Buchcover
Thomas Stangl

Der einzige Ort

Roman
2004
gebunden , 15 x 23 cm
406 Seiten
ISBN: 9783854206491
€ 25,00
als ebook erhältlich

AUTOREN

In den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts bewegen sich zwei wenig bekannte Reisende auf die für Europäer noch immer sagenhafte Stadt Timbuktu zu: Der eine ist Major Alexander Gordon Laing, der eine Karawane von Tripolis aus durch die Sahara führt, der andere ist René Caillié, von niemandem beauftragt und von niemandem unterstützt, der als Moslem, allein und mit wechselnden Begleitern, von Senegal her den Niger zu erreichen sucht. Bald hintereinander, 1826 und 1828, gelangen beide in die begehrte Stadt und verlassen sie bald wieder, der eine erreicht nach unerträglichen Strapazen Marokko und dann Frankreich, der andere bleibt verschollen.

Diese historischen Ereignisse verwandeln sich bei Thomas Stangl in eine Fantasie von außerordentlicher Sprachgewalt. 3000 Jahre Geschichte des Raumes zwischen Mittelmeer und Sudan werden erzählt, Mythen, Sagen, Legenden mischen sich mit historischer Überlieferung, ausgreifende Essays über die mannigfaltigen Projektionen der Europäer von Herodot bis Leo Frobenius durchziehen den Roman um die beiden ›Abenteurer‹.

Ins Unbekannte aufbrechen, ein Wagnis auf sich nehmen, denkend fantasieren – mit einem Wort: erzählen. In einer enormen Bilderflut, mit weit ausholenden Sätzen von großer Dichte und Suggestivität, stellt Thomas Stangl eine Wirklichkeit her über die Sehnsucht nach dem Unbekannten, am Schnittpunkt zwischen Kolonialismus und privatem Wahn, einen Abenteuerroman nach dem Ende aller Abenteuerromane – bei dem das eigentliche Abenteuer sich von Satz zu Satz vollzieht. »Wie konnten die Menschen träumen, bevor ihnen die Technik zeigte, wie ein Bild auf das andere folgt, eine Einstellung die andere ersetzt?«

Veranstaltungen

  • 30. September 2017, 9:30
    Mürzzuschlag, Kunsthaus Muerz

Presse

»Ich halte dieses Buch für ein Meisterwerk.« (Roger Willemsen, Literaturclub)

»Es gibt wohl kein schonungsloseres, kein gründlicheres, kein besseres Buch über den verdammten Exotismus als dieses.« (Wieland Freund, WDR)

»Stangls nüchterne Einfühlung in die beiden Europäer der frühen Biedermeierzeit gehört zum Besten, was im historischen Roman überhaupt erreichbar ist, ein grandioser Roman.« (Tilman Spreckelsen, FAZ)

»Unermessliche Distanzen und historische Räume bewegen sich an uns vorbei, flirren wie Fata Morganas in der Luft (…) kongenial.« (Andreas Langenbacher, NZZ)

»Es gab Momente, wo ich dachte, ich bin selbst auf einer Expedition.« (Gabriele von Arnim)

»Das ganze Buch besteht aus einer unglaublich großen Reflexion: Was heißt ›Welt erleben‹ aufgrund dieser Entdeckungsreisen.« (Hardy Ruoss)

»Jahrtausende stürzen auf einen ein, funkeln wie ein Sack Edelsteine, den eine verdurstende Karawane verloren hat (…) ein mitreißendes Epos.« (Ingeborg Sperl, Der Standard)

»Ein furioses Debüt.« (Olga Martynova, Die Zeit)

»Thomas Stangl ist ein enorm komplexer, fantastischer, geheimnisvoller Roman gelungen, ein tatsächlich großer Afrika-Roman.« (Georg Pichler, Die Presse)

»Dem anderen Afrika einen Teil seiner Wirklichkeit zurückzugeben, nicht weniger leistet dieses großartige Epos und nicht mehr kann ein historischer Roman heute leisten.« (Uta Beiküfner, Berliner Zeitung)

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