner Biografie ins Spiel bringen: Eindrücke vom Elternhaus in Saalfelden, vom Psychologie-Studium bei Caruso in Salzburg, von der Arbeit bei Basaglia in Triest und in einer Klinik in Klagenfurt, von Reisen und Begegnungen. Die Erinnerung an Durchlebtes wird zum peinigenden Erleben eigener Unzulänglichkeit angesichts eines schleichenden Anpassungsvorgangs, der immer schon begonnen hat …
»In punkto Selbsthinterfragung zählt Hartingers Prosa zum radikalsten, was in dieser Hinsicht derzeit im deutschsprachigen Raum geschrieben wird.« (NDR)

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Feige Prosa

1988, 136 Seiten, frz. Broschur, ISBN 3-85420-138-9, € 9,50-

»Hartinger ist nach wie vor unberechenbar, weil ständig auf dem Sprung. Seine Prosa fordert den Leser als Komplizen, als Mitverschwörer einer Revolution aus dem Geist der Sprache. Gerade die gewonnene Sprachmächtigkeit, Hartingers erzählerische Souveränität gibt dem Leser zu verstehen, daß die bürgerliche Existenz einer Kapitulation gleichkommt vor den eigenen Wünschen.« (Lucas Cejpek/ ORF)
»Feige im Sinn von sie traut sich nicht ist Ingram Hartingers Feige Prosa keineswegs, eher schon süß und kernreich wie die Frucht, genannt Feige.« (Bodo Hell)

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Schöner Schreiben

1986, 190 Seiten, frz. Broschur, ISBN 3-85420-080-3, € 15,50-

»Die Texte Hartingers lehren uns, sich über den Umweg der Sprache, ihrer Tricks und Bilder und Formen, in die Tiefen des Bewußtseins zu begeben, die uns durch schöne Literatur zu oft verschlossen bleiben.« (Helmut Eisendle/Die Presse)

»Mit den Mitteln redebrechenden Erzählens, scheinbar willkürlichen Assoziierens und vom Schrei und Schweigen geformter Rhythmik sind hier kunstvolle Textkörper gestaltet, die sich in oftmals überraschender Vielschichtigkeit erschließen; und zudem – trotz aller gleichsam notwendigen Sperrigkeit – intensiven Lesegenuß gewähren.« (Georg Pichler/ Die Presse)

»Hartinger befindet sich über oder hinter der Ebene, auf der sich die Struktur und deren Auflösung abspielen, in jenem Raum, in dem der bissige Humor Platz greift, politisches Engagement wieder berührt, der Spaß am Schreiben, so auch am Lesen, wieder beginnt.« (Peter Pessl/Neue Zeit)

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Stand vom 24. 2. 2004