Buchcover
Elfriede Gerstl

mein papierener garten

Gedichte
2006
gebunden , 13 x 21 cm
80 Seiten
ISBN: 9783854207085
€ 16,00
als ebook erhältlich

AUTOREN

Textauszug

schöner tot sein

ein baum werden
vögel zu gast haben
das wär was
worauf man sich freuen könnte

eine sache weiterführen
heißt manchmal
das gegenteil machen
heißt manchmal
eine sache weiterführen

selbstgespräch mit dir

mitten in der ewigkeit
kommst du auf mich zu
offerierst biskotten zum tee
ich esse sie ungern
dass ich dich nicht immer gekannt habe
geht mir durch den kopf
mehrere leben in eines gezwängt
kein grund unzufrieden zu sein
kein grund zufrieden zu sein
ein blatt im wind
und nimmt sich so wichtig

Was macht Gedichte zu Gedichten? Warum soll man sie lesen? Warum will man, wenn man ein Gedicht gelesen hat, gleich noch mehr lesen? Hilft Spazierengehen, wenn man nicht gut beieinander ist? So und ähnlich lauten die Fragen, die in diesem papierenen Garten blühen.

Elfriede Gerstl hat es nicht mit den großen Worten und Gesten – und doch: Die Treffsicherheit und Schlagfertigkeit ihrer Gedichte ist einzigartig. Dabei verliert sie nie ihren Witz, ihre Ironie, egal ob sie ihre eigene Befindlichkeit im Visier hat (unvergleichlich die Zeilen über ihre Ängste und Hypochondrien!) oder die Marotten der Mitmenschen, »der Öffentlichkeit«. Erfahrungen des Alterns finden Eingang in die Gedichte (»künstlerschicksal:/ anfangs für wenige/ und dann nur mehr für sich«), und oft muss sie sich wundern: »alles was nicht zu ändern ist/ heißt der lauf der welt«.

Diese Gedichte sind ausgesprochen lakonisch, ihre Unauffälligkeit und ihr Verzicht auf all die Versatzstücke des lyrischen Inventars stehen für Eigensinn und Intellekt. Die Sicherheit, mit der Gerstl jegliche Sentimentalität meidet und mit der sie sich allen großen Themen gewissermaßen schräg annähert, ist verblüffend und untermauern den Rang der Autorin als Stilistin erster Güte. Aphoristische Prägnanz und philosophischer Gleichmut zeichnen diesen papierenen Garten aus, der Elfriede Gerstls schmalem Werk einen weiteren, leuchtenden Baustein hinzufügt.

Presse

»Niemand sagt das Beiläufige zwingender als die österreichische Dichterin.« (Paul Jandl, NZZ)

»Elfriede Gerstl Poesie hat etwas Schwebendes an sich. Leichtfüßig verbindet sich in ihren Texten der Pulsschlag des Lebens mit einem diagnostischen, klugen Blick auf die Gesellschaft, der dieses spezifische, feine Idiom in ihre Schreibwelt stanzt. Witz, Ironie und sprachliche Sensibilität sind zu ihrem Markenzeichen geworden. Ein selten gelungenes Buch!« (Maria Renhardt)

Diese Gedichte »schärfen den Blick für das Prekäre einer Existenz, die meist näher dem Abgrund ist als einer sonnigen Anhöhe.« (Nicole Streitler, Literaturhaus Wien)

»Diese Gedichte sind tatsächlich Gärten, in denen sich die Dinge, die Gefühle aufhalten können.« (Matthias Göritz)

»Sehr zu empfehlen, besonders auch für Schulbibliotheken, für Literaturkreise. Kaufen Sie dieses Buch!« (Christina Gastager-Repolust, bibliotheksnachrichten)

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